Diesmal heißt es bei der WM wieder - Sieg vor Schönheit

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin fiebern die Fans mit der Nationalmannschaft.
Vor dem Brandenburger Tor in Berlin fiebern die Fans mit der Nationalmannschaft.
Foto: Daniel Bockwoldt
Was wir bereits wissen
Deutsche Fans, denen erfolgreicher Fußball zu wenig ist, sind womöglich patriotischer eingestellt als jene, denen der Weg zum Titel egal ist. Weil sie möchten, dass ihr Land – wie seit 2006 geschehen – im Ausland wegen seines Fußballs auch geliebt und nicht nur respektiert wird. Ein Kommentar.

Essen.. Je weiter ein Fußballteam bei einer WM kommt, umso mehr ist kollektiver Jubel angesagt. Wer nicht mitzieht, bekommt Probleme. Läuft doch jeder, der im Erfolgsrausch nüchtern bleibt, Gefahr, als Miesepeter dazustehen. Weil sich Freude und Kritik ausschließen? Kaum. Eher schon, weil Kritikern per se unterstellt wird, nach dem Haar in der Suppe zu suchen.

Dabei sind deutsche Fans, denen erfolgreicher Fußball zu wenig ist, womöglich patriotischer eingestellt als jene, denen der Weg zum Titel egal ist. Weil sie möchten, dass ihr Land – wie seit 2006 geschehen – im Ausland wegen seines Fußballs auch geliebt und nicht nur respektiert wird. Dass beides geht, hat zuletzt Spanien vorgemacht.

Hauptsache erstmal den Titel holen

Weil gleichwohl die deutsche Sehnsucht nach einem Titel verständlich ist, könnten wir uns ja darauf verständigen: Jetzt gewinnen wir erstmal die WM, und danach nehmen wir wieder den früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss beim Wort, der jungen Rekruten einmal zurief: „Nun siegt mal schön.“