Rasant, dominant, kampfstark
07.02.2010 | 20:25 Uhr 2010-02-07T20:25:00+0100
Düsseldorf. Beim 2:0 gegen den MSV Duisburg bot Fortuna Düsseldorf eine überzeugende Leistung. Ranisav Jovanovic verletzte sich, der Duisburger Adam Bodzek sah "Gelb-Rot".
„Was ist los? Haben wir verloren oder was?”, brüllte Martin Harnik per Mikro am Sonntag Nachmittag in der Stockumer Arena in Richtung der ihm nicht laut genug reagierenden Fankurve. Nein, hatten sie nicht, die Fortuna-Kicker. Im Gegenteil! Nach einer überzeugenden Leistung gab es vor 48 250 Zuschauern in der ausverkauften Spielstätte ein verdientes 2:0 (2:0) im Zweitliga-Derby gegen den MSV Duisburg. Und nach der rhetorischen Frage des Stürmers stimmten auch die rot-weißen Anhänger lautstark in die Sieges-Humba mit ein.
Offenbar mussten die Fortuna-Fans erst noch verdauen, wie souverän die Hausherren zuvor die hoch eingeschätzten Gäste abgefertigt hatten. Die wirkten zunächst entschlossener, nach rund zehn Minuten übernahmen aber die Rot-Weißen das Kommando.
Obwohl auf zwei Positionen verändert, spielte die Mannschaft dabei wie aus einem Guss. Erwartungsgemäß ersetzte der 21-jährige Kai Schwertfeger den gelbgesperrten Christian Weber auf der rechten Abwehrseite. Vor ihm ackerte der enorm zweikampfstarke Patrick Zoundi für Sebastian Heidinger im Mittelfeld. Die Hausherren dominierten das Spielgeschehen mit enormer Laufbereitschaft, hoher Ball- und Passsicherheit sowie einem rasanten Tempo nach Belieben.
Patzer von Tom Starke
Nach einem Lattentreffer von Harnik (15.) befeuerte zwei Minuten später ein dicker Patzer von MSV-Torhüter Tom Starke den Fortuna-Auftritt zusätzlich. Mehr aus Verzweiflung hatte Andreas Lambertz aus rund 18 Metern auf dessen Gehäuse gezielt – und Starke rutschte der harmlose Schuss zum 1:0 durch die Beine ins Gehäuse. „Damit rechnet doch keine Sau, dass der 'reingeht”, bekannte „Lumpi”.
Bereits sieben Minuten später sorgte Harnik mit einem Geniestreich für den Endstand. Nach Kopfball-Vorlage von Lambertz lupfte der Angreifer den Ball über den hüftsteifen Duisburger Verteidiger Björn Schlicke und wuchtete das herunterfallende Spielgerät aus der Drehung zum 2:0 ins linke untere Eck.
Bei weiteren Torchancen vergaben die Gastgeber in der Folgezeit sogar eine noch höhere Führung. Was Trainer Norbert Meier bei aller Freude über die Leistung auch Sorgen bereitete. „Ich habe mich schon gefragt, ob wir das hohe Tempo kompensieren können”, bekannte der 51-Jährige.
Weniger forschen Auftritt verordnet
Meier verordnete deswegen in der Halbzeitpause einen etwas weniger forschen Auftritt: „Wir wollten den Gegner so weit wie möglich von unserem Tor fern halten. Das hat die Mannschaft dann gut gelöst.”
In der Tat präsentierte sich sein Team nun kämpferisch so stark wie zuvor im spielerischen Bereich. Duisburg agierte zwar entschlossener, kam aber nur zu einer „halben” Chance durch Caiuby (81.), während die Fortuna einige gefährliche Konter nicht konsequent genug ausspielte.
„Das war zu wenig”, haderte Gäste-Trainer Milan Sasic mit dem lahmen Auftritt der „Zebras”. Die schwächten sich zudem selbst, als Adam Bodzek nach Foul gegen Torsten Oehrl „Gelb-Rot” sah (78.).
Oehrl war fünf Minuten zuvor für Ranisav Jovanovic eingewechselt worden, der sich bei einem Sprint eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zugezogen hatte. Was der einzige Wermutstropfen bleiben sollte.
Fortuna - MSV Duisburg 2:0 (2:0)
Fortuna: Ratajczak – Schwertfeger, Anderson, Langeneke, Joh. van den Bergh – Costa – Zoundi (68. Fink), Christ (89. Hergesell), Lambertz – Harnik, Jovanovic (73. Oehrl).
MSV Duisburg: Starke – Andersen (46. Caiuby), Schlicke (46. Tararache), Coelho, Veigneau – Grlic, Bodzek – Schindler, Tiffert, Sahan (67. Vidosic) – Baljak.
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf).
Zuschauer: 48 250 (ausverkauft).
Tore: 1:0 (17.) Lambertz, 2:0 (24.) Harnik.
Gelbe Karten: Fink (5.) – Baljak, Tararache.
Gelb-Rote Karte: Bodzek (MSV/78.) wiederholtes Foulspiel.
Torchancen: 8:1.
Ecken: 5:0.
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