Futsal-Regeln erhitzen die Gemüter im Hallenfußball

Ohne Bande, mit kleinerem Ball auf Handballtore: Das ist Futsal.
Ohne Bande, mit kleinerem Ball auf Handballtore: Das ist Futsal.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Ab 2016 soll im Hallenfußball nach den Futsal-Regeln gespielt werden. Die Verantwortlichen kochen vor Wut, aber ein Kompromiss scheint möglich.

Essen.. Die Hallenstadtmeisterschaften sind das liebste Kind des Essener Amateurfußballs. Das zeigte sich am Finalwochenende in der Halle am Hallo, als sich Niederwenigern den Titel sicherte. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir mal so einen großen Zuschauerzuspruch hatten“, freut sich Mitorganisator Günther Oberholz.

Das Fazit von Oberholz fällt rundum positiv aus. Seine Laune verschlechtert sich jedoch abrupt, wenn er ans kommende Jahr denkt. Denn der DFB hat beschlossen, dass – eigentlich schon seit dem 1. Januar diesen Jahres – Fußball in der Halle nur noch nach Futsal-Regeln gespielt werden darf. Was unter den Amateurvereinen und den Kickern einen Sturm der Entrüstung hervorruft. Schließlich unterscheiden sich die Futsal-Regeln ganz erheblich von denen des herkömmlichen Hallenfußballs.

Das Organisatorenteam der Essener Hallenstadtmeisterschaft hat deshalb zusammen mit den Essener Vereinen eine Petition gestartet, damit sie „ihren“ Hallenfußball auch in Zukunft weiterspielen können.

Vereine wollen stärker in Entscheidung eingebunden werden

Allerdings zeichnet sich bereits ein Kompromiss ab. Denn wie Thorsten Flügel, Kreisvorsitzender des Kreises Essen Nordwest, erklärt: „Die Futsal-Regeln gelten für den Futsal-Ligabetrieb. Regeln für die Turniere gibt es noch gar nicht. Dazu erarbeitet aktuell der Verbands-Fußballausschuss des Fußballverbandes Niederrheins einen Vorschlag.“ In diesem sollen die Vorzüge beider Sportarten miteinander verbunden werden. Durchaus möglich also, dass in der Halle weiterhin auf E-Jugendtore und mit Bande gespielt wird.

Pro & Contra Das wäre auch Günther Oberholz wichtig: „In der Frühphase unseres Turniers in den 90ern haben wir teilweise auf Handballtore gespielt. Das war grausam, weil kaum Tore gefallen sind. Die Leute wollen aber ein 5:5 oder ein 8:8 sehen.“ Ein Kompromiss wäre demnach im Sinne der Organisatoren und Vereine. „Wenn dieser Kompromiss dazu führt, dass die Veranstaltung sich verbessert. Und wenn die Vereine in diese Überlegungen mit eingebunden werden“, so Oberholz weiter. Gerade an der Kommunikation von Verbandsseite mit den Klubs haperte es zuletzt, weshalb diese sich übergangen fühlen.

Die Spieler haben derweil auch eine klare Meinung. Etwa Ilias Elouriachi, Torschützenkönig der diesjährigen Hallenstadtmeisterschaft: „Ich mache so viele Tore über die Bande. Hallenfußball ohne Bande wäre für mich gar nicht denkbar.“