Der Kampf der DFB-Frauen gegen die Vorurteile

DFB-Star Tabea Kemme im Duell gegen Schweden.
DFB-Star Tabea Kemme im Duell gegen Schweden.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Deutschlands Fußball-Frauen stürmen in Kanada Richtung WM-Titel, sechs Millionen sehen das 4:1 gegen Schweden. Probleme hat der Sport dennoch.

Essen.. Der Frauenfußball hat in den vergangenen Jahren im Eiltempo viele Probleme überwunden. Eines dieser Probleme hält sich jedoch hartnäckig: Diskussionen über Frauenfußball werden oft dogmatisch geführt.

Frauen-WM Niemand würde etwas sagen, wenn man sich keine Rollhockey-Weltmeisterschaft anschaut. Doch beim Frauenfußball laufen die Gespräche während der WM anders. Entweder: Man ist für Frauenfußball. Oder: Man ist gegen Frauenfußball. Dann ist man in den Augen der anderen Seite wahlweise diskriminierend, frauenfeindlich oder ignorant.

Woher kommt die Schärfe der Diskussion? Offensichtlich aus der Geschichte, denn Frauenfußball hat gerade in den Anfangsjahren mit einer Menge Vorurteilen leben müssen. Die Wunden waren tief, und sie schmerzen noch heute.

Kanada-WM ist TV-technisch günstig platziert

Dabei hat sich der Frauenfußball gerade bei den großen Turnieren wie Europa- und Weltmeisterschaft längst etabliert. Nehmen wir das Beispiel dieser WM in Kanada. Die Konkurrenz im Sport ist gering, keine Olympischen Spiele, keine Fußball-Bundesliga, die Frauen rücken in den Blickpunkt.

Frauen-WM Es ist ähnlich wie beim Skispringen im Winter. Während der Vierschanzen-Tournee läuft kaum ein anderer Sport, und plötzlich schaut Deutschland Skispringen. Deshalb wird Deutschland keine Nation der Skispringer, aber das Zuschauen bringt einfach Spaß.

Sechs Millionen sahen Sieg gegen Schweden

Genau wie die WM im Frauenfußball. Das Auftreten des Teams macht Laune, über manch’ verunglückte Parade der Torhüterinnen lässt sich diskutieren, das Turnier geht in seine spannende Phase und reißt mit.

Sechs Millionen saßen in Deutschland beim 4:1-Sieg gegen Schweden vor dem Fernseher. Am Freitag beim Viertelfinale wird diese Zahl steigen. Ein weitererer Schritt weg von der dogmatischen Diskussion hin zur Normalität. Gut so.