Harnik ist schon stolz aufs Fortuna-Trikot
31.08.2009 | 10:56 Uhr 2009-08-31T10:56:00+0200
Düsseldorf. Die Düsseldorfer verpflichteten kurz vor dem Ende der Transferfrist Stürmer Martin Harnik vom Erstligisten Werder Bremen. Sponsor bezahlt die Kosten des Leihgeschäfts.
Wolf Werner schmunzelte am Sonntag Nachmittag richtig verschmitzt. Fortunas Sportmanager war genau wie im vergangenen Jahr, als er am 31. August Ranisav Jovanovic aus Mainz holte, erneut in letzter Minute ein Verpflichtungscoup gelungen. Einen Tag vor dem heutigen Ablauf der offiziellen Transferfrist stellte sich am Sonntag der österreichische Nationalspieler Martin Harnik im Fortuna-Trikot vor. Der 22-jährige Stürmer, der bis zum Saisonende vom Erstligisten Werder Bremen ausgeliehen wird, ist allerdings am Montag Abend im Zweitliga-Schlagerspiel beim MSV Duisburg (20.15 Uhr, MSV-Arena) noch nicht spielberechtigt.
Fortuna bestritt die Abschluss-Übungseinheit vor dem Spiel in Duisburg um 20.15 Uhr.
Später Anstoß, spätes Abschlusstraining. Weil das Zweitliga-Schlagerspiel beim MSV Duisburg am Montag Abend live im Fernsehen zu sehen ist (DSF) und daher erst um 20.15 Uhr angepfiffen wird, trainierten die Fortunakicker am Sonntag Abend zur gleichen Zeit in der Arena. Für das Montag-Duell sieht Coach Norbert Meier die Rollen verteilt: „Der MSV ist als Aufstiegskandidat klarer Favorit. Für uns ist diese Partie eine Standortbestimmung und wir wollen uns teuer verkaufen.” Personell wird das 1:0 gegen Koblenz erfolgreiche Team voraussichtlich nicht verändert. Bt.
„Ich bin stolz das Düsseldorfer Trikot tragen zu dürfen”, bewies Harnik gestern gleich (neuen) Lokalpatriotismus, obwohl er sich zunächst noch im „falschen” Outfit präsentierte – er trug den Dress der Jugend-Bundesligamannschaft. Allerdings aus gutem Grund. Michael Viktor Kamp, Gründer des Solartechnolgieunternehmens Systaic, das Fortunas Nachwuchsteams und das Leistungszentrum mit einer siebenstelligen Summe unterstützt, machte den Harnik-Transfer mit einem Griff in seine Privatschatulle möglich.
Rund 300 000 Euro soll das „Leihgeschäft” kosten, eine Option könnte die endgültige Verpflichtung im Sommer 2010 ermöglichen. „Auch dafür habe ich bereits meine Unterstützung zugesagt”, bekannte Kamp, der nach eigener Aussage im Mai bei Fortunas Aufstiegsspiel gegen Bremen II erstmals in einem Fußballstadion war.
„So schnell wie möglich in der Mannschaft integrieren und mithelfen, dass Fortuna den Klassenerhalt erreicht”, nennt Martin Harnik als seine ersten Ziele. Der in Hamburg geborene Sohn eines Grazers kam 2005 vom SC Vier- und Marschlande nach Bremen, wo er neben 54 Drittliga-Einsätzen (13 Tore) auch 17 Bundesligaspiele und zwei Champions League- sowie sechs Europa-League-Partien bestritt. Den Durchbruch ins Erstligateam schaffte der 1,85 Meter große und 75 kg leichte Angreifer aber nicht: „Die Konkurrenz war zu groß.”
Weil er jedoch nicht damit zufrieden ist, auf der Bank oder Tribüne zu sitzen, hofft Harnik nun auf neues Spieler-Glück im Fortuna-Trikot: „Von allen, mit denen ich gesprochen habe, wurde mir empfohlen nach Düsseldorf zu gehen. Ich freue mich auf den Verein, die Fans und die Stadt.”
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