Sasic nach WM-Aus untröstlich - Neid blickt nach vorn

Untröstlich: Celia Sasic (r.) helfen nach ihrem verschossenen Elfmeter und dem WM-Halbfinal-Aus gegen die USA auch die Worte von Teamkollegin Simone Laudehr nichts.
Untröstlich: Celia Sasic (r.) helfen nach ihrem verschossenen Elfmeter und dem WM-Halbfinal-Aus gegen die USA auch die Worte von Teamkollegin Simone Laudehr nichts.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Nach dem geplatzten WM-Traum wollen die deutschen Fußballerinnen den Blick schnell wieder nach vorn richten. Untröstlich war Sasic trotzdem.

Montreal.. Der leere Blick und die Tränen in den Augen sagten alles über den Gemütszustand von Celia Sasic. "Ich fühle mich beschissen", bekräftigte die sonstige Frohnatur nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Frauen im Halbfinale gegen die USA. Mit einem verschossenen Elfmeter leitete die Stürmerin die 0:2-Niederlage am Dienstagabend (Ortszeit) ein und wurde damit zur tragischen Figur. "Ich hätte es mir auch anders gewünscht", stammelte die sichtlich mitgenommene Torjägerin.

Beim Viertelfinal-Drama mit Happy End gegen Frankreich hatte Sasic gleich zweimal vom Punkt getroffen - erst kurz vor Schluss zum 1:1-Ausgleich, dann als letzte deutsche Schützin im Elfmeterschießen. Auch gegen die US-Girls wählte sie in der 60. Minute beim Stande von 0:0 die linke Ecke, doch der Ball zischte zum Entsetzen der 27-Jährigen und ihrer Teamkolleginnen am Pfosten vorbei.

Dzsenifer Marozsan: "Alle haben versucht, Celia zu trösten"

Frauenfußball-WM "Der Elfmeter war eine riesengroße Chance. Es tut mir so leid. Vielleicht wäre das Spiel dann anders ausgegangen. Ich wollte das Ding einfach rein machen. Das hat leider nicht geklappt", beschrieb Sasic die fatale Szene.

Vorwürfe gab es danach keine, dafür umso mehr Zuspruch. "Celia ist nicht schuld daran, dass wir verloren haben. Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Alle haben versucht, Celia zu trösten", sagte Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsan.

Neid und Angerer wollen die WM unbedingt mit Platz drei abschließen

Bundestrainerin Silvia Neid fühlte ebenfalls mit Sasic: "Wir bauen sie natürlich auf. Sie hat gegen Frankreich zwei Elfmeter verwandelt, mit ihr sind wir ins Halbfinale gekommen. Dieses Mal hat sie halt mal nicht getroffen. Das ist so im Sport und das wird sie auch bis Samstag verdaut haben." Dann hofft der Europameister im Spiel um Platz drei am Samstag in Edmonton (22 Uhr/ MESZ) auf einen versöhnlichen Abschluss.

Auch Silvia Neids Blick richtete sich schon bald auf das kleine Finale, auch wenn es nur ein kleiner Trost ist. "Es ist ganz gut, dass man noch einmal ein Spiel hat", sagt die Bundestrainerin. Auch Torfrau Nadine Angerer nahm den Kopf schon wieder ein Stückchen höher: "Wir haben eine sehr gute WM gespielt und es verdient, den dritten Platz zu erringen."

Frauenfußball-WM Unabhängig vom Ausgang der Partie bleibt die WM für Sasic aber eine Unvollendete in ihrer ansonsten glanzvollen Vita. 2007 war sie beim Triumph der DFB-Auswahl in China wegen eines Schienbeinbruchs nicht dabei, 2011 konnte sie bei der Heim-Endrunde das frühe Aus im Viertelfinale nicht verhindern. Ob es einen vierten Anlauf 2019 geben wird, steht in den Sternen.

Sasic winkt noch der Titel als WM-Torschützenkönigin

Mit ihrer kurz vor der WM publik gewordenen Vertragskündigung beim Champions-League-Sieger 1. FFC Frankfurt befeuerte Sasic, die in bisher 110 Länderspielen 63 Tore erzielte, Spekulationen um ein baldiges Karriereende. Entsprechende Nachfragen wehrte sie seither ab. Eine Entscheidung soll nach der WM fallen.

Ihre, zumindest für die Öffentlichkeit, ungewisse Zukunft schien Sasic bei der Endrunde in Kanada nicht belastet zu haben. Trotz des Aussetzers vom Punkt stehen immerhin sechs Treffer auf ihrem Konto - damit winkt ihr zumindest der Titel der WM-Torschützenkönigin. (dpa)