Für U21-Trainer Hrubesch geht ein Traum in Erfüllung

Geschafft: Horst Hrubesch freut sich nach dem Sprung ins EM-Halbfinale mit dem Dortmunder Matthias Ginter.
Geschafft: Horst Hrubesch freut sich nach dem Sprung ins EM-Halbfinale mit dem Dortmunder Matthias Ginter.
Foto: imago/Jan Huebner
Was wir bereits wissen
Der DFB-Juniorentrainer freut sich nach dem Sprung ins EM-Halbfinale auf die Olympischen Spiele 2016. Aber nicht alle Spieler wollen nach Rio.

Prag.. Für einen Augenblick wirkte Horst Hrubesch, als kenne er diesen Film. „Mensch, das war ja alles fast so wie 2009“, sagte der Trainer der U21-Nationalelf nach dem 1:1 gegen Tschechien, das die deutsche Mannschaft am Dienstagabend ins Halbfinale der EM brachte. Schon damals, vor sechs Jahren in Schweden, hatte Hrubesch gezittert: In drei Gruppenspielen war seine Mannschaft nicht wirklich souverän gewesen, es war ein Steigerungslauf in kurzen Etappen, am Ende stand der Titel. Auch jetzt lief nicht alles optimal, es geht zwar ins Halbfinale nach Olmütz, aber nur als Gruppenzweiter.

Schnell hatte Hrubesch den wechselhaften Aufritt 2015 abgehakt. Und ein Geheimnis nahm er noch mit: Warum er Max Meyer nach einer erneut schwachen Leistung auf dem Feld ließ, warum er den Abfall in seinem Mittelfeld tolerierte. Sicher, eine Steigerung müsse her im nächsten Spiel, das meinte nicht nur Hrubesch; alle seine Spieler waren sich einig. Und doch wurde gefeiert.

Das wahre Traumziel heißt EM

Denn sie haben sich ja nicht nur für die Runde der letzten Vier qualifiziert, das Remis gegen die Gastgeber war gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Rio. Einmal, so Hrubesch, wolle er dort teilnehmen, der letzte Traum eines Mannes, der als Fußballer sehr viel und als Junioren-Trainer fast alles gewonnen hat.

U21-EM Und nicht nur Hrubesch freut sich. Emre Can, der Mittelfeldspieler aus Liverpool, er überschlug sich regelrecht: „Darauf habe ich sehr viel Bock, nicht nur ein bisschen. Das waren wir auch unserem Trainer schuldig. Er wollte unbedingt zu den Olympischen Spielen.“

Kevin Volland träumt eher von der EM

Olympia – der Traum eines jeden Sportlers? Am Tag darauf sah die Sache zumindest bei einigen schon wieder anders aus. Kevin Volland ließ gar keinen Zweifel daran, dass Sportler und Fußballer zwar prinzipiell zur gleichen Spezies gehören, dass aber der Profikicker ein wenig gleicher ist. Olympia also: Volland wirkte nicht, als könne man ihn guten Gewissens nachts wecken, um die Nachricht von einer Olympia-Nominierung zu überbringen: „Die EM, das ist ein Kindheitstraum von mir.“

Kommentar Und auch Hrubesch würde sich nicht querstellen, wenn einer wie Volland mit zur EM will: „Die Absprachen sind klar, wir sind uns da einig. Wenn einer in die A-Nationalmannschaft will, dann bin ich der letzte,der es verhindert.“

Aber vielleicht entspannt sich die ganze Sache ja auch noch ein wenig. Vor ein paar Tagen gab es die Nachricht, dass Philipp Lahm und Per Mertesacker olympische Atmosphäre schnuppern möchten. Hrubesch winkte ab: Da könne er ja auch noch mitspielen. Olympia als eine Art Lebenswerk-Oscar für Altgediente – das ist mit ihm nicht zu machen. Und erstmal wartet da ja auch noch ein Halbfinale bei dieser EM...