Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Frauen-Nationalmannschaft

Bundestrainerin Silvia Neid lobt Alexandra Popp

17.02.2010 | 15:32 Uhr
Bundestrainerin Silvia Neid lobt Alexandra Popp

Gevelsberg/Duisburg.Man stutzt einen kurzen Augenblick. „Es herrscht eine super Stimmung bei den Mädels“, sagt Alexandra Popp. Die Mädels, das sind Weltmeisterinnen wie Nadine Angerer, Kerstin Garefrekes oder Birgit Prinz. Und die, die sich so kumpelhaft über die Stars äußert, ist eine Gevelsbergerin, zarte 18 Jahre jung.

Warum Popp so locker über die besten deutschen Fußballerinnen spricht? Weil sie mittlerweile selbst zur balltretenden Elite zählt. Zum einen als Stammkraft des Bundesligisten FCR 2001 Duisburg, zum anderen als Nationalspielerin, die heute Nachmittag im Länderspiel gegen Nordkorea (16.30 Uhr live in der ARD) ihre Premiere in der Elf von Bundestrainerin Silvia Neid feiern dürfte.

Alexandra Popp.

Als extrovertiert, selbstbewusst und offen wird Alexandra Popp gerne beschrieben. Und als nicht auf den Mund gefallen. Doch als sie vor wenigen Wochen im Trainingslager der U20-Nationalmannschaft über die Nominierung informiert wurde, verschlug es ihr die Sprache. „Mir fehlten die Worte. Ich konnte absolut nichts sagen“, blickt sie zurück. Kein flapsiger Spruch, nichts - Popp reagierte mit ungewöhnlicher Stille.

Dass die Duisburger Abwehrspielerin zum Algarve-Cup (24. Februar bis 3. März) mit nach Portugal fliegt, stand schon länger fest. Aber das Länderspiel gegen Nordkorea? Die Jubiläumspartie von Birgit Prinz (200. Einsatz) ausgerechnet in „ihrer“ Stadt Duisburg? „Es könnte ein Traumdebüt vor der Haustür werden“, sagt Popp.

Zehn Jahre ging sie bei ihrem Heimatverein FC Silschede auf Torejagd, ehe der Weg über die Station 1. FFC Recklinghausen 2008 zum amtierenden UEFA-Cup- und DFB-Pokalsieger führte. In Duisburg spielte sich die Schülerin der Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen, die mit dem Bundesligisten FC Schalke 04 kooperiert, schnell in die Mannschaft, nutzte ihre Chance als Lira Bajramaj verletzt ausfiel und erarbeitete sich einen Stammplatz.

Toreschießen macht einfach Spaß

Besonders ihre Flexibilität macht Alexandra Popp, die seit einer Ernährungsumstellung vor einigen Monaten athletischer und spritziger wirkt, so wertvoll. Während sie im Verein in der Vierer-Abwehrkette eingesetzt wird, darf sie unter DFB-Trainerin Maren Meinert in der U20-Nationalmannschaft in der Spitze ran. „Ich komme ja gebürtig aus dem Sturm“, sagt sie lachend. Bundestrainerin Silvia Neid testet sie deshalb in dem seit Sonntag andauernden Lehrgang sowohl vorne als auch hinten. „Am liebsten spiele ich natürlich im Angriff“, erzählt Popp und liefert eine für sie typische Erklärung: „Das Toreschießen macht einfach mehr Spaß.“

Ob ihr heute die Ausfälle der verletzten Abwehrspielerin Annike Krahn und der ebenfalls angeschlagenen EM-Torschützenkönigin Inka Grings, beides übrigens Mannschaftskameradinnen von Popp in Duisburg, zum Debüt im Nationaldress verhelfen, weiß die Gevelsbergerin nicht. „Silvia Neid hat mir noch nicht mitgeteilt, ob ich eventuell eingewechselt werde“, erklärt sie.

Die Bundestrainerin sagt aber: „Wir werden sicherlich einige Spielerinnen ausprobieren.“ Und speziell zu Alexandra Popp: „Sie ist uns in jüngster Vergangenheit sehr positiv aufgefallen, sie hat sich gut entwickelt. Jetzt wollen wir sehen, wie sie ins A-Team reinpasst, ob sie das Tempo auf dieser Ebene schon mitgehen kann.“

Falk Blesken

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3420894/create

Aktuelle Fotos und Videos
0:1-Niederlage
Bildgalerie
Fotostrecke
Die Fußball-Botschafterin
Bildgalerie
Fotostrecke
DFB-Damen siegen
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Vanessa Wahlen ist die erste Neue beim FCR 2001 Duisburg
Frauenfußball
16-Jährige kommt von Bayer Leverkusen zurück und erhält einen Vierjahresvertrag. Die Portugiesin Dolores Silva hat um zwei Jahre verlängert. Am Montag Saisonabschluss beim 1. FFC Frankfurt.
FCR 2001 Duisburg stellt noch einmal ein Quintett
Frauenfußball
Fünf Spielerinnen des aktuellen Bundesliga-Dritten wurden für das Länderspiel gegen Rumänien nominiert. In solcher Stärke wird der Verein demnächst wohl kaum noch vertreten sein.