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NBA-Star Durant ist das Vorbild von Fortuna-Talent Wegkamp

11.10.2012 | 20:20 Uhr
NBA-Star Durant ist das Vorbild von Fortuna-Talent Wegkamp
Fortuna-Talent Gerrit Wegkamp (l.) mit Axel Bellinghausen.Foto: imago

Düsseldorf.  Gerrit Wegkamp ist mit seinen 19 Jahren der jüngste Profi im Kader des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf. „Vor zweieinhalb Jahren habe ich in der B-Junioren-Bundesliga gespielt und Stefan Reisinger im Fernsehen gesehen. Jetzt trainieren wir zusammen“, sagt Wegkamp.

Kennen Sie Kevin Durant? Nein? Der 2,08 Meter große Texaner spielt für Oklahoma City Thunder Profibasketball in der NBA. Jenes Team, dessen Vorgänger-Organisation Seattle Supersonics einst dem Starbucks-Coffee-Besitzer Howard Schultz gehörte. Jener Kevin Durant zeichnete als Neuling 2007 nicht nur einen Siebenjahresvertrag über 60 Millionen US-Dollar. Er ist mit einem Leitspruch auch das große Vorbild von Fortunas aktuell jüngstem Bundesliga-Profi.

„Hard work beats talent, if talent failes to work hard“, zitiert der neue Fortuna-Angreifer sein Idol. „Kevin lebt diesen Spruch. Und ich tue das auch“, versichert Wegkamp. Der mit 19 Lenzen ein großes Talent ist, das sich eben nicht von hart arbeitender Konkurrenz besiegen lassen will, weil es selber hart arbeitet.

Dass er nicht gleich die Bundesliga aufrollt, hätte der aufgeweckte, aber keinesfalls forsche Wegkamp ohnehin nicht erwartet. Der jüngste Kicker im Aufgebot von Cheftrainer Norbert Meier brachte es kürzlich beim 0:1 in Mainz immerhin schon einmal zu einer Banknominierung.

Sprungbrett Bremer Brücke

Osnabrück und die Bremer Brücke, das Sprungbrett gen Fortuna, hat der Rotschopf natürlich noch im Blick. „Vor zweieinhalb Jahren habe ich da in der B-Junioren-Bundesliga gespielt und Stefan Reisinger im Fernsehen gesehen. Jetzt trainieren wir zusammen.“ Der Freiburger Routinier ist einer von mindestens drei Konkurrenten im Kampf um einen Platz in der Offensive. Der viermalige Torschütze Dani Schahin und der Angolaner Nando Rafael kommen hinzu. „Für mich ist die Situation kein Druck, sondern eine Motivation.“

Wegkamp verlangt von sich trotzdem viel. „Das muss so sein. Ich bin ein Typ, der viel läuft. Auch mal richtig steht. Im Strafraum mache ich die Bälle auch rein. Konditionell bin ich auf dem Level, voll durchzupowern. Ich besitze absoluten Ehrgeiz und habe riesigen Spaß daran.“

Davon konnte sich sein erster Trainer bereits überzeugen. Gerrit Wegkamp war gerade drei Jahre jung, als er beim SV Suddendorf-Samern mittrainieren wollte. Die Schwarz-Weißen aus dem Ortsverbund bei Schüttorf im westlichen Niedersachsen nehmen allerdings Kinder erst ab einem Alter von vier Jahren auf.

Klein-Gerrit musste beim Hallentraining des „SV SuSa“ seinem zwei Jahre älteren Bruder und den anderen erst einmal zusehen – bis plötzlich ein Spieler zu wenig beim Kick auf dem Parkett stand. „Der Trainer hat mich gefragt, ob ich mitmachen will. Nach dem Training war ich für die Rückrunde schon eingekauft“, erinnert sich Wegkamp schmunzelnd.

Euphorisch wird die Stimmung, wenn der erste Einsatz bei den Profis verbalisiert wird: 29. Juli 2011, Pokalspiel gegen 1860 München, ein mit 18 000 Zuschauern volles Haus an der Bremer Brücke. Der U-19-Nationalspieler macht gleich in der ersten Spielminute den Führungstreffer für den VfL Osnabrück. „Und das direkt vor der Ostkurve, wo die Fans stehen. Solch ein Gänsehautgefühl hatte ich noch nie“, gesteht Wegkamp.In der Verlängerung geht der Pokalfight noch 2:3 in die Binsen. Doch Wegkamp hat sich in die lila-weiße Startelf gespielt.

Die Hinrunde läuft vorzüglich. Dann sorgt ein (zunächst falsch behandelter) Haarriss im Mittelfuß dafür, dass der Angreifer in der Rückrunde kein Spiel mehr macht. Da waren die Interessenten schon vorstellig. Erst Ehrendivisionär FC Twente Enschede. Dann die Fortuna. Wegkamp hätte sich mit dem grenznahen Holland anfreunden können. Niederländisch hatte er zwei Jahre in der Schule gelernt. „Doch Fortuna wurde dann schnell zu meiner Nummer Eins.“

Mama bestückt den Kühlschrank

Die seit neun Monaten bestehende eigene Wohnung in Osnabrück ist längst aufgelöst. Das neue Domizil liegt nun in Pempelfort. Mit einem Kühlschrank, den Mama Wegkamp gern mit Vorgekochtem aus der eigenen Küche bestückt. Damit der Sohnemann auch genügend Kraft hat, seinem Vorbild Kevin Durant und dessen eingangs erwähntem Anspruch nachzueifern.

„Kein Spieler ist mit neunzehn Jahren schon fertig. Ich will mich weiterentwickeln und die Perspektive nutzen, auf hohem Niveau zu spielen“, sagt Kopfballspezialist Wegkamp. Und fügt an: „Ich habe mein großes Hobby jetzt zum Beruf gemacht. Vorerst.“

Wie schnell man ins Hintertreffen geraten kann, hat der Rotschopf schließlich in der Osnabrücker Rückrunde per Verletzung schon erlebt . . .

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