Taskin Aksoy gibt bei der Fortuna den Spielerflüsterer

Ganz nah dran an seinem Team: Fortuna-Coach Taskin Aksoy sucht oft das Gespräch mit seinen Spielern, wie hier mit Ihlas Bebou.
Ganz nah dran an seinem Team: Fortuna-Coach Taskin Aksoy sucht oft das Gespräch mit seinen Spielern, wie hier mit Ihlas Bebou.
Foto: Imago
Der Interimstrainer von Fortuna packt alle Baustellen an und zeigt immer wieder neue Facetten. Vier-Augen-Gespräche mit Dustin Bomheuer und Heinrich Schmidtgal.

Düsseldorf.. Die Baustellen beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf sind zahlreich: Mangelnde Fitness, defizitäres Umschaltspiel, Verletzungsprobleme, Defensivschwächen. Und Interimstrainer Taskin Aksoy nahm und nimmt sie alle an, versucht gar eine drohende verkorkste Spielzeit noch zu retten. Dabei schreckte der Fußball-Lehrer auch nicht vor mutigen (Personal-)Entscheidungen zurück und degradierte anfangs sogar Kapitän Adam Bodzek zum Bankdrücker.

Beim Vormittagstraining am Freitag zeigte sich schließlich eine neue Facette des ehemaligen Flingerner U-23-Übungsleiters. Als seine Mannschaft die erste von mehreren Platzrunden zu drehen anfing, holte sich der 47-Jährige Dustin Bomheuer an seine Seite zu einem Vier-Augen-Gespräch. In der ihm typischen ruhigen, sachlichen Art redete Aksoy minutenlang mit dem Innenverteidiger. Szenen wie diese verdeutlichen: Aksoy ist auch ein Spielerflüsterer!

Offene Zukunft am Saisonende

Unmittelbar nach den gestrigen Übungseinheiten bat er mit Heinrich Schmidtgal einen weiteren Spieler zum persönlichen Gespräch. Auffällig, dass Aksoy ausgerechnet mit zwei Akteuren die Unterredung suchte, deren Fortuna-Zukunft am Saisonende vorbei ist. Die auslaufenden Verträge des Defensiv-Duos wurden nicht verlängert. Möglicherweise sprach Aksoy beiden noch einmal Mut zu und appellierte daran, weiterhin alles für die Flingerner zu geben. Für Bomheuer geht es vor allem darum, Spielpraxis zu sammeln – wie zuletzt beim jüngsten 1:1-Remis im Geheimtest gegen Drittligist Arminia Bielefeld.

Nicht auszuschließen, dass Bomheuer sogar noch Wettkampfpraxis sammeln darf. Nach der Innenbanddehnung im Knie von Kapitän Adam Bodzek und seinem daraus resultierenden wochenlangen Ausfall könnten sich seine Einsatzchancen leicht verbessert haben.

Doch Bomheuer selbst zeigt sich, wohl auch bedingt durch seine negativen Erfahrungen unter Ex-Coach Oliver Reck, pessimistisch: „Ich bin Innenverteidiger Nummer vier. Nach der Verletzung von Adam bin ich Nummer drei. Und wenn noch einer ausfällt, spiele ich.“ An einer sportlichen Entscheidung zu seinen Gunsten glaubt Bomheuer, zumindest bei Fortuna, nicht mehr. Dabei wäre doch gerade Aksoy prädestiniert dafür, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Warum also nicht zugunsten von Bomheuer und zum Leidwesen von Bruno Soares oder Jonathan Tah?

Am Ende wird Trainer Aksoy sicherlich wissen, wer in der Lage ist, Fortuna in den kommenden Spielen weiterzuhelfen. Denn er ist der Spielerflüsterer.

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