Lambertz geht - Die letzte große Bühne für Fortunas ewige 17

Eine Trikotnummer für die Ewigkeit: Die "17" von Andreas "Lumpi" Lambertz wird bei der Fortuna nie wieder vergeben.
Eine Trikotnummer für die Ewigkeit: Die "17" von Andreas "Lumpi" Lambertz wird bei der Fortuna nie wieder vergeben.
Foto: dpa
Das Düsseldorfer Saisonfinale in der 2. Bundesliga gegen den abstiegsgefährdeten FSV Frankfurt steht ganz im Zeichen von Ex-Kapitän Andreas Lambertz.

Düsseldorf.. Bereits zwei Tage vor dem letzten Akt lag reichlich Wehmut in der Luft. Dem konnte sich gestern Mittag auch Taskin Aksoy nicht entziehen. Natürlich, versicherte Fortunas Interimstrainer gewissenhaft, werde er am Sonntag (15.30 Uhr, Arena, live in unserem Ticker) gegen den FSV Frankfurt noch einmal die bestmögliche Elf auf den Rasen schicken. Dies sei man alleine schon den Konkurrenten der Frankfurter schuldig, die wie Fortunas Gegner im Saisonfinale der 2. Fußball-Bundesliga noch um den Klassenerhalt kämpfen. „Wir wollen uns da nichts nachsagen lassen!“

Bei aller gebotenen sportlichen Fairness ist aber auch Aksoy völlig klar, dass der sportliche Wert dieser Partie zumindest für seine Mannschaft schlichtweg nebensächlich ist. Für die Fortuna wird das Saisonfinale zur großen emotionalen Abschiedsgala, die natürlich ganz im Zeichen von Andreas Lambertz steht. Nach 13 Jahren wird „Lumpi“, der 2003 den Sprung von der A-Jugend in die erste Mannschaft schaffte, den Verein verlassen. Vorerst. Für zwei Jahre unterschrieb er bei Drittligist Dynamo Dresden. Nach seiner aktiven Karriere wird der 30-Jährige, der mit den Düsseldorfern einst von der viertklassigen Oberliga bis in die Bundesliga stürmte, zu „seiner“ Fortuna zurückkehren und sich in der Nachwuchsarbeit engagieren.

Natürlich erübrigt sich die Frage, ob Lambertz am Sonntag in der Startelf stehen wird. „Davon ist mal auszugehen“, grinste Aksoy. Es wird die letzte große Bühne für Lambertz in Düsseldorf, der sein 338. Spiel für die Flingerner bestreiten wird.

Von einem möglichen versöhnlichen Saisonende zu sprechen verbietet sich zwar angesichts der sportlichen Talfahrt der vergangenen Wochen und Monate. Am letzten Spieltag könnte die Fortuna im Fernduell mit Greuther Fürth (bei RB Leipzig) jedoch gleich in zweierlei Hinsicht zumindest etwas Schadensbegrenzung betreiben. Mit dem Fürther Kleeblatt kämpft man noch um 500 000 Euro TV-Gelder (die NRZ berichtete) und gegen den Titel der schlechtesten Rückrundenmannschaft.

Acht Spieler verlassen Fortuna - Fragezeichen hinter Benschop

Fortunas Fans beweisen für das Saisonfinale ein feines Gespür. Ungeachtet der peinlichen Pleiten der vergangenen Wochen und der sportlichen Bedeutungslosigkeit der Partie, haben sich für Sonntag bereits über 31 000 Zuschauer angekündigt. Im vergangenen Heimspiel sorgten gerade einmal noch 22 366 Anhänger neben einem Stimmungs-Boykott für eine Saison-Minuskulisse.

„Das war schon eine etwas gruselige Atmosphäre, aber ich kann die Fans verstehen“, so Aksoy. Die Rückkehr einiger Anhänger ist auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber Andreas Lambertz und jenen Fortunen zu verstehen, die am Sonntag verabschiedet werden. Neben acht Spielern verlassen mit Co-Trainer Joti Stamatopoulos und Athletikcoach Axel Dörrfuß auch zwei Funktionäre das Team. Ein Fragezeichen steht weiter hinter Charlison Benschop. Der gelbgesperrte Stürmer besitzt zwar noch einen Vertrag, ist aber seit längerer Zeit schon von Erstligisten umworben. Weshalb am Sonntag noch eine weitere traurige Verabschiedung hinzukommen könnte.

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