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3. Fußball-Liga

Schiri-Kritik galt nicht als Alibi

02.11.2008 | 20:49 Uhr
Schiri-Kritik galt nicht als Alibi

Berlin. Einige Entscheidungen von Holger Henschel waren fragwürdig, aber Fortuna spielte beim 0:1 in Berlin in der ersten halben Stunde auch schwach. Kopfballtreffer von Göhlert entschied die Partie. Fabian Hergesell sah die Gelb-Rote Karte.

Auch mit geballter Offensive gab es für Fußball-Drittligist Fortuna am Sonntag Nachmittag nichts zu holen. Als in der Nachspielzeit der Partie bei Union Berlin sogar Keeper Michael Melka für die Standardsituationen mit nach vorne lief, befanden sich alle elf Gäste-Kicker in der Berliner Hälfte. Belohnt wurde soviel Wagemut allerdings nicht. Fortuna verlor mit 0:1 (0:0) und rutschte auf den vierten Tabellenplatz ab. Wie es zu erwarten war. Denn nach drei Partien ohne Niederlage folgte bisher stets eine Auswärtspleite: Erst in Sandhausen, dann in Emden und nun in Berlin.

Wobei es am Sonntag nicht am mangelnden Willen der Fortuna-Kicker lag. Nach schwacher Anfangsphase fanden die Gäste ins Spiel und erarbeiteten sich Chancen. Doch entweder fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. Oder Schiedsrichter Holger Henschel aus Braunschweig griff ein.

Jovanovic wurde von Menz gefoult

Erst verweigerte der Unparteiische Fortuna einen klaren Elfmeter: Jovanovic war im Strafraum von Christoph Menz gefoult worden (32.). Danach ermahnte er den Berliner Machambes Younga-Mouhani nach einem bösen Foul gegen Sebastian Heidinger nur, statt Gelb-Rot zu zeigen (64.). Dann pfiff er zwei Fortuna-Tore durch Jovanovic (76.) und Jens Langeneke (83.) wegen vermeintlicher Abseitsstellung ab. Zudem ließ Henschel weiter spielen, als ein Berliner Verteidiger eine Flanke von Claus Costa (79.) mit der Hand im eigenen Strafraum abblockte.

Fünf Situationen, die zumindest fraglich waren. Kritisieren wollte Fortuna-Coach Norbert Meier den Schiedsrichter aber nicht: „Das bringt ja nichts. Es gäbe meinen Spielern nur ein Alibi für die schwache erste halbe Stunde.”

Da fand Fortuna überhaupt nicht in die Partie. Die Gäste hatten Glück, dass sie nicht früh das 0:1 kassierten, Nico Patschinski (11./23.), Christian Stuff (15.), Torsten Mattuschka (17.) nutzten aber beste Chancen nicht.

Als dann Kapitän Andreas Lambertz mit Verdacht auf Muskelfaserriss im linken Oberschenkel ausgewechselt wurde, wachte Fortuna auf. Zunächst wurde Jovanovic im Strafraum gefoult (32.), dann verpasste Sebastian Heidinger (36.) eine Hereingabe von Jovanovic.

Fortuna schien sich gefunden zu haben, wurde dann aber für Unachtsamkeiten bestraft. Bei einer guten Konterchance, verstolperte Ahmet Cebe den Ball, Berlin griff an und holte einen Eckstoß heraus. Den ersten Versuch klärten die Flingerner noch, der zweite führte zum unglücklichen Gegentor: Daniel Göhlert (54.) hatte Michael Melka aus drei Metern so angeköpft, dass dieser sich den Ball ins eigene Tor faustete. Danach gab Fortuna zwar nicht auf, kämpfte - nach einer Gelb-Roten Karte gegen Fabian Hergesell (78.) sogar in Unterzahl - und versuchte alles. Doch es gelang nicht viel. Eben auch, weil der Schiedsrichter zum Teil fragwürdig entschied.

„Wir hatten am Anfang Schwierigkeiten”, resümierte Trainer Meier, „am Ende hat die Mannschaft aufopferungsvoll gekämpft. Wir werden an der Niederlage nicht zugrunde gehen. Wir haben Potenzial und werden das Positive mitnehmen.” Zum Beispiel, dass auf Niederlagen bisher immer drei erfolgreiche Spiele folgten.

Union: Glinker – Menz, Stuff, Göhlert – Bemben, Younga-Mouhani (65. Bönig), Kohlmann (72. Hollwitz) – Gebhardt, Mattuschka – Patschinski (84. Maek), Benyamina.

Fortuna: Melka – Halet, Cakir, Langeneke, Hergesell – Cebe, Costa (86. Kadah), Sieger (57. Christ), Lambertz (25. Heidinger) – Jovanovic, Lawarée.

Zuschauer: 9356.

Schiedsrichter: Henschel (Braunschweig).

Tor: 1:0 (55.) Göhlert.

Gelbe Karten: Younga-Mouhani, Gebhardt, Glinker – Melka (1.).

Gelb-Rote Karte: Hergesell (78.) wiederholtes Foulspiel.

Eckbälle: 11:4.

Torchancen: 8:3.

Piet Keusen

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