Von Kritik und Selbsterkenntnis
05.02.2012 | 18:33 Uhr 2012-02-05T18:33:00+0100
Sportvorstand Wolf Werner urteilte wenig schmeichelhaft über Starttorhüter Michael Ratajczak
Treibt Fortunas Sportvorstand Wolf Werner ein gar gefährliches Spiel? Vor dem Mikrofon von Bezahlsender Sky-TV jedenfalls stärkte der 69-Jährige in der Halbzeitpause seinem bisherigen Starttorhüter Michael Ratajczak nicht gerade den Rücken. Auf die Frage, wie denn der Stand der Vertragsverhandlungen mit dem Keeper sei, erklärte Werner mit neblig-kalter Stimme: „Wir haben noch gar nicht gesprochen. Es gibt aber auch andere Spieler, die sich für einen neuen Vertrag beweisen müssen.“
Die spannenden Fragen stellen sich fast von allein: Ob Werner schon über Alternativen zu Ratajczak nachdenkt? Und: Sehen die Vorstandskollegen und Cheftrainer Norbert Meier es ebenso wie Werner? Dazu: Wann bekommt Robert Almer eine Startchance?
Werners Worte waren jedenfalls so schneidig-schmerzhaft wie die Lufttemperatur in der Donau-Stadt. Man könnte auch von einem harten Urteil über den seit Sommer 2007 für die Fortuna auflaufenden Ratajczak schreiben, der in 21 Saisonpflichtspielen (18-mal zweite Liga, dreimal Pokal) hinter einer starken Defensive nur 15 Gegentore kassiert hat. Andererseits sah Ratajczak gegen Paderborn (2:3) und nun auch in Ingolstadt wenig glücklich aus.
Haltbarer Aufsetzer
Man sollte sicher keine Parallele zwischen der (zu dieser Jahreszeit normalen) Vertragssituation des Startkeepers und seiner Leistung in Ingolstadt ziehen. Und aus einem Patzer gleich eine Verunsicherung herbeidichten. Nach dem Wechsel ohne Fehl, Tadel und Wackler versuchte „Rata“ seinen offensichtlichen Patzer aus der ersten Halbzeit wettzumachen. Ikengs haltbarer Kopfballaufsetzer war dem Keeper unter dem rechten Arm hindurch gerutscht.
Eine Selbsterkenntnis kam Ratajczak hinterher in der Mixedzone nicht in den Sinn. Oder doch? „Wir wollten hier gewinnen, können aber aufgrund des Spielverlaufs auch mit einem Punkt leben“, antwortete der Torhüter auf die Frage, ob er sich über das Gegentor ärgert. Interpretieren darf das nun jeder selbst.
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