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Muss sich Fortuna Düsseldorf Sorgen um Voronin machen?

08.08.2012 | 22:20 Uhr
Muss sich Fortuna Düsseldorf Sorgen um Voronin machen?
Andrey Voronin soll am Donnerstag wieder bei Fortuna Düsseldorf mittrainieren.Foto: imago

Düsseldorf.  Am Donnerstag kehrt Andrey Voronin aus Moskau zurück. Er soll bei der Fortuna wieder ins Training einsteigen. Sein Arbeitgeber Dynamo Moskau möchte den Ukrainer am liebsten wieder zurückholen. Voronins langjähriger Berater, der Ukrainer Andrej Golowasch, sieht „keine Chance für Dynamo“.

Andrey Voronin fehlte am Mittwoch bei beiden Trainingseinheiten der Fortunen. Der 33-jährige Offensivkicker und Top-Neuzugang des Fußball-Bundesliga-Rückkehrers weilte in Moskau, um vor seinem Umzug an den Rhein gemeinsam mit Ehefrau Yulia noch einige private Dinge zu regeln. Dass Voronin heute um 16 Uhr wieder an der Arena mitübt, gilt als sicher. Auch wenn sein eigentlicher Arbeitgeber, das russische Erstliga-Schlusslicht Dynamo Moskau, die Fortuna-Leihgabe am liebsten gleich wieder einkassiert hätte.

Fortuna-Splitter
Moskau will offenbar Voronin-Transfer zur Fortuna stoppen

Dynamo Moskau will offenbar den Transfer von Stürmer Andrey Voronin zum Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf rückgängig machen. Das deutete der neue Moskauer Trainer Dimitri Chochlow an. Die Verantwortlichen der Fortuna reagierten gelassen.

Der neue Cheftrainer Dimitri Chochlow, der zu Wochenbeginn den wegen dem sportlichen Misserfolg zurückgetretenen Sergej Silkin abgelöst hatte, hatte am Dienstag über die russische Zeitung „Sport Express“ verlauten lassen, er möchte Voronin wieder im Kader haben (die NRZ berichtete).

Unterschriften geleistet

Der Coach soll auch schon gestern mit Voronin telefoniert haben, um ihn zur Rückkehr zu bewegen. Chochlow soll seinem Vorstand, praktisch als erste Amtshandlung, vorgeworfen haben, einen der besten Kicker im Dynamo-Kader einfach ausgeliehen zu haben. Die Moskowiter mit dem Ex-Schalker Kevin Kuranyi im Angriff sind nach drei Liga-Spieltagen tor- und punktloser Tabellenletzter.

Ob sich die Fortunen wirklich Sorgen machen müssen? Voronins langjähriger Berater, der Ukrainer Andrej Golowasch, erklärte gestern aus Italien telefonisch gegenüber der NRZ: „Ich sehe da keine Chance für Dynamo und glaube, dass Andrey für Fortuna spielt. Alle nötigen Unterschriften dafür sind geleistet worden. Warum sollte das jetzt plötzlich nicht mehr gelten?!“

Fortunas Sportvorstand Wolf Werner kommentierte das Thema gestern Mittag am Rande der großen Pressekonferenz zur Saisoneröffnung amüsiert: „Das ist eine lustige Mediengeschichte, die da aufgewirbelt wird. Der Vertrag ist so gestaltet, dass es keine Ausstiegsklausel gibt.“ Auf die Frage, ob der Kontrakt denn auch wasserdicht sei, entgegnete Werner allerdings leicht ausweichend: „Ich weiß nicht, ob der wasserdicht ist.“

Medienschelte durch Fortuna-Verantwortliche

Im Vorfeld des Saisoneröffnungsspiels gegen Benfica Lissabon am Samstag (16 Uhr, Arena) beschäftigte sich Werner mehr mit einer (erneuten) Medienschelte im Zusammenhang mit dem chaotischen Ende des zweiten Aufstiegsspiels gegen Hertha BSC Berlin (2:2) vom 15. Mai. „Natürlich ist nicht zu leugnen, dass unsere Fans siebzig Sekunden zu früh auf den Platz gelaufen sind. In den Tagen danach ist aber Spielern und Verein auf üble Weise die Anerkennung für die Aufstiegsleistung geklaut worden.“

Fortuna Düsseldorf
Voronin geht nach Fortuna-Niederlage in verbale Offensive

Beim ersten Testeinsatz hatte Andrey Voronin auf dem Rasen des AFAS-Stadions zu Alkmaar am Sonntagabend Akzente gesetzt. Und auch nach der 1:3 (0:2)-Niederlage der Fußball-Fortunen beim Tabellenvierten der letztjährigen Ehrendivisionssaison ging der 33-jährige Ukrainer in die Offensive.

Vier Wochen lang war die sportlich geschaffte Bundesliga-Rückkehr am Grünen Tisch durch Einsprüche der Berliner Hertha nebst teilweise abstruser Argumentationen vor den DFB-Gerichten in Frage gestellt. „Nackenschläge aus der Hauptstadt, die kein Ende nehmen wollten“, wie Werner betont.

Haften blieben auch die medialen Aufgeregtheiten, gerade im Fernsehen. „Ich war fassungslos darüber, was für einen Klamauk die Öffentlich-Rechtlichen aus unserer Aufstiegsehrung im Rathaus gemacht haben“, so Werner. Der sich, immerhin, auch auf die Bundesliga freut: „Wir haben 34 tolle Spiele vor der Brust. Und am Ende wollen wir die nächsten 34 Spiele vor uns haben.“

Paurevic und Soares fehlten

Übrigens: Bei den Übungseinheiten gestern fehlten die verletzten Ivan Paurevic und Bruno Soares. „Ich fühle mich besser und werde bald ins Teamtraining zurückkehren“, erklärte der brasilianische Innenverteidiger, der sich beim 1:0 in Oberhausen vor zwei Wochen eine Zerrung im Hüftbeuger eingefangen hatte. Bruno Soares begutachtete das Treiben seiner Kollegen gestern auf dem Arena-Übungsrasen in zivil. Torhüter Robert Almer ging wegen „muskulärer Verhärtungen“, wie Physiotherapeut Bernd Restle umschrieb, früher als geplant in die Kabine. Und ließ sich ausführlich behandeln. Sein Einsatz am Samstag gegen Benfica Lissabon soll aber nicht in Frage gestellt sein.

Michael Ryberg



Kommentare
08.08.2012
22:38
Muss sich Fortuna Düsseldorf Sorgen um Voronin machen?
von wolla | #1

Mit der Medienschelte hat Werner ja auch völlig recht. Was sich die zumeist den Hauptstädtern zugetanen (warum auch immer) Medien an Hetze und faktisch falscher Berichterstattung, bis hin zu Manipulation, gegenüber Fortuna geleistet haben, war ja auch eine Sauerei.

1 Antwort
Muss sich Fortuna Düsseldorf Sorgen um Voronin machen?
von typ123 | #1-1

Woher der Wind bei den Springer-Blättchen weht, ist nachvollziehbar. Die dortigen Zeilenfüller kennen den Unterschied zwischen einem Artikel und einem Kommentar nun einmal nicht. Daran wird sich auch nichts ändern - die Häme bei jedem Punktverlust der Fortuna ist sicherlich auch schon vorformuliert. Es wäre nur schön, wenn sich der Rest des Blätterwaldes auf die journalistischen Grundsätze besinnen würde....

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