"Ängstliche" Gladbacher gehen in Rom unter

Candreva bejubelt das 1:0 für Lazio, Gladbachs Stranzl ist fassungslos.
Candreva bejubelt das 1:0 für Lazio, Gladbachs Stranzl ist fassungslos.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Borussia Mönchengladbach ist als erste deutsche Mannschaft aus dem Europapokal geflogen. Nach dem 3:3 gegen Lazio im Hinspiel, unterlagen die Fohlen mit 0:2 in Rom. Sportdirektor Marx Eberl kritisierte die "ängstliche" Vorstellung seiner Kicker.

Rom.. Aus der Traum. Nach dem 0:2 bei Lazio Rom endete das Europapokal-Abenteuer von Borussia Mönchengladbach in der "ewigen Stadt". Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre schaffte es nicht, die "unglaubliche Unterstützung" der 10.000 mitgereisten Gladbach-Fans auf den Platz zu bringen. Die Fohlen offenbarten große individuelle Schwächen und waren "ängstlich wie die Igel vor der Schlange." (Max Eberl)

Dominguez' Fehler leitet die Niederlage ein

Von Beginn an war klar, wie die Rollenverteilung in der Partie sein sollte: Lazio wartete ab und die Gäste waren gezwungen, das Spiel zu machen. Gladbach ließ den Ball laufen, agierte zuerst selbstsicher. Und schläfrig - vielleicht bedingte sich das gegenseitig. Einen Allerweltspass von Martin Stranzl nahm Alvaro Dominguez auf die leichte Schulter. Antonio Candreva antizipierte die Situation, luchste dem Spanier den Ball ab und ließ Nationaltorwart Marc-André ter Stegen keine Chance im Tor der Borussia. Dieses 1:0 war "ein Schlag vor die Schnauze" (Eberl), denn erneut brachte ein individueller Fehler Mönchengladbach auf die Verliererstraße. Und bei dem einen sollte es nicht bleiben.

Europa League Nach einer halben Stunde waren wieder ein Spanier und Gladbachs Schlussmann die Protagonisten. Der aufgerückte Stefan Radu bekam nur Geleitschutz vom Duo Stranzl und Tony Jantschke. Seinen satten Schuss aus 17 Metern konnte ter Stegen nur noch abklatschen, dort stand Dominguez' Landsmann Alvaro Gonzáles ebenso goldrichtig wie abgeklärt. Locker schob er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Lazio führte nach 33. Minuten mit 2:0 und die Messe in der Papst-Stadt war gelesen.

Erster Torschuss der Fohlen nach 65 Minuten

Die zweite Hälfte offenbarte die andere große Baustelle des Favre-Teams. So sehr die unerklärlichen Patzer der Mannschaft schaden, so problematisch ist auch das eigene Spiel nach vorne. Der Bundesligist wirkte überfordert damit, eigene Torchancen zu kreieren und der Tabellenvierten der italienischen Liga musste noch mal der landestypische Catenaccio auspacken. Sogar die lautstarken Fans vom Niederrhein bedachten ihr Team mit Hohn. Den ersten(!) eigenen Torschuss in der 65. Minute feierten die Anhänger spöttisch.

Borussia Mönchengladbach wirkte in Rom über die gesamte Spielzeit überfordert und kann sich nun voll und ganz auf den nationalen Wettbewerb konzentrieren. Borussia Dortmund bestraft individuelle Fehler genauso gnadenlos wie die Italiener.