Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Fortuna

Giefer ist Düsseldorfs sicherer Rückhalt

25.09.2012 | 11:56 Uhr

Düsseldorf  Als wichtigste Stütze eines starken Bollwerks riskiert Fabian Giefer wöchentlich Kopf und Kragen. Zuletzt zog sich der Düsseldorf-Torwart einen Gaumenriss zu. Doch der Ex-Leverkusener ist hart im Nehmen.

Vielleicht hätte Fabian Giefer derzeit mehr Grund zur Freude, wenn er sich schon frühzeitig für die andere erfolgversprechende Karriere entschieden hätte. "In meiner Schulzeit hatte ich viel mit Leichtathletik zu tun, war eigentlich in allem ganz gut', sagte der Torhüter des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf dem Express und nannte gleichzeitig eine mögliche Alternative: "Zehnkämpfer wäre auch ganz lustig gewesen."

Drei Punkte sind wichtiger als eine zu-Null-Serie

Ein Kämpfer, das zeigten die vergangenen Tage, ist der 23-Jährige aus dem beschaulichen Adenau in Rheinland-Pfalz trotz anderer sportlicher Pläne in seiner neuen Heimat Düsseldorf aber dennoch. Gaumenriss, eine unattraktive Spielweise seiner Vorderleute - und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, ist Giefer derzeit in aller Munde. Er ist der Lichtblick in einer überwiegend grauen Mannschaft des Bundesliga-Aufsteigers.

Fortuna
Fortuna-Torwart Giefer soll am Dienstag wieder trainieren

Mit einer engagierten Leistung holte die Fortuna mit dem 0:0 in Stuttgart den fünften Bundesliga-Punkt im dritten Spiel. Torhüter Fabian Giefer verletzte sich am Kiefer, soll aber am Dienstag schon wieder mittrainieren.

Selbst ein großes Loch im Kiefer hinderte den Serientäter nicht daran, seinen Kasten am Wochenende erneut sauber zu halten. Bei der Nullnummer seiner Fortuna gegen den SC Freiburg war er erneut die zuverlässige Stütze eines starken Düsseldorfer Defensiv-Bollwerks. Sonderlich glücklich wirkte Giefer trotz der neuerlichen Glanztaten allerdings nicht. "Generell gewinne ich lieber 2:1", sagte der Hüne im Gespräch mit dem kicker, "als dass ich unbedingt eine lange Serie hinlegen möchte."

Starke Abwehr als Basis

Dennoch weiß der Abiturient, dass auch künftig eine starke Abwehr die Basis bleiben muss - für das Gastspiel bei der SpVgg Greuter Fürth am Dienstagabend (20.00/ live im DerWesten-Ticker), für die weiteren Spiele, für die ganze Saison. "Es wird kein Spiel geben, in dem wir haushoher Favorit sein werden", sagt er. Im Klartext heißt dies, dass er auch in den kommenden Wochen, gewollt oder ungewollt, im Fokus stehen wird und Kopf ("Den fit zu halten, bringt auch für den Sport sehr viel") und Kragen riskieren wird. Mal wieder.

Fußball-Bundesliga
Fortuna erhebt keinen Anspruch auf Erstliga-Dominanz

„Die Erwartungshaltung wird einfach zu hoch geschraubt“, sagte Fortuna-Sportvorstand Wolf Werner nach dem 0:0 gegen den SC Freiburg. Am Dienstagabend müssen die Düsseldorfer bei der Spielvereingung Greuther Fürth im Ronhof ran. Zwei ehemalige Fürther könnten hier hilfreich sein.

Giefer ist bekannt dafür, hart im Nehmen zu sein. Eine schwere Gehirnerschütterung, erlitten am 7. August 2011 beim 0:2 seines damaligen Klubs Bayer Leverkusen beim FSV Mainz 05, hatte dem sehr talentierten Torwart einen Knacks verpasst. Giefer litt sogar unter Gedächtnisverlust, konnte lange nicht spielen. Erst bei der Fortuna kann er nun wirklich zeigen, was in ihm steckt - wenn er denn fit bleibt.

Giefer: "Verletzungen am Kopf sind nicht ohne"

"Solche Verletzungen am Kopf sind nicht ohne. Ich werde nie jemanden Absicht unterstellen, aber generell hoffe ich", sagte Giefer, "dass Angreifer auch mal zurückziehen. Das sollte der normale Umgang sein." Vielleicht zur Abschreckung hatte er deshalb in der vergangenen Woche beim Internetportal Facebook schon einmal tief blicken lassen. In seinen Kiefer, wo die erschreckende Wunde klaffte.

Eine Fortsetzung der Bilderstrecke scheint nicht ausgeschlossen. "Beim nächsten Mal werde ich wieder so reingehen", sagte Giefer. Auch für Düsseldorfs Trainer Norbert Meier sei dies okay, "solange er keine anderen Körperteile zeigt."

(sid)


Kommentare
Aus dem Ressort
Julian Schauerte soll Fortunas rechte Abwehrseite verbessern
Schauerte
Im Herzen ist Fortunas neuer Rechtsverteidiger Julian Schauerte aus dem Örtchen Grafschaft zwar Sauerländer geblieben. Die fußballerische Wanderschaft hat aber die sprachliche Wurzel gezogen. Zuletzt war er Leistungsträger des SV Sandhausen.
Rennen um die Startplätze bei Fortuna in der heißen Phase
Kadercheck
Zehn Tage vor dem Start der 2. Fußball-Bundesliga ist das Rennen um die Startplätze bei Fortuna Düsseldorf in die heiße Phase eingebogen. Trainer Oliver Reck hat bis auf Oliver Fink und Ihlas Bebou alle Kicker des 26-er Kaders beisammen. Und wird auch harte Entscheidungen treffen müssen.
Reck steht bei Fortuna vor schönen, schweren Entscheidungen
Kommentar
Wenn nicht noch Montezumas Rache oder der Hackebeil-Teufel bei Fortuna in den nächsten Tagen wütet, kommen auf Cheftrainer Oliver Reck schöne schwere Entscheidungen zu. Sein Personal präsentiert sich in der Vorbereitung auf die neue Zweitliga-Saison in einer exzellenten Verfassung. Ein Kommentar.
Fortuna-Trainer Reck - „Es gibt keine klare Nummer 1 im Tor“
Fortuna-Trainingslager
Chefcoach Oliver Reck von Fortuna Düsseldorf zieht ein sehr positives Trainingslager-Fazit. Und hat sich elf Tage vor dem Saisonstart auf seine drei Säulen Adam Bodzek, Sergio Pinto und Michael Liendl schon festgelegt. Das Team ist nun seit 19 Spielen ungeschlagen.
Reck nutzt Hitzematch zu Positionstests bei der Fortuna
Fortuna-Testspiel
Beim Hitzematch in Salzburg-Maxglan gelang dem Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ein glatter 5:1-Erfolg über die Austria. Axel Bellinghausen musste sich von „Doc“ Teuber ein Gelenk wieder einrenken lassen.
Umfrage
Wer war der Beste von Jogis Jungs bei der WM in Brasilien?

Wer war der Beste von Jogis Jungs bei der WM in Brasilien?

 
Fotos und Videos
Fortunas neue Kleider
Bildgalerie
2014/2015
Emotionales Finale
Bildgalerie
Fortuna
4:0 gegen Aue
Bildgalerie
Fortuna
Fortuna gewinnt 3:0
Bildgalerie
Fortuna