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Fortuna-Trainingslager in Bitburg

Wenn der Traum für Sehnsucht sorgt

10.07.2009 | 23:00 Uhr

Der Kenianer George Owino Audi hofft auf ein Engagement in Europa.

Es hat etwas von einer kleinen, unangenehmen Zwickmühle in der George Owino Audi („Audschie” ausgesprochen) derzeit steckt. Der Innenverteidiger aus Kenia spielt aktuell auf Probe bei den Zweitliga-Aufsteigern der Fortuna vor, würde gerne einen Vertrag ergattern. „Es ist mein Traum, in Europa Fußball zu spielen”, sagt der im Gespräch schüchtern wirkende Kicker.

Zurückhaltend trat Audi bislang auch in den Testspielen der Fortuna auf. Einerseits hat er offenbar Angst davor, mit Fehlern sein Engagement in Europa zu torpedieren.

Andererseits, und das wird scheinbar zur persönlichen Zwickmühle, plagen im „Traumland” ein Kulturschock und die Sehnsucht nach der Familie. Was den 28-Jährigen offenbar ein wenig hemmt. Ehefrau Hamdi und die sechs Monate alte Tochter Malia warten im heimischen Nairobi auf Nachrichten aus der Ferne. Jeden zweiten Tag wird miteinander telefoniert.

Familie soll im Erfolgsfall nach Düsseldorf kommen

„Ich vermisse die beiden sehr”, bekennt Audi. „Mit dem Verein habe ich schon abgesprochen, dass sie sofort nach Düsseldorf kommen dürfen, wenn ich denn einen Vertrag bekomme.”

Neben der Sehnsucht nach der Familie bereitet aber auch die Umstellung auf die neue Umgebung Probleme. Audi war noch nie zuvor in Europa. Aus der stets etwas lauten und chaotischen, rund 2,75 Millionen Einwohner zählenden Metropole Nairobi landete Audi für zwei Tage im Hotel an der Stockumer Arena.

Dann ging es direkt zum Trainingslager in Bitburg. Die eher schmucklose Sportschule sowie die beschauliche Eifel sind so ziemlich das genaue Gegenteil von Audis Heimatstadt. „Allein die vielen Gebäude und das wirklich gute Trainingsgelände – das ist alles völlig anders als in Afrika”, sagt der Testspieler.

Auch der Fußball an sich hält einige Unterschiede bereit: „In Europa wird viel schneller gespielt. Mal abgesehen davon, dass man hier auch deutlich besser bezahlt wird.”

Im Team wurde Audi gut aufgenommen. Hinderliche Sprachbarrieren gibt es nicht. „Die meisten Spieler sprechen ja englisch. Da gibt es keine Probleme”, berichtet Audi. Trotzdem wirkt es bei den Trainingseinheiten in Bitburg immer ein wenig so, als stünde der Kenianer etwas im Abseits.

Wenn Yuki Kozo auf den Trainingsplatz trottet, lachen sich die beiden an. Der Japaner ist bei den Rot-Weißen ebenfalls im Probetraining. Und als Innenverteidiger sogar ein Konkurrent von Audi. Aber die gemeinsame Ausnahmesituation verbindet offenbar.

Es gibt keine Alternative

In den bisher absolvierten Testspielen hinterließ der 1,93 Meter lange und physisch starke Audi einen besseren Eindruck als der Kozo. Was allerdings nicht automatisch in einen Vertrag münden muss. Einen Plan B für den Fall, dass es nicht klappt, hat Audi nicht: „Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Fortuna.”

Zum Abschluss wartet Germania Teveren

TEST I: Zum Abschluss des einwöchigen Trainingslagers in der Sportschule Bitburg steht für die Zweitliga-Kicker der Fortuna noch ein Testspiel an. Am Sonntag gastieren die Rot-Weißen beim Mittelrheinligisten FC Germania Teveren. Anstoß im Heidestadion in Geilenkirchen (Am Sportplatz) ist um 17 Uhr.

TEST II: Auch die Regionalliga-Reserve der Fortuna testet ihre Form. Heute Nachmittag geht es für die „Zweite” zum zwei Klassen tiefer kickenden Niederrheinligisten FC Remscheid. Die Partie findet im altehrwürdigen Röntgenstadion an der Wupperstraße im Remscheid um 15.30 Uhr statt.

Oliver Schaal



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