Langeneke rettete einen Punkt für die Fortuna
05.02.2012 | 18:30 Uhr 2012-02-05T18:30:00+0100
Ingolstadt. Fortuna Düsseldorf verteidigte bei 16,2 Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt die Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Nach dem 1:1 (1:1) beim FC Ingolstadt gab es eine Menge Diskussionsbedarf. Kapitän Andreas Lambertz zum Beispiel sah die Gelb-Rote Karte.
Fortuna hat die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga erst einmal verteidigt. Und das war am Samstagnachmittag bei handgemessenen 16,2 Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt keine Selbstverständlichkeit. Das 1:1 (1:1) beim gleich mit drei Winterzugängen startenden FC Ingolstadt 04 sorgte trotz der Eisschrank-Witterung zwischenzeitlich und auch nach dem Schlusspfiff für hitzige Mono- und Dialoge.
Kapitän Andreas Lambertz musste man nicht befragen. Seine Gelb-Rote Karte nur drei Spielminuten nach der ersten Verwarnung fiel eindeutig in die Kategorie „grobe Dummheit“.
„Lumpi“ macht den Kellner
Ob der Mittelfeldrackerer in dieser Woche ein reuiges Kabinenmahl schmeißen darf? „Wir sind schon zu einem Abendessen eingeladen, da wird ,Lumpi’ den Kellner machen“, erklärte Cheftrainer Norbert Meier süffisant. Und fügte zum Schubser gegen Spielverzögerer Ikeng an: „Auf dem Platz fühlst du dich fünf Sekunden im Recht. Und kriegst dann dein Ding um die Ohren gehauen.“
Meier regte schon mehr eine verbale TV-Schelte des Ingolstädter Managers Thomas Linke gegen Sascha Rösler und Maximilian Beister auf. „Ich bin es leid, dass unsere Spieler fortwährend an den Pranger gestellt werden“, giftete der Fortuna-Coach zurück, „wir sind hier in der zweiten Bundesliga und nicht in Österreich. Da muss sich jemand wohl noch umgewöhnen.“ Zum Verständnis: Linke war bis vergangenen Mai vier Jahre Sportdirektor beim Europa-Cup-Starter RB Salzburg.
Eine neue Erfahrung
Gerade Rösler stand am Samstag jedoch im Blickpunkt, sorgte durchaus provokant für Stimmung. Die nach diversen Scharmützeln zunächst in einem Zusammenstoß mit Dauerwidersacher Leitl und zwei Gelben Karten mündete (59.). Zehn Minuten später in einer vermeintlichen Revanche-Attacke Leitls am Blondschopf vor der FCI-Fankurve gipfelte. „Was der Rösler hier veranstaltet hat, war für mich eine neue Erfahrung“, grantelte Leitl später in der Interviewzone.
Coach Meier war jedenfalls gut beraten, seinen Antreiber kurz nach dem zweiten Crash vom Feld zu holen. Lambertz’ Sperre gegen Eintracht Frankfurt am nächsten Montag ist Schwächung genug.
Der überaus fehlerhafte Referee Tobias Christ aus Kaiserslautern machte sich das Leben selber schwer, weil er in den 20 Anfangsminuten bei fünf klaren Fouls nicht einmal den Karton gezückt hatte. Möglicherweise wäre die Hektik im Keim erstickt, hätte Christ gleich den üblen Tritt des rustikalen Biliskov an Rösler nach genau 22 Spielsekunden mit „Gelb“ bewertet. „Wir wollten aggressiv sein, das haben wir gemacht“, versuchte FCI-Trainer Thomas Oral die Gangart zu rechtfertigen.
Fortunas Abwehrchef Jens Langeneke regte sich hinterher, zurecht, über eine schwache Schiedsrichterleistung auf: „Das war hier elf Gelbe gegen zwölf Schwarze!“ Der Ausgleichstorschütze – Langenekes achter Elfmetertreffer der Saison – legte seine Wertung jedoch nicht korrekt aus. Das Strafstoß-Foul von Biliskov an Oliver Fink war zumindest diskussionswürdig. Dazu hätte Adam Bodzek nach einem Foul als vermeintlich letzter Mann am eigenen Strafraum auch einen Feldverweis bekommen können. Hier beließ es Christ bei „Gelb“.
Es war auch irgendwie müßig, hinterher die Entscheidungen gegeneinander aufzuwiegen. Ärgerlicher aus Fortuna-Sicht waren der Gegentreffer und die glasklare Chance zum 2:1 kurz nach der Pause durch Maximilian Beister. Die HSV-Leihgabe drosch die Kugel freistehend vor FCI-Keeper Özcan unter das Tribünendach.
Gunesch verpasste 2:1
„Da wäre die Messe gesungen gewesen“, bekräftigte Coach Meier, „beim Rückstand hat die Zuordnung völlig gefehlt. Und ,Rata’ muss das Ding natürlich auch haben.“
Dass am Ende niemand wirklich biestig die Heimreise antrat, war Ingolstadts St. Paulianer Gunesch zu verdanken. Der versemmelte die einzige wirklich dicke Gastgeber-Chance in Überzahl. Dies in der 90. Minute aus fünf Metern Zieldistanz unbedrängt im Fortuna-Strafraum.
Namen und Zahlen
FCI: Öczan – Schäfer, Gunesch, Biliskov, Görlitz – Ikeng (88. Haas), Matip – Buchner (82. Akaichi), Leitl (88. Bambara) – Heller, Nemec.
Fortuna: Ratajczak – van den Bergh (90. Juanan), Langeneke, Lukimya-Mulongoti, Levels – Lambertz, Bodzek – Fink, Rösler (75. Jovanovic), Beister (80. Matuschyk) – Bröker.
Schiedsrichter: Tobias Christ (TB Jahn Zeiskam/Kaiserslautern).
Zuschauer: 6585.
Tore: 1:0 (24.) Ikeng, 1:1 (30.) Langeneke (Foulelfmeter).
Gelbe Karten: Leitl, Ikeng – Bodzek (9.), Rösler (8.).
Gelb-Rote Karte: Lambertz (67. Min., wegen Tätlichkeit; damit gegen Eintracht Frankfurt gesperrt).
Eckbälle: 3:1 (2:0).
Torchancen: 6:4 (3:2).
Torschüsse: 11:13.
Ballbesitz: 52:48 Prozent.
Gewonnene Zweikämpfe: 49:51 Prozent.
Foulspiele: 16:12.
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