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Besiktas-Spieler Roberto Hilbert warnt Gladbach vor Fenerbahçe

03.10.2012 | 14:16 Uhr
Besiktas-Spieler Roberto Hilbert warnt Gladbach vor Fenerbahçe
Roberto Hilbert (m.) ist bei den Fans von Besiktas Istanbul beliebt. Der ehemalige Nationalspieler weiß, was Borussia Mönchengladbach am Donnerstag erwartet.Foto: imago

Essen/Istanbul.   Der ehemalige deutsche Nationalspieler Roberto Hilbert kann sich in die schwere Lage von Borussia Mönchengladbach hineinversetzen. Für den Spieler von Besiktas Istanbul war es zu Stuttgarter Zeiten auch schwer, von "Barcelona auf Bielefeld" umzuschalten. Am Donnerstag trifft Gladbach auch Besiktas Stadtrivalen Fenerbahçe. Hilbert weiß, was dei Fohlen in der Europa League erwartet. Ein Interview.

An seinem freien Tag genießt Roberto Hilbert das Familienleben mit Frau und Kindern etwas außerhalb der Stadt. Den Trouble der türkischen Metropole Istanbul empfindet der Mittelfeldspieler von Besikas Istanbul manchmal als „anstrengend“. In der Stadt auf zwei Kontinenten ist „sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag“ immer was los. Der ehemalige deutsche Nationalspieler trägt im zweiten Jahr das Trikot des Traditionsvereins und will nach einem „durchwachsenen“ Jahr in dieser Saison wieder angreifen. Am Wochenende trifft Hilbert mit Besiktas auf den Stadtrivalen Fenerbahçe – dem Gegner von Borussia Mönchengladbach in der Europa League. Wir sprachen mit dem 27-Jährigen über „Fener“, Gladbach und das Leben in der Türkei.

Herr Hilbert, ist es in dieser riesigen Stadt Istanbul überhaupt möglich, einen Tag in Ruhe zu verbringen?

Roberto Hilbert: Das ist schon möglich. Auch wenn hier sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag immer etwas los ist, man lernt damit umzugehen. Außerdem leben wir in dieser sehr schönen Stadt auch etwas abgeschieden und zu Hause kann mich keiner stören.

Man kennt die Bilder, wenn neue Spieler, neue Stars am Flughafen frenetisch gefeiert werden. Wie begegnet man Ihnen in den Straßen Istanbuls?

Hilbert: In den vergangenen beiden Jahren ist mein Popularitätsgrad extrem gestiegen. Es ist ein Zeichen von Respekt und Anerkennung, wenn man auf der Straße erkannt wird. Manchmal ist das ein wenig anstrengend. Aber wenn man weiß, wie man mit den Menschen umgehen muss, ist das okay.

Wie muss man mit den Türken umgehen?

Roberto Hilbert (l.) im Trikot des VfB Stuttgart gegen Roel Brouwers von Gladbach.Foto: imago

Hilbert: Wichtig ist, dass man jedem Menschen Respekt entgegen bringt. Die Leute merken, wenn man ihnen auch ein Stück weit entgegen kommt und freundlich ist. Die Türken sind extrem emotionale Fußball-Fans, sie sind sehr begeistert und für sie ist Fußball sehr wichtig im Leben. Ich bin bis zu einem gewissen Punkt sehr offen und gebe gerne Autogramme und mache Fotos mit den Fans. Das merken die Menschen auch und geben das mit großem Herzen zurück.

Wie ist der Stellenwert des Fußballs in der Türkei im Vergleich zu Deutschland?

Hilbert: Das ist eine schwierige Frage, weil es hier anders ist als in Deutschland. In Deutschland ist es die Sportart Nummer eins. In der Türkei ist es mehr eine Art Lebensaufgabe. Man gehört von klein auf einem Verein an und das wird quasi vererbt oder mit der Muttermilch weitergegeben. In der Türkei ist es generationsübergreifend, dass man Besiktas-, Fenerbahçe- oder Galatasaray-Fan ist.

Als Besiktas-Fan hat man es momentan aber nicht wirklich leicht.

Hilbert: Ich behaupte, dass wir immer noch der Klub Nummer eins in Istanbul sind. Wir haben die traditionsreichste Geschichte. Klar, die vergangenen beiden Jahre waren nicht ganz so erfolgreich wie gehofft. Aber wir befinden uns auf einem schweren Weg, den man gemeinsam geht. Besiktas ist mitten in einem Umbruch und gehört dennoch zu den Top-Vereinen in der Türkei. Wir sollten nicht anfangen, uns hinten anzustellen.

„Schwerer Weg“, weil der Verein auch wegen des „Financal Fair Plays“ in dieser Saison vom europäischen Wettbewerb ausgeschlossen wurde.

Hilbert: Ich ärgere mich als Spieler über den Ausschluss aus der Europa League. Das ist einfach ärgerlich, weil man um den Lohn der harten Arbeit gebracht wird. In der vergangenen Saison hatten wir so viele Spiele und Englische Wochen und jetzt kann ich mich nicht mal mehr an das letzte Spiel unter der Woche erinnern. Das ist für uns und auch die Fans sehr bitter. Bei diesem Verein ist man es gewohnt, international zu spielen. Wir können es aber nicht ändern und müssen jetzt umso mehr darum kämpfen, in der kommenden Spielzeit wieder auf der europäischen Bühne dabei zu sein.

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    Seite 2: Gladbachs Krise hat "viele Aspekte und Komponenten"
    Seite 3: Hilbert hofft auf neue Chance in der Nationalmannschaft

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Kommentare
04.10.2012
09:07
Besiktas-Spieler Roberto Hilbert warnt Gladbach vor Fenerbahçe
von CHerrmann57 | #1

An der Einleitung hat mich eines gestört. Es heißt dort sinngemäß, der Fussballer möchte in seiner Freizeit mit Familie dem Trouble in der lebhaften Millionstadt entfliehen. Nun ist es ja modisch geworden, englische Ausdrücke im Deutschen auch dort zu benutzen, wo es ebenso (zu)treffende deutsche Wörter gibt. Aber hier ?

Das englische Wort Trouble heißt übersetzt Problem, Schwierigkeit, Belästigung usw. Aber das ist es nicht, was uns der Journalist sagen will. Offensichtlich (dem Zusammenhang nach) will er nur sagen, der Fußballer entfliehe dem Trubel in der Millionstadt - das ist etwas ganz anderes als das, was letztlich da steht. Warum nur verwendet der Verfasser Fremdwörter, wenn er deren Sinn offensichtlich nicht genau genug kennt ?

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