Bei Gladbach überwiegt der Ärger
28.08.2011 | 23:38 Uhr 2011-08-28T23:38:55+0200
Gelsenkirchen. Die 0:1-Niederlage bei Schalke sorgte bei der Gladbacher Borussia für zwiespältige Gefühle. Einerseits Stolz über die eigene gute Leistung, andererseits Frust über die fehlende Punktausbeute. Am Ende überwog dann doch der Ärger.
Man kennt sich, man schätzt sich, deshalb war es keine große Überraschung, dass sich Raúl und Dante nach dem Schlusspfiff des Bundesliga-Spitzenspiels zwischen Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach trafen. Was der Star des FC Schalke dem Abwehrchef der Gladbacher zu sagen hatte, fasst den 1:0-Heimsieg der Gelsenkirchener treffend zusammen. Raúl, so zumindest die Version seines Gegenspielers Dante, habe ihm gestanden, dass er da gerade ein merkwürdiges Spiel abgeliefert habe: nicht so oft am Ball wie erhofft, schon gar nicht im Gladbacher Strafraum. Tja, und dann habe er eben doch das 1:0 erzielt. Als Dante das erzählte, sagte auch sein Gesichtsausdruck: Tja.
Denn für die Gladbacher war es ja auch ein merkwürdiges Spiel. Es gab eine Menge Komplimente nach der Partie, und wer noch nicht vergessen hat, wie oft sich Gladbach vor einem Jahr wie von allen guten Geistern verlassen hat, kann nicht hoch genug bewerten, wie schnell und gründlich Trainer Lucien Favre die Mannschaft vom Kopf auf die Füße gestellt hat.
Lob von Rangnick
Auch gestern trug die Borussia viel zu einem guten Spiel bei. „Hut ab vor Gladbach“, lobte Schalkes Trainer Ralf Rangnick, „es ist klasse, wie das Team versucht, jede Situation fußballerisch zu lösen.“
Das funktionierte gestern vor allem vor der Pause. Gladbach spielte, so lange beim überragenden Marco Reus die Kräfte reichten, schnell und direkt bis vor den Schalker Strafraum. Danach fehlte es zu oft an der Präzision beim letzten Pass oder es war einfach ein Pass zuviel: „Wir haben zu kompliziert gespielt“, nickte Lucien Favre, „wir waren nicht schlecht, aber Schalke hat verdient gewonnen.“
"Hätten gerne etwas mitgenommen"
Das brachte die Sache ziemlich genau auf den Punkt – und Borussias Spieler zu diesem Gesichtsausdruck, der unentwegt „Tja“ zu sagen schien. Das Team hatte durchaus ordentliche Chancen durch Juan Arango und Mike Hanke. Aber was half es: Gladbachs halbe Mannschaft kratzte sich nach der Partie am Kopf und wusste nicht so recht, ob sie die gute Leistung und die gewaltigen Fortschritte der letzten Monate betonen oder sich über das 0:1 ärgern sollte. Am Ende überwog dann doch der Ärger. „Jaja“, sagte Filip Daems leicht säuerlich, „unser Start ist nicht schlecht, aber wir hätten hier gerne etwas mitgenommen.“
So blieben ein guter Eindruck und zwei nette Begegnungen: Die zwischen Raul und Dante ist bekannt, die andere verlegten Alexander Baumjohann und Lucien Favre am Ende hinter die Kabinentür: Kurz vor Schluss war der Schalker an der Seitenlinie ungestüm in den Trainer gerasselt. „Hätte ich als Spieler vielleicht genau so gemacht“, sagte Favre, und fügte versöhnlich an: „Er war später in der Kabine, es ist alles okay.“ Und dabei sah er fast so aus, als wolle er sagen: Tja.

08:02
EIn echt kurzweiliges Spiel mit einer überragenden Schalker Mannschaft und einer tollen Leistung von Galdbach. Konnte man sich al Gladbach-Fan echt gut angucken! Trotz der Niederlage überwiegt bei mir immernoch ein gutes Gefühl. Und zwar aus dem Grunde, dass wir wirklich attraktiven Fußball spielen und auch zu wahnsinnig guten Tormöglichkeiten kommen. Schalke war gestern eben die bessere Mannschaft. Es kann nicht immer klappen. Aber ich bin guter Dinge, dass BMG in dieser Saison weitaus mehr Ruhe haben wird, als es in der letzten Spielzeit der Fall war!
Gratulation S04 und Weiter so Gladbach! Ihr macht richtig Spaß!!! Jetzt in 2 Wochen gegen Klautern nachlegen...
02:20
Mal ehrlich, wenn man verloren hat, überwiegt doch immer der Ärger, oder?
Sonst würde doch irgendwas nicht stimmen.
Und wenn bei Gladbach jetzt auch die letzten Pässe traumwandlerisch sicher ankämen, würde ich mich tatsächlich fragen, ob wir alle in der letzten Saison veräppelt worden sind.
Der letzte Pass ist nunmal der entscheidende, aber auch der am schwersten zu spielende.
Das Problem haben die Gladbacher mit eigentlich jeder anderen Fussballmannschaft gemein. Schön ist allerdings, dass mittlerweile BIS zum letzten Pass sehr ansehnlich gekickt wird.
Chapeau, Lucien Favre!