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Aus Gladbachs Dante wird im Sportstudio Dantsch

11.09.2011 | 13:29 Uhr
Aus Gladbachs Dante wird im Sportstudio Dantsch
Dante im Spiel gegen den 1.FC Kaiserslautern. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Mainz.  Eine Borussia ist die Überraschungsmannschaft der Bundesliga. Aber in dieser Saison ist es nicht die Borussia aus Dortmund, sondern die Fohlen aus Gladbach. Innenverteidiger Dante war deshalb Gast im Sportstudio.

Borussia Mönchengladbachs Innenverteidiger hat derzeit gut lachen - und das kann Dante neben Fußball spielen besonders gut. Eigentlich hat der Brasilianer schon seit Ende Mai gut lachen.

Denn keine Mannschaft der Fußball-Bundesliga hat einen vergleichbaren Aufschwung erlebt: Von einem tot gesagten Absteiger über die Relegationsspiele bis hin auf den dritten Tabellenplatz – Champions League. Die Gladbacher Borussia hat nach dem 1:0-Sieg gegen Kaiserslautern schon zehn Punkte auf dem Konto. So viel, wie in der kompletten Hinrunde 2010.

Gladbachs Erfolgsachse

Dante ist daran nicht ganz unbeteiligt. Der brasilianische Abwehrspieler, einst mit lockiger Haarpracht, hält die Gladbacher Defensive zusammen und setzt zusammen mit der Achse aus André ter Stegen und Marco Reus die Forderungen von Trainer Lucien Favre perfekt um.

Im ZDF-Sportstudio erzählte Dante, warum die Fohlen einen derartigen Aufschwung erleben. „Es ist ein Traum für den Verein, für uns Spieler und die Fans“, sagt Dante im perfekten Giovane-Elber-Deutsch und mit einem Grinsen bis über beide Ohren. „Aber wir müssen ruhig weiterarbeiten, denn wir haben ja erst den fünften Spieltag.“

Dante im Sportstudio mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Foto: Imago

Ruhig arbeiten ist die Philosophie von Dantes Trainer Favre. Der Schweizer Coach übernahm die Borussia in fast aussichtsloser Position und sollte als Perspektivtrainer eine Mannschaft für die Zukunft am Niederrhein aufbauen. Die Zukunft ist die Gegenwart. Favre und Dante, der in der vergangenen Horrorsaison lange verletzt war, stabilisierten die Abwehr und machten aus der „Schießbude der Liga“ mit 65 Gegentoren eine diszipliniert spielende Mannschaft, in der elf Spieler auf dem Platz konzentriert gegen den Ball arbeiten. Nur drei Gegentore in dieser Saison sind der Lohn für diese Arbeit.

Jeden Tag Vollgas

„Ich habe viel Komplimente für Favre“, sagt Dante im Sportstudio. Der Trainer habe die Mannschaft motiviert, seine Philosophie erklärt und verständlich gemacht und seinen Spielern Selbstvertrauen gegeben. „Er ist gekommen mit dem Ziel, jeden Tag Vollgas zu geben“, seine taktischen Vorgaben hätten dafür gesorgt, dass Gladbach jetzt defensiv stabil ist. „Das hat er super gemacht“, lobt der 27-Jährige.

Gladbach besiegt Lautern

Auch Gladbachs Torwart habe enormen Anteil an dem Höhenflug der Fohlen. „Ich habe keine Worte für ter Stegen“, so Dante – was soviel heißen soll, dass der Brasilianer fast sprachlos ist zur starken Leistung des erst 19-jährigen Schlussmanns. Ein paar Worte findet Dante dann aber doch noch und prophezeit dem jungen Torwart eine baldige Karriere in der Nationalmannschaft. „Ich kenne keinen Spieler mit so viel Talent und mit so eine Persönlichkeit, der noch so jung ist“, lobte Dante seinen Mitspieler.

Traum von der WM im eigenen Land

Dante besitzt auch Talent. Viel Talent. Und der Abwehrchef der Borussia hat auch Persönlichkeit. So ein Spieler schafft es eigentlich in die Nationalmannschaft. Und das ist Dantes großer Traum. Der Traum von der WM im eigenen Land – deshalb hatte Dante nach der vergangenen Saison mit einem Wechsel geliebäugelt, um seine Chancen auf die brasilianische Nationalmannschaft zu erhöhen.

Aber Gladbachs Sympathieträger ist geblieben und steht mit der Borussia eventuell vor einer sorgenfreien Saison. Und vielleicht bleibt Gladbach die Überraschungsmannschaft der Liga und beißt sich auf einem internationalen Rang fest. Dann könnte sich eventuell auch der größte Traum des Brasilianers erfüllen: Der Traum von der Teilnahme mit der Seleção an der WM im eigenen Land. Und dann erklärte Dante noch, dass sein Name in Brasilien eigentlich „Dantsch“ ausgesprochen wird. Vielleicht hört man das im Jahr 2014 bei der WM in seiner Heimat häufiger.

David Nienhaus

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