Mühsamer Burgfrieden - noch elf Aufsichtsratskandidaten
11.08.2009 | 11:19 Uhr 2009-08-11T11:19:00+0200Düsseldorf. Mit dem furiosen Pokalkampf gegen den Hamburger SV und dem 3:0-Startsieg über den SC Paderborn in die 2. Fußball-Bundesliga lieferte die Fortuna positive Schlagzeiten. Doch anhaltende Querelen hinter den Kulissen drohen den guten Eindruck wieder zu verwischen.
„Zwei Züge fuhren in hohem Tempo aufeinander zu. Die musste ich stoppen”, sagte der OB, der gestern zum Fortuna-Gipfel ins Rathaus gebeten hatte.
Im Blickpunkt standen Zwistigkeiten zwischen Hans Schwarz, der für den Aufsichtsrat kandidieren will, und dem Vorstand sowie dem jetzigen Kontrollgremium. Ergebnis: Ex-Sparkasse-Vorstandschef Schwarz ruderte zurück. Das akzeptierten die Beteiligten, womit ein mühsamer Burgfriede geschlossen war.
„Die Ungereimtheiten sind ausgeräumt. Vorstand und Aufsichtsrat haben mit dem kurzen Einjahresvertrag mit Sportvermarkter Infront doch richtig gehandelt. Dazu distanziere ich mich von persönlichen Attacken gegen Fortunas Aufsichtsratschef Dirk Kall, die von mir gekommen sein sollen”, sagte Schwarz. Der allerdings seine Kandidatur aufrecht erhält, wenn die Mitglieder am 25. August drei der neun Aufsichtsratsposten neu wählen. Es gibt nur noch elf Kandidaten. Zwei Interessenten zogen ihre Bewerbung zurück. Offenbar hatte man gestern im Rathaus gehofft, Schwarz würde ebenfalls auf die Kandidatur verzichten.
Dirk Kall, der sich als Vorsitzender des Kontrollgremium in erster Linie attackiert sah, akzeptierte die halbe Entschuldigung: „Wichtig ist, dass Ruhe in den Verein kommt.”
Wie berichtet, war Schwarz vor einigen Wochen in die Offensive gegangen. Er verhandelte, ohne dafür von Fortuna autorisiert zu sein, über Sportmarketing-Professor Norbert Müller mit dem Rechteverwerter Sportfive über einen mehrjährigen Vertrag. Das stieß bei Vorstand und Aufsichtsrat auf Kopfschütteln. Schließlich stand man in engem Kontakt mit dem Vermarkter Infront um Gesellschafter Günther Netzer, mit dem man sich schließlich einig wurde.
Schwarz wies derweil Vorwürfe zurück, er würde als Strohmann von Gerald Wagener fungieren, dem Arena-Rivalen des verstorbenen OB Joachim Erwin, zu Zeiten der Eröffnung des Multifunktionsbaus in Stockum. Schwarz sitzt für den Multi-Unternehmer im Aufsichtsrat der Firma Schneekoppe. Er beteuerte, sein Engagement für die Fortuna stünde in keinem Zusammenhang mit Wagener. Im Umfeld der Fortuna waren Befürchtungen laut geworden, der Unternehmer wolle erneut Einfluss im Verein gewinnen.
Derweil bekräftigte Henkel-Aufsichtratschef Albrecht Woeste, am 25. August ebenfalls zu kandidieren. Man hofft, mit dem 73-Jährigen das seit langem magere Vertrauen potenter Sponsoren in Fortuna zu stärken. „Wir wollen uns langfristig professionalisieren, dabei kann Woeste sehr hilfreich sein. Das ist wichtiger, als ans schnelle Geld zu kommen”, meinte Kall.
Neben Vorstandschef Peter Frymuth nahmen Heinrich Pröpper, Marcel Kronenberg (Aufsichtsrat), Wirtschaftsprüfer Burchard von Arnim (Rochusclub) und Unternehmensberater Christian Veith (Boston Consulting) an dem Gespräch teil. Beide gelten als aussichtsreiche Kandidaten für die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Klartext Seite 3
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