Wir können Fußball spielen!
13.11.2007 | 22:36 Uhr 2007-11-13T22:36:00+0100Fortuna-Test: Starke erste Halbzeit gegen 1.FC Köln bescherte Interimstrainer Wolf Werner einen guten Einstand.
Ein rheinisches Fußball-Derby bietet in der Regel Platz für Scherze. Selbst, wenn es sich nur um einen Testkick handelt. Wie gestern Abend. Jener Witzbold, der den Spielbericht mit der Hand ausgefüllt hatte, muss beim Eintrag in die Gegnerspalte offenbar an Flocken gedacht haben. Und kritzelte, kein Witz, „1. FC Kölln” hinein. Es handelte sich später auf dem regennassen Geläuf des Paul-Janes-Stadions allerdings tatsächlich um die Daum'schen Balltreter aus Liga zwei. Die bescherten Fortuna-Interimstrainer Wolf Werner ein günstiges Debüt. Der Regionalliga-Dritte siegte, nach dem Wechsel etwas glücklich, mit 3:2 (3:0).
Fortuna-Spielmacher wurde in Duisburg bei der Generalversammlung gewählt
Fortuna-Spielmacher Markus Anfang bleibt als Vertreter der Regionalliga Nord im Spielerrat der Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV). Der Blondschopf wurde im Rahmen der VDV-Generalversammlung in Duisburg als einer von sieben Kickern des Spielerrates wiedergewählt. Präsident ist Florian Gothe (ehemals VfL Bochum), die Stellvertreter sind Carsten Ramelow (Bayer Leverkusen) und der am Montagabend einstimmig im Amt bestätigte Ex-Dortmunder Christoph Metzelder (Real Madrid).
„Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Fußball spielen kann”, fasste Werner mit einem leichten Grinsen zusammen. Viereinhalb Jahre hatte der langjährige Bremer nicht mehr verantwortlich an der Linie gestanden. Im Winter 2003 war Werder-Jugendchef Werner für den nach Schalke wandernden Frank Neubarth bei der Regionalliga-Reserve eingesprungen. Sein gestriges Comeback umschrieb der 65-Jährige nüchtern: „Es war nass!”
Die Trainerentlassung von Uwe Weidemann am Montagmorgen war gestern unter den 2612 Hartgesottenen bei strömendem Regen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt optisch und akustisch kein Thema mehr.
Was auch am fulminanten Start ins Match lag. Torjäger Axel Lawaree machte das, was die Anhänger gern öfter sehen wollen. Nach nicht einmal 30 Spielsekunden nutzte der Belgier eine Abstimmungsschwierigkeit im Kölner Strafraum zur Führung. Sein später an ihm selbst von Nickering verschuldeter Foulelfmeter und ein Dropkick-Geschoss des sonst blassen Erste-Halbzeit-Spielmachers Ken Asaeda sorgten für ein strahlendes 3:0.
Dass der Faden nach der Pause verloren ging, schob Werner nicht nur seinen acht Auswechslungen zu. „Wir haben mit jugendlichem Leichtsinn zwei Kontertore kassiert”, fand der Trainer. Und monierte, dass die Viererkette zweimal unaufgeräumt agierte.
Das Positive überwog klar. Die Fortunen wirkten engagierter und zielstrebiger. Spielten auch simpler. Davon profitierte Torjäger Laware´e. „Wir sollten ihn nicht mit hohen Bällen füttern, wenn die Gegenspieler zwei Köpfe größer sind”, meinte Werner. Und mahnte: „Ball flach halten!” Was nach dem bedeutungsarmen Regenmatch ganz allgemein gelten sollte bei Fortuna.
Pech hatte übrigens Robert Palikuca bei einem Kopfball stieß der Ex-St.-Paulianer mit einem Geißbock zusammen, zog sich ein „Horn” an der Stirn zu und musste mit Verdacht auf leichte Gehirnerschütterung vorzeitig vom Platz. Sein Einsatz am Sonntag im Regionalliga-Match beim SV Babelsberg 03 sollte, so Fortuna-„Doc” Ulf Blecker, aber nicht gefährdet sein.
Vor dem Anpfiff hatte bereits Robert Krecidlo wegen einer leichten Oberschenkelzerrung passen müssen.
Das Spiel in der StatistikFortuna: Ratajczak – Hergesell (63. Heidinger), Palikuca (76. Caspari), Spier, Cakir (63. Abelski) – de Cock (46. Costa) – Klimczok (46. Hampel), Asaeda (46. Anfang), Christ (46. Zivic) – Cebe (86. van den Bergh), Lawaree (46. Kastrati).Köln: Paucken (46. Kessler) - Matip, Özat (46. Schöneberg), Alpay (46. Gambino), Scherz, Helmes (46. Cullmann), Broich (69. Andre), Nickenig (46. Hartmann), Antar, Ehret, Mitreski.Schiedsrichter: Bandurski (Essen).Zuschauer: 2612.Tore: 1:0 (1.) Lawaree, 2:0 (39.) Lawaree (Foulelfmeter), 3:0 (43.) Asaeda, 3:1 (69.) Hartmann, 3:2 (70.) Scherz.
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