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Absurde Selbstinszenierung Effenbergs

03.05.2011 | 11:30 Uhr
Absurde Selbstinszenierung Effenbergs

Mönchengladbach.  An die 40 Journalisten und noch einmal halb so viele Kamerateams und Fotografen kamen zur Pressekonferenz der Initiative Borussia, die teils zu einer absurden Selbstinitiierung ihres Rädelsführers Stefan Effenberg verkam.

Das Dutzend Fans musste noch etwas ausharren vor dem Mönchengladbacher Dorint-Hotel, um mit seiner Aktion die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen. „Initiative? Nein danke!“ hatten sie auf ein gut fünf Meter breites Plakat geschrieben und damit ihre ablehnende Haltung zur geplanten Machtübernahme im Verein durch die „Initiative Borussia“ zum Ausdruck gebracht. Bevor deren Mitglieder aber das Hotel verließen, bilanzierten sie ihren Auftritt bei der Pressekonferenz, auf der die Initiative ihre künftige Führungsmannschaft von Borussia Mönchengladbach vorstellen wollte – und die zu einer teils absurden Selbstinszenierung ihres Rädelsführers Stefan Effenberg verkam.

An die 40 Journalisten und noch einmal halb so viele Kamerateams und Fotografen hatten sich im vierten Stock in den zusammen gelegten Konferenzräumen „Bunter Garten“ I und II eingefunden. Und etwa genauso viele Sympathisanten der Initiative wohnten der Pressekonferenz nicht nur bei – sie stellten sogar Fragen und attackierten die derzeit Handelnden der Borussia, Präsident Rolf Königs und Sportdirektor Max Eberl.

Beim Vorletzten der Bundesliga passieren gerade einmalige Dinge, denn noch nie zuvor hat sich bei einem anderen Verein eine Gruppe gebildet, die alle aktuellen Amt- und Würdenträger auf einen Schlag austauschen und so die Geschicke des Klubs übernehmen möchte. Dazu müssen am 29. Mai zwei Drittel der anwesenden Borussia-Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung einer Satzungsänderung zustimmen, um den Weg frei zu machen für die Abwahl von Königs und Co.. Danach möchte Effenberg Vorsitzender der Geschäftsführung und Sportdirektor werden, Horst Köppel soll als neuer Präsident fungieren . „Ich bin absolut davon überzeugt, das wir das schaffen“, sagt Effenberg immer wieder, „absolut.“

Köppel nur eine Randerscheinung

Köppel ist bei dieser geplanten Revolution nur eine Randerscheinung. Effenberg, der Tiger, der die Raute im Herzen trägt und noch als Spieler dabei war, als die Fohlen 1996 letztmals einen einstelligen Tabellenplatz erreichten, will mit seiner Strahlkraft Gladbach wieder in bessere Zeiten führen. „Durch meinen Namen und meine Beziehungen haben wir viele Möglichkeiten, den Verein zu verbessern“, sagt Effenberg und bekommt Beifall von den Anhängern der Initiative.

Bei seinen Ausführungen wird Effenberg immer wieder scharf und spitzzüngig („Ich bin einer, der aufsteht und mit anpackt, anstatt in Interviews zu behaupten, alles zu können“). Max Eberl habe gut gearbeitet, sagt der 43-Jährige, „aber nicht gut genug.“ Immerhin muss Lucien Favre wohl nicht um seinen Trainerposten fürchten, sollte der 35-fache Nationalspieler künftig das Sagen haben. „Wenn er schon zu Saisonbeginn da gewesen wäre, würden wir jetzt hier sitzen und jubeln.“ Dass die Verkündung seiner Pläne den Spielern im Abstiegskampf nicht gelegen käme, wiegelt Effenberg ab: „Manchmal muss man sich reiben, um Leistung zu erzeugen.“

Effe ohne Erfahrung

Ob die Revolte Erfolg hat, wird sich Ende des Monats zeigen. Die Ankündigung von Fanprojektsprecher Matthias Neumann , „niemand will die totale Revolution“, lässt Effenberg kalt. Er und seine Mitstreiter gehen von „90 Prozent Zustimmung unter den Fans“ aus. In den Verein müsse mehr sportliche Kompetenz Einzug halten. „Ich habe viele gute Freunde, mit denen ich im wirtschaftlichen und sportlichen Bereich austausche“, verkündet er stolz und führt seine „big buddies“ Rudi Völler und Reiner Calmund als Beleg an. Effenberg setzt künftig auf einen Sportbeirat, dafür sei er ausschließlich mit „absoluten Top-Leuten“ im Gespräch. Horst Köppel kennt schon deren Namen, dieses Team habe „die sportliche Kompetenz wir kein anderes in der Bundesliga“.

Favoritenschreck

Kleinlaut wird Effenberg nur einmal. Als er nämlich gefragt wird, welche Erfahrung er mitbringe. „Gar keine“, antwortet Effenberg.

Andreas Berten

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Kommentare
05.05.2011
08:33
Absurde Selbstinszenierung Effenbergs
von Noch50Jahre | #8

Stefan Effenberg ist ein Bayern-Spieler, gebürtig in Hamburg, der schlappe 3 Jahre in Gladbach gespielt hat. In dieser Zeit hat er mit der Gladbacher Mannschaft einmal den DFB-Pokal geholt wenn ich mich nicht irre. Dann verließ er die Provinz, die ihm aufeinmal so am Herzen liegt und zog in die große, weite Welt. Alles blanke Veräppelung, bei der es ums bloße Geld geht. Schönen Gruß aus Dortmund.

04.05.2011
12:41
Absurde Selbstinitiierung Effenbergs
von Noch50Jahre | #7

Effenberg, dieser gute Fußballer, Erfinder des Stinkefingers und charakterlich ... Ehemann von Frau Strunz, periodisch guter Freund seiner Nachbarin, der hat Langeweile und reißt sich ´mal eben Borussia Gladbach unter den Nagel? Fehlt nur noch der andere Bayer Loddar. Was sagen eigentlich Heynckes, Hacki Wimmer und ein paar echte Gladbacher? Wenn ihr die Truppe in euren Verein lasst, dann seid ihr wahrscheinlich selber schuld. Viel Glück. Ihr werdet es sicherlich brauchen.

04.05.2011
10:54
Absurde Selbstinitiierung Effenbergs
von miriam.lessmann | #6

Effenberg und das Wort Strahlkraft in einem Satz, ein denkwürdiger Tag.

Es geht mir furchtbar auf die Nerven, dass sich eine Reihe Ehemaliger für die große Revolution rüsten und das ohne Plan (mit den guten Freunden alleine läuft das nicht) und Erfahrung (!).

Sollte Effenberg wirklich gewählt werden, dann gnade uns Gott. Das ist doch nichts anderes als peinliche Effekthascherei.

04.05.2011
10:11
Absurde Selbstinitiierung Effenbergs
von Sigi_Sauer | #5

Effenberg, ist das nicht der Typ, der den Gruß der Jugend von Heute erfunden hat?

04.05.2011
09:34
Gladbachs Fanprojekt geht auf Distanz zu Effenberg
von kuckma | #4

Kann es sein, dass der Autor eher eine Selbstinszenierung meinte...?

Initiierung bedeutet m.E. eher initiativ werden, etwas starten...im Zusammenhang mit Selbst fluppt das Wort irgendwie nicht und wenn das ein (witziges) Wortspiel sein soll, dann ist das bei mir nicht angekommen...

Zur Sache: kommt mir vor wie die Kremers-Präsidentschaft bei Schalke...

03.05.2011
23:31
Absurde Selbstinitiierung Effenbergs
von dummmberger | #3

Dass Köppel diese Revolte mitmacht, ist zumindest verständlich. Dem beliebten und erfolgreichen Trainer wurde damals bei seiner Entlasung tatsächlich übel mitgespielt.
Leider merkt er nicht, dass er hier als Mittel zum Zweck missbraucht wird. Stinkstiefel Effe brauchte halt einen Sympathieträger und da kam Köppel gerade recht.

Wer in einer solchen Phase, in der Verein ncoh 2 Spiele Zeit hat, den drohenden Abstieg abzuwenden, so eine Revolte startet, kann nicht erwarten, dass man ihm die Sorge um den Verein wirklich abnimmt.

03.05.2011
14:27
Gladbachs Fanprojekt geht auf Distanz zu Effenberg
von MeidericherJung | #2

Ich als Kölner würde sagen: der war doch auch über Jahre ein Bayer....Also schön überlegen, ob er der Richtige ist.;-))

03.05.2011
13:59
Gladbachs Fanprojekt geht auf Distanz zu Effenberg
von sordini | #1

kann Herr Effenberg unfallfrei und unter Wahrung minimaler sozialer Umgangsformen eine Tüte Milch kaufen? Verfügt er über einen anderen Zeichensatz als den Zeichensatz des Zeichensetzens? Reicht es aber, immer wieder in Pöbeleien verwickelt zu werden und zu fordern, es sei nun an der Zeit ein Zeichen zu setzen, um einen Fußballverein zu führen? Oder eine Tüte Milch zu kaufen? Man muss den Mitgliedern des VfL Borussia bei den anstehenden Wahlen einen klaren Kopf und alles Gute wünschen!

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