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2. Fußball-Bundesliga

Meiers mahnende Worte

31.08.2010 | 21:30 Uhr

Düsseldorf. Der Trainer glaubt nicht, dass das Selbstvertrauen seiner Kicker nach zwei Niederlagen angekratzt ist, mahnt aber endlich Erfolg an.

Zumindest drei Strahlegesichter waren am Montagabend in der Arena zu erspähen. Fortuna-Angreifer Wellington malte nach seinem 30-Meter-Knaller zum 1:2-Endstand gegen die Herthaner mit Daumen und Zeigefinger ein kleines Herz in den Nachthimmel. „Meine Frau Bianca und meine Tochter Lorena haben sich darüber gefreut“, gab der 22-jährige Brasilianer hinterher zu. Die Hoffenheimer Leihgabe durfte sich nach dem missglückten Fußball-Zweitliga-Heimdebüt der Fortuna zumindest als kleiner Gewinner fühlen.

Und dies nicht nur wegen des späten Tores. Eine komplette Profifußballhalbzeit wie am Montag auf dem Arena-Rasen hatte „Welli“ in der vergangenen Saison nicht erlebt.

Nur 42 Minuten für „Welli“

16 Bundesliga-Minuten für Hoffenheim in Leverkusen, einmal zwei und zweimal zwölf Minuten Ehrendivisionseinsatz für den FC Twente in Enschede unter dem jetzigen Wolfsburger Trainer Steve MacLaren: Macht zusammen 42 Minuten. Für ein komplettes Jahr! „Wie sollte ich mich da als Stürmer zeigen?“ fragt sich der Brasilianer. Und hofft nun auf das große Glück bei Fortuna.

Das suchen die Schützlinge von Cheftrainer Norbert Meier in dieser Saison noch vergebens. Gegen, wie Berlins bayerischer Coach Markus Babbel unverblümt zugab, „schlampige“ Herthaner gab es die dritte Pflichtspielniederlage im dritten Match.

Coach Meier mochte den Auftritt des Bundesliga-Absteiger nicht dermaßen abwerten: „Der Gegner besitzt natürlich eine gewisse Qualität.“ Die sich unter anderem darin ausdrückt, dass der mehr als doppelt so teure Hertha-Kader 1138 Bundesliga-Spiele in die Statistik einbringt, Fortuna gerade einmal 154.

Beide Treffer waren exzellent gemacht. Der Kanadier Rob Friend nutzte seinen Freiraum und seine daraus resultierende einzige Torchance eiskalt. Weil Neuzugang Tiago im Strafraum schlecht zum Gegenspieler postiert war. „Da muss er konzentrierter sein“, so Meier. Der nicht nur Flüchtigkeitsfehler in der Deckung – Webers Kurzaussetzer gegen Domovchiyski mündete ins 0:2 – zu bemängeln hatte: „Nicht alle haben so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe.“ Dazu zählten zweifelsfrei Spielmacher Marco Christ und Angreifer Sandor Torghelle, die der Musik arg hinterher liefen.

Kapitän Andreas Lambertz entpuppte sich bei seinem ersten Starteinsatz nach langer Schulterverletzungspause als gewohnt unermüdlicher Arbeiter. Auch Mittelfeldkollege Patrick Zoundi war laufstark. Und damit fleißig.

„Irgendwie“, fand Meier, „haben wir das Glück aber nicht erzwungen.“ Was im Klartext hieß, dass seine Rot-Weißen gegen defensive Berliner nach der Pause trotz großem Aufwand und erstaunlich guter Rückendeckung des Publikums nicht allzu viel Gefahr entfacht hatten. Weil es am entscheidenden Zuspiel haperte. Oder daran, dass Angreifer Ranisav Jovanovic Mitte des zweiten Durchgangs die mögliche Wende ins Fangnetz hinter dem Hertha-Gestänge geschaufelt hatte. Ein Ball aus fünf Metern Tordistanz, der in der vergangenen Saison vermutlich noch im Ziel gelandet wäre.

Meier stellt nach drei Niederlagen in Serie das Selbstvertrauen seiner Kicker nicht in Frage: „Das müsste ich machen, wenn die zweite Halbzeit eine Katastrophe gewesen wäre.“ War sie aber nicht. Trotzdem gibt es erste mahnende Worte: „Wir haben zweimal gut gespielt und verloren. Es darf nicht dazu kommen, nun schlecht zu spielen und zu verlieren.“ Schlecht spielen und gewinnen ist allerdings nicht verboten. Nächste Chance für den „Aufsteiger im zweiten Jahr“: 11. September beim FSV Frankfurt.

Michael Ryberg, Kevin Schwank

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