Sahin musste sich die Haare raufen
31.08.2008 | 19:59 Uhr 2008-08-31T19:59:00+0200Der Fortuna-Stürmer verpasste die besten Torchancen und passte beim 0:1 nicht richtig auf.
Nach 375 Minuten endeteam Sonntagnachmittag Fortunas Serie ohne Gegentore. Es war der erste von zwei Volltreffern die der SV Sandhausen gegen die Düsseldorfer Drittliga-Kicker erzielte. Neben der 0:2 (0:0)-Schlappe verloren die Rot-Weißen auch noch Fabian Hergesell. Wegen wiederholtem Foulspiel wurde der Abwehrspieler in Spielminute 82 mit gelb-roter Karte des Feldes verwiesen und muss am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Jahn Regensburg zusehen.
„Wir waren spieltechnisch nicht schlechter als unser Gegner, haben die Partie auch über weite Strecken kontrollieren können”, bilanzierte Fortuna-Trainer Norbert Meier: „Sandhausen hat seine wenigen Chancen gut genutzt, während unsere Torausbeute nicht unserem Aufwand entspricht.”
Veränderung nur auf einer Position
Der Coach hatte sein Team gegenüber dem Heimspiel gegen Unterhaching nur auf einer Position geändert. Bruno Custos besetzte die rechte Mittelfeldseite für Ahmet Cebe, der im Angriff den Platz von Deniz Kadah einnahm und neben Kenan Sahin stürmte. Dennoch mussten die Fortunen auch im Sandhausener Hardtwaldstadion wieder das alte (Klage-)Lied anstimmen. „Wir sind als Mannschaft einfach nicht torgefährlich genug”, haderte Mannschaftskapitän Jens Langeneke.
In erster Linie trifft der Satz Kenan Sahin. Der 23-jährige Türke hätte die Partie schon vor dem Seitenwechsel für die Düsseldorfer (vor-)entscheiden können. Doch gleich mehrmals verpasste der Angreifer in aussichtsreicher Situation den erfolgreichen Torabschluss. Die dickste Chance vergab Sahin in Spielminute 22, als er von Ahmet Cebe freigespielt vor dem SVS-Tor stehend aus acht Metern nur den linken Torpfosten traf. Und als Sahin nach dem Seitenwechsel endlich die weiße Kugel im Tor der Gastgeber unterbringen konnte, hatte er dabei seine Hand zur Hilfe genommen.
Das Spiel in der Statistik
SV Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Throm – Pinto (85. Mendez), Kolb, Stark, Mintzel (82. Fiesser) – Haas (59. Öztürk), Grgic.
Fortuna: Melka – Walbaum (73. Gaus) , Cakir, Langeneke, Hergesell –- Custos (64. Kadah), Christ (85. Hampel), Sieger, Caillas – Cebe, Sahin.
Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Dorum/Niedersachsen).
Zuschauer: 5250.
Tore: 1:0 (64.) Beisel, 2:0 (78.) Grgic.
Gelbe Karten: Göttlicher, Stark / Langeneke (2), Sahin, Gaus.
Gelb-Rote Karte: Hergesell (Fort. / 82.) wiederholtes Foulspiel.
Eckbälle: 7:2.
Torchancen: 4:7.
Das Unheil für die Rot-Weißen bahnte sich mit einem Lattenkopfball von SVS-Mittelfeldspieler Marco Stark (58.) an. Sechs Minuten später hatten die Gastgeber genauer gezielt. Nach einer Freistoßflanke von Alf Mintzel traf Christian Beisel freistehend aus sieben Metern per Kopf. Grund für den daneben stehenden Kenan Sahin sich die Haare zu raufen.
Trainer Meier blies danach zum Angriff. Deniz Kadah und Marcel Gaus wurden zur Stärkung der Offensive eingewechselt. Doch die Entscheidung fiel auf der anderen Seite. Mit einem sehenswerten Freistoß aus 24 Metern traf Velimir Grgic über die Abwehrmauer der Fortunen unerreichbar für Torhüter Michael Melka zum Endstand.
„Wir haben uns selbst geschlagen, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben", ärgerte sich Wolf Werner. „Wer tausend-prozentige Torchancen auf dem Fuß hat, muss sie auch nutzen, sonst hat er die Bezeichnung Stürmer nicht verdient.”
Bis Montagmittag 12 Uhr hat der sportliche Leiter der Rot-Weißen noch Zeit einen Ersatz für den zu Regionalligist Schalke 04 II zurück gekehrten Christan Erwig von einem anderen Verein zu verpflichten zu verpflichten. „Wunder dauern etwas länger”, erklärte Werner schmunzelnd und versprach: „Aber ich werde die kommende Nacht durcharbeiten.”
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