Das aktuelle Wetter NRW 1°C
Fußball

Friedrich: Fußfessel-Einsatz denkbar

01.06.2012 | 14:14 Uhr

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hält in der Debatte um Gewalt in Fußball-Stadien an seinem harten Kurs fest und schließt selbst den Einsatz von Fußfesseln nicht mehr aus.

Berlin (SID) - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hält in der Debatte um Gewalt in Fußball-Stadien an seinem harten Kurs fest und schließt selbst den Einsatz von Fußfesseln nicht mehr aus. "Ich bin immer dafür, dass wir die Instrumentarien möglichst so ausweiten, dass wir auch in Extremfällen reagieren können", sagte der 55-Jährige angesprochen auf die umstrittene Maßnahme dem rbb-Inforadio.

Friedrich wies aber auch darauf hin, dass der Einsatz der Fußfesseln nur in extremen Fällen möglich sei. "Dies wäre natürlich ein sehr starker Eingriff in den präventiven Bereich", sagte der CSU-Politiker dem TV-Sender ntv. Zudem müssten dafür "erst die Gesetze geändert werden, insbesondere das Polizeiaufgabengesetz".

Friedrich wohnte als Gast auch der Innenministerkonferenz (IMK) im mecklenburgischen Land Fleesensee bei, die das Thema "Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen" als einen Schwerpunkt hatte. Als Ergebnis der dreitägigen Sitzung forderten die Innenminister der Länder die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf, die Handlungsempfehlungen der Task Force Sicherheit (bessere Videotechnik, qualifiziertere Ordnungskräfte, etc.) konsequenter umzusetzen und vor allem das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion stärker zu sanktionieren.

Auch wollen die Länder ein Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr und in den Zügen der Deutschen Bahn durchsetzen. Verabschiedet haben sich die Innenminister von dem Plan, Gesichtsscanner an den Stadioneingängen einzusetzen. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier begründete dies unter anderem mit Einwänden der deutschen Datenschützer.

"Ich erwarte, dass die Vereine deutlich mehr für die Sicherheit tun. Die Konzepte liegen auf dem Tisch. Bei deren Umsetzung gibt es aber noch erhebliche Defizite", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger.

Die Politiker forderten die DFL auch auf, die Mehreinnahmen durch die neuen Fußballübertragungsrechte zur Finanzierung von Fanprojekten zu verwenden. Sollten die Forderungen der IMK nicht umgesetzt werden, behalten sich die Innenminister vor, auch eine finanzielle Beteiligung der Vereine für entstehende Zusatzkosten bei der Gewährleistung der Sicherheit zu prüfen.

Zu mehr Sachlichkeit in der Debatte riefen indes die Fanbeauftragten von acht Fußball-Bundesligisten auf. "Wir treten mit Nachdruck für eine Versachlichung der Diskussion, eine Abkehr vom Populismus und die gemeinsame Arbeit an Lösungen für die wirklich vorherrschenden Probleme ein", hieß es in einer Mitteilung.

Die von einigen Politikern geforderte Abschaffung von Stehplätzen wiesen die Fanbeauftragten zurück: "Stehplätze haben in Deutschland eine lange Tradition, sie sind wichtig für die soziale Gleichheit im Stadion und erfüllen damit eine wichtige gesellschaftliche Funktion."

Die Bundesliga-Vertreter unterstrichen, dass die deutschen Stadien weiterhin zu den sichersten Arenen Europas gehörten und kritisierten den hysterischen Ton, den die Diskussion habe. "Alle Seiten fühlen sich in einem Handlungszwang, der zu überstürzten und nicht überlegten Handlungen führen kann, die uns, dem Fußball und am Ende auch der Gesellschaft schaden."

sid

Facebook
Kommentare
Umfrage
1:0 gegen Gladbach - War das die Trendwende für den BVB?

1:0 gegen Gladbach - War das die Trendwende für den BVB?

So haben unsere Leser abgestimmt

Abwarten. Die Chancenverwertung war immer noch nicht die eines Top-Teams.
33%
Ja. Dortmund musste sich einfach mal belohnen. Das wird den Knoten gelöst haben.
33%
Nein. Gladbach hat an diesem Tag unterirdisch gespielt. Und hat durch ein Eigentor geholfen.
33%
2402 abgegebene Stimmen
 
Aus dem Ressort
Erfolgreiches Stevens-Debüt - VfB zerlegt Freiburg mit 4:1
Bundesliga
Bei der Rückkehr von Trainer Huub Stevens ist Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart der angestrebte Befreiungsschlag gelungen. Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie setzten sich die Schwaben am Freitagabend mit 4:1 (1:1) beim SC Freiburg durch und verließen vorerst den letzten Tabellenplatz.
Stevens & Co.: Das Wagnis mit den Trainer-Rückkehrern
Fußball
Huub Stevens, Jupp Heynckes oder Felix Magath: Die Rückbesinnung auf den Ex hat auch in der jüngeren Geschichte der Fußball-Bundesliga fast schon Tradition. Trainer kommen und gehen - und in manchen Fällen kommen sie sogar ein zweites Mal zu ihrem früheren Verein.
Bayern mit Zahlen der Superlative - Beifall für Hoeneß
Fußball
Rekordumsatz, größter Sportverein der Welt und Ovationen für den inhaftierten Uli Hoeneß: Bei der ersten Jahreshauptversammlung nach der Präsidenten-Ära von Hoeneß hat sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag groß gefeiert.
FC Bayern mit Zahlen der Superlative - Beifall für Hoeneß
FC Bayern
Jede Menge Pathos und Tränen gab es vor einem Jahr - bei der ersten Jahreshauptversammlung nach der Inhaftierung von Uli Hoeneß ging es beim FC Bayern weitaus weniger emotional zu. Imposanter denn je waren die Zahlen, mit denen der Club in neue Dimensionen vorstieß.
Schalke ist gegen Mainz auf Wiedergutmachung aus
Vorschau
Vier Tage nach dem 0:5 gegen Chelsea trifft Schalke an diesem Samstag (15.30 Uhr) in der Arena auf Mainz 05. Die Spieler sollen die Suppe, die sie sich eingebrockt haben, wieder auslöffeln. Trainer Roberto Di Matteo weiß: „Der Funke muss von der Mannschaft kommen.“