Gladbach gegen Dortmund - Suche nach der wahren Borussia
29.11.2011 | 22:54 Uhr 2011-11-29T22:54:33+0100
Essen. Wenn der Bundesliga-Tabellenführer aus Dortmund am Samstag zum Gipfeltreffen beim Verfolger in Mönchengladbach antritt, geht es auch um das Prestige. Fußballfans wie Peer Steinbrück haben mit ihrer Vorliebe zu kämpfen.
Er ist, kein Zweifel, Borusse durch und durch: Peer Steinbrück, früherer Ministerpräsident, ehemaliger Finanzminister, vielleicht zukünftiger SPD-Kanzlerkandidat – aber aktuell im Aufsichtsrat der Dortmunder Borussia .
Wenn der Bundesliga-Tabellenführer am Samstag zum Gipfeltreffen beim Verfolger aus Mönchengladbach antritt, ist es auch das Duell um den Status als die wahre Borussia: Eine banale Frage? Vielleicht – aber auch ein kniffliger Fall, erst recht für Steinbrück.
Steinbrück sah „Jahrhundertspiel“
Denn der 64-Jährige gebürtige Hamburger hat nie ein Hehl aus seiner tiefen Zuneigung zur Gladbacher Borussia gemacht. Vor drei Jahren etwa, zum Wiederaufstieg, schrieb Steinbrück in einem Namensbeitrag für die „Welt am Sonntag“ eine Eloge auf den Klub vom Niederrhein und erinnerte mit gefühligen Worten an den Pokalsieg 1973 und das legendäre Netzer-Tor: „Wenn ich die Augen schließe und nach dem idealen Augenblick eines Gladbacher Fanlebens suche, fallen mir diese Sekunden ein. Wahrlich großes Theater. Ein Jahrhundertspiel.“ Das war es auch.
Aber derartige Momente hat auch der Dortmunder Borusse zuhauf. Und für den offensiven Fohlen-Fußball der 1970er-Jahre, der damals nicht nur Steinbrück entzückte, steht in der modernen Form ganz sicher auch die Dortmunder Borussia. So gesehen steht Steinbrück beim Meister auf der Seite der Gewinner. Und wer ist nun die wahre Borussia?
VfL Borussia neun Jahre vor BVB gegründet
Die historisch besseren Argumente haben ganz sicher die Gladbacher auf ihrer Seite. Denn der VfL Borussia wurde am 1. August 1900 gegründet, satte neun Jahre vor der Entstehung des BVB.
Doch nicht nur im 20. Jahrhundert haben die Gladbacher die Nase vorn, auch im 21. Jahrhundert war der Klub vom Niederrhein schneller. Wer im weltweiten Netz die Adresse „www.borussia.de“ eingibt, landet auf der Vereins-Homepage der Gladbacher. Die Seite „www.diewahreborussia.de“ führt zum ersten Sponsoren-Fanclub der Bundesliga – nach Gladbach.
Dafür liegen die Dortmunder im Ranking der Internet-Suchmaschine „Google“ ebenso vor dem Konkurrenten wie bei den TV-Quoten des Abo-Senders Sky, wo der BVB im Schnitt 320.000 Zuseher hat, während die Gladbacher „nur“ eine Viertelmillion Menschen vor den Fernseher locken. Ach ja, das wahre Borussia ist natürlich Preußen. Dort sangen sie schon 1820 in ihrer Nationalhymne, zu Ehren des König Friedrich Wilhelm III, das Lied „Borussia“ mit dem Refrain: „Groß, unbezwungen steht es da: Es ist dein Volk, Borussia!“
17:33
...und wir schwören Stein und Bein, auf die Elf vom Niederrhein.....
21:30
Es ist seit 111 Jahren so und wird nie anders sein, die einzig wahre Borussia kommt nur vom Niederrhein!!
19:14
Die wahre Borussia kommt einzig aus DORTMUND
„EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT!"
Sportliche Grüße!
17:48
Das Leben ist kein Ponyhof, aber die Fohlen werden am Samstag endlich mal einen richtigen Gegner bekommen :-)
Zuhause haben die z.B. gegen Vizekusen und Stussgarten nur Unentschieden gespielt und völlig Latte, ob Reus jetzt die Hufe verletzt hat und spielt oder nicht mitspielt, ich lehne mich mal ganz gewagt aus dem Fenster und rechne, bei einer ähnlich offensiven Aufstellung wie gegen S 04, mit einem gepflegten, aber hart umkämpften 1:3.
Glück AUF
Hmmm auswärts haben die gegen Hopps Heim und Hannover verloren - wird Zeit dass die endlich mal wieder eine richtigen Gegner bekommen :-)
3 Tore kassierte die wahre Borussia nicht mehr seit jenem schönen Tag im Februar als ich den Lucien Favre sah...
Also es wird hart, es wird knapp und es wird ein tolles Spiel und es endet....
2:1 .............
16:11
Wird am Samstag bestimmt ein heißes Match.
Irgendwie liegen uns die Gladbacher nicht so richtig.
Hoffe auf einen Sieg, mit nem Punkt wär ich aber auch zufrieden.
14:22
Und wo bleibt Borussia Neunkirchen?
11:36
Frage mich wirklich was dieser Kommentar soll. Hätte der Schreiber mal ein bisschen recherchiert ,wie oft der BVB Meister ,CL-Sieger ,El- Sieger ,Weltpokal -Sieger war,
so erübrigt sich diese Frage. ES GIBT NUE EINE BORUSSIA:::::::::: BORUSSIA DORTMUND !!!!!!!!!!
@Berlin89 Wenigstens am Anfang bin ich mit dir einer Meinung ein relativ sinnfreier Kommentar.
Allerdings wohl kaum wegen der Anzahl irgendwelcher Meisterschaften...
Dortmund hat 2 Meisterschaften und einen CL Titel mehr als Gladbach und jetzt? Mir fällt spontan das unseriöse wirtschaften von Herrn Meier ein und Meisterschaften und CL mit Beigeschmack - das kann heute bei aller berechtigten Euphorie um den BvB schon mal vergessen.
Die wahre Borussia kommt für jeden von der Seite auf der er steht - für mich eben vom Niederrhein.
@jameiker
Beigeschmack kannst Du Dir herbeireden, wie Du willst. Informier dich besser, bevor Du solche Statements abgibst. Der CL-Sieg war 1997. Der Größenwahn bei Niebaum und Co setzte erst nach dem Börsengang ein, also im neuen Jahrtausend. Und da fällt auch nur EINE Meisterschaft darunter. Und für uns zählt die genauso. Wir machen den Schalkern ihre Titel ja auch nicht madig, obwohl sie seltsamerweise alle zwischen 1933-45 gewonnen wurden.
Berlin89 hat also völlig recht.
Also Herr Meier wurde meines Erachtens 1989/90 Manager das BvB. Ab diesem Zeitpunkt wurden mit hohem Risiko und ausserhalb dessen was ich der BvB eigentlich hätte leisten können Spieler verpflichtet, dies führte dann nach dem Börsengang zum Zusammenbruch - der Größenwahn -wie du es nennst war aber schon vorher da. Sehr gut erinnere ich mich an die Verpflichtung eines gewissen Heiko Herrlich(1995).
Meine Borussia hebt sich gerade im finanziellen Gebaren beachtlich von Vereinen wie früher Dortmund oder heute Schalke und Köln ab - so bleibt für mich ein Beigeschmack.
Wenn ich durch diesen Kommentar irgendjemandem den Titel madig gemacht haben sollte, dann tut es mir leid, informieren muss ich mich aber nun wirklich nicht besser, ich würde selbiges über alle Titel von Real Madrid oder dem CF Barcelona sagen, in dieser Hinsicht ist z.B. der FC Bayern ein absolutes Vorbild.
Man sieht immer wieder an Usern wie Jameiker, dass sie nicht viel "BVB-Wissen" besitzen, sonst könnten sie nicht derartige unsachlichen Behauptungen aufstellen (wie er es hier macht).
HagenBorusse liegt völlig richtig. Der Börsengang und die Neuausrichtung zu Beginn des neuen Jahrtausend bilden die Zäsur.
RÜCKBLICK:
Am 29. Juni 1986 wurde Gerd Niebaum Präsident des BVB, und zwar als der Verein wirtschaftlich vor dem Konkurs und sportlich kurz vor dem Abstieg aus der Bundesliga stand.
Erster Höhepunkt der Niebaum-Ära war der DFB-Pokalsieg 1989. Manager Meier holte 1991 den völlig unbekannten Ottmar Hitzfeld als Trainer zu den Schwarz-Gelben. Der wurde bekanntlich zum Glücksfall für den BVB (UND später für den FC Bayern!).
Mit Ottmar Hitzfeld begann eine sechsjährige Erfolgsstory. Gleich im ersten Jahr fehlten nur vier Minuten zum Gewinn der deutschen Meisterschaft. Unter Präsident Gerd Niebaum hatte Borussia Dortmund eine enorme wirtschaftliche Kraft entwickelt. Werder Bremens Manager Willi Lemke meinte 1993 in einer Einstufung der Bundesligisten: „Klare Nummer 1 von Finanzkraft und wirtschaftlicher Potenz her ist Borussia Dortmund“ (siehe Schulze-Marmeling, Der Ruhm, der Traum und das Geld", Göttingen, Verlag Die Werkstatt, 1994).
Das Erreichen des UEFA-Pokal-Finales 1993 gegen Juventus Turin spülte 25 Millionen Mark in die ohnehin schon prall gefüllten BVB-Kassen.
Dr. Gerd Niebaum äußerte sich erst kürzlich zum Erfolg in den 90-ziger Jahren wie folgt:
Niebaum: „Einer der Schlüssel (für den Erfolg) war, endlich Kontinuität auf der Trainerposition zu bekommen. Früher war die Verweildauer eines Dortmund-Trainers kaum länger als eine Saison. Ottmar Hitzfeld war sechs Jahre tätig. Die gesamte Erfolgsgeschichte ist zudem in Etappen zu sehen. Als wir 1989 den Pokal gewonnen haben, waren noch nicht die ganz großen Summen im Spiel. Wir haben zwar den 19-jährigen Andreas Möller für zwei Millionen Mark geholt, das war damals eine ordentliche Stange Geld. Die Rückholaktion der "Italiener" wie Karl-Heinz Riedle, Matthias Sammer, Stefan Reuter oder Jürgen Kohler gelang dank des spektakulären UEFA-Cup-Jahres 1993, wo wir leidenschaftlich bis ins Pokalendspiel gegen Juventus Turin stürmten. Da haben wir den gesamten Fernsehtopf leer gemacht und dieses Geld in sportliche Substanz reinvestiert. Dadurch wurde der Grundstein für die folgenden zwei Meisterschaften und den Gewinn der Champions League gelegt.“
Jeder vernünftige Mensch erkennt HIER Ursache und Wirkung!!!!!
Nur die üblichen Hetzer –wie User Paul Matich – können sportliche Erfolge des Rivalen aus Dortmund nicht anerkennen und pöbeln und nutzen jede Gelegenheit zu provozieren.
Unter Niebaums Führung errang Borussia Dortmund drei deutsche Meisterschaften, den DFB-Pokal, die Champions League sowie den Weltpokal. Mit dieser Ansammlung von Titeln dürfte Gerd Niebaum zu den erfolgreichsten Präsidenten eines Fussballvereins in Europa gehören. In den ersten 23 Bundesligajahren von 1963 bis 1986 führten nicht weniger als neun Präsidenten den BVB. Von 1986 bis 2004 war es nur Dr. Gerd Niebaum. Das ist wohl der eindrucksvollste Nachweis seiner Kompetenz.
Sicher gab es auch gravierende Fehler um die Jahrtausendwende. Und dazu äußerte sich Dr. Niebaum jüngst: „Auch Anfang des Jahrtausends war es noch so, dass man erfahrene, gestandene Spieler brauchte. Wir hatten, was den Etat angeht, eine anspruchsvolle Mannschaft zu unterhalten. Zudem haben wir entschieden, dass wir ohne öffentliche Zuschüsse von Land, Bund und Kommune das Stadion aufstocken, was einem Neubau glich. Dazu haben wir 180 Millionen Euro in die Hand genommen. Das ist ein Kraftakt, der in der Rückschau sehr groß war und unter dem wir gelitten haben...!“
Und weiter sagt er im Interview am 21.10.2010: „Hätten wir das Stadion nicht aus eigener Kraft umgebaut, wären wir nicht in diese Schwierigkeiten geraten. Das ist meine feste Überzeugung. Was man aber auch sehen muss: Der Ausbau des Stadions und die Finanzkrise sind insgesamt geschultert worden. Es hat hierzu erhebliche Kraftakte von zahlreichen Personen bedurft. Auch ist den Fans, was ich persönlich sehr bedauere, am Ende eine Leidenszeit zugemutet worden. Immerhin aber hat sich der Verein am Ende behauptet. Das Stadion, das manche für das schönste in Europa halten, steht und die Mannschaft ist wieder wettbewerbsfähig.“
Der Börsengang ist auch vor dem Hintergrund des Stadionbaus und den damit verbundenen Summen zu sehen.
Niebaum selbst sagt dazu: „ Wir wollten unsere Stellung, die wir in den 1990er Jahren erworben hatten, durch den Börsengang festigen. Damals gab es positive Beispiele in England. Allgemein wurde gesagt, dass endlich auch ein deutscher Verein den Sprung an die Börse wagen sollte. Bayern München hatte, soweit ich weiß, eine zeitlang ebenfalls den Plan, an die Börse zu gehen. Uns wurde von allen Seiten gesagt, dass wir als bundesweit beliebter Traditionsverein alle Voraussetzungen für einen Börsengang mitbringen. Dann haben wir es eben versucht. Ein solches Konstrukt hat immer Vor- und Nachteile.“ Soweit Niebaum!
Was die „Ära Niebaum“ letztendlich rückblickend bedeutet, bleibt jedem selbst überlassen. Doch sollten sich alle Kritiker davor hüten grundsätzlich alles schlecht zu reden, was Manager Meier und Präsident Gerd Niebaum für den BVB positiv geleistet haben! Deshalb gilt auch diesem Fall: „EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT!"
Und Matthias Sammer äußerte sich ebenfalls dazu in einer großen deutschen Boulevardzeitung:
„Niemand sollte bitte vergessen, dass Gerd Niebaum dem Verein in seinen 20 Jahren als Präsident sehr viel gegeben und fast aus dem Nichts große Erfolge ermöglicht hat. Diese werden immer ein Bestandteil der Tradition von Borussia Dortmund sein und den Briefkopf zieren. Immerhin sind Weltpokal- und Champions-League-Sieg 1997, die Deutschen Meisterschaften 1995, 1996 und 2002 sowie der DFB-Pokalsieg 1989 in seine Amtszeit gefallen......Bis heute gebührt ihm trotzdem höchste Dankbarkeit. Und nicht diese Respektlosigkeit, wie sie ihm entgegen gebracht wird!“ Soweit Matthias Sammer!
Sportliche Grüße!
Wer die wahe Borussia ist...kein Thema...guckt mal auf die Sterne auf dem Trikot...denkt auch daran, wer wen 12:0 weg geballert hat....oder denkt dran, wer nur mit Glück seine Lizenz hat, obwohl man hätte zwangsabsteigen müssen...und wer sich eben seine kleinen Erfolge nur mit hohen Schulden erkauft hat....da gibt es nur eine Antwort auf diese Frage ;-)
Hoffentlich schlägt das Gute das Böse wieder...wie am letzten Karsamstag ;-)
@schwarzgelbesMaskottchen
Vielen Dank, für die ausführlichen Ausführungen. Ehre, wem Ehre gebührt. Und ja auch als Gladbach-Fan respektiere und achte ich die Erfolge des BvB, insbesondere die letzte Meisterschaft.
Aber wie man sich in seinen Ausführungen dann auf jemanden wie Herrn Niebaum bezieht, der den Verein sehenden Auges vor die Wand fuhr ist mir ein Rätsel.
Und eine Sache glaube ich nicht - die im Jahre 2004 angelaufenen Schulden stammten nicht nur aus den 3 Jahren davor seit der BvB eine Kommanditgesellschaft wurde. Und warum glaube ich das nicht - mir sind z.B. noch solche Sätze von Herrn Niebaum im Ohr :
„Die Preise auf dem großen europäischen Markt werden von AC Mailand, Juventus Turin oder den großen englischen Klubs bestimmt. Dort kennen wir die Marktverhältnisse genau. In diesem Getriebe ist der FC Bayern, bei allem Respekt, nur ein kleines Rädchen“, erklärte BVB-Präsident Gerd Niebaum." (1996)
Die meine These nicht beweisen, aber zeigen können, woher mein Gedankengang kommt. Ich gestehe ein, dass ich möglicherweise ganz falsch liege, da ich tatsächlich nicht über fundamentales BvB-Wissen verfüge (warum auch?) -
Spielt so weiter Fußball wie zuletzt und ich freue mich mit Euch, wenn ihr nach der Niederlage in Gladbach 5:0 gegen Marseille gewinnt.
In diesem Sinne auf ein gutes Spiel und mit sportlichem Gruß
Jameiker