Fortuna war am Ende froh über den Punkt
11.09.2009 | 23:21 Uhr 2009-09-11T23:21:00+0200
Düsseldorf. Torhüter Michael Ratajczak wehrte beim glücklichen 1:1 einen Elfmeter von Thurk ab, Abwehrspieler Christian Weber erzielte in der 83. Minute mit einem Sonntagsschuss am Freitagabend den Ausgleich.
Paul Jäger schien es geahnt zu haben. „Ich wäre mit einem Punkt zufrieden”, sagte er eine halbe Stunde vor dem Anpfiff. Nach dem Abpfiff musste nicht nur Fortunas Geschäftsführer mit dem 1:1 (0:1) gegen den FC Augsburg hoch zufrieden sein. Denn nach ganz schwachen ersten 45 Minuten kämpften sich die Düsseldorfer erst in der zweiten Halbzeit buchstäblich ins Spiel und hatten Glück, dass Abwehrakteur Christian Weber in der 83. Minute noch den Ausgleich erzielte. Mit einem Treffer der Marke Sonntagsschuss am Freitagabend!
„Das Tor könnt ihr ruhig mir zuschreiben”, schmunzelte der 26-Jährige angesichts dessen, dass nach seinem Freistoß vom linken Strafraumeck aus, der Ball an allen Spielern vorbei rollte, von Oliver Fink noch abgefälscht wurde und zur Überraschung selbst des Schützen neben dem rechten Pfosten ins Netz hoppelte.
Da sprang selbst Norbert Meier hoch von seinem Trainerstuhl, ballte die linke Faust. Statt drohender Niederlage wenigstens noch einen Punkt gerettet. Da kam bei allen Rot-Weißen Freude auf. Auch bei den Fans, die nach dem Schlusspfiff einen Mann mit Sprechchören feierten: „Michael Ratajczak! Michael Ratajczak!”
Der Torhüter, der erst am Vormittag aufgrund der „Abmeldung” von Stammkeeper Michael Melka („Ich fühle mich noch nicht hundertprozentig fit”), sich des Postens zwischen den Pfosten sicher sein konnte, verhinderte gestern eine durchaus mögliche Niederlage. Nicht nur, weil er in der 31. Minute einen von Michael Thurk geschossenen Elfmeter abwehrte, sondern auch, weil er mit weiteren Glanzparaden mögliche Augsburger Treffer verhinderte.
Sonderlob von FCA-Trainer Luhukay
„Ratajczak hat die Fortuna im Spiel gehalten”, gab es sogar von FCA-Trainer Jos Luhukay ein Sonderlob für den Mann, der ihm eigentlich die gute Laune verdorben hatte: „Ich finde es wirklich schade, dass wir nicht drei Punkte mit auf die lange Busfahrt nach Augsburg nehmen. Wir hätten gewinnen können.”
Vielleicht sogar müssen. Denn der FCA hatte in der ersten Spielhälfte und zu Beginn der zweiten 45 Minuten beste Torchancen, aber lediglich Thurk (37.) traf. „Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen und regelrecht um das Gegentor gebettelt”, ärgerte sich Fortuna-Trainer Meier nicht nur über ungewohnte Defensivfehler seines Teams. „Die Partie war auch eine Lehrstunde für alle, die glaubten, dass wir mit spielerischen Mitteln in der Liga bestehen können. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir die Zweikämpfe angenommen, viele gewonnen, den Gegner in die Defensive gezwungen und noch ein Remis erkämpft. Ich bin hochzufrieden mit dem Punkt.”
Was Axel Bellinghausen von sich nicht behaupten konnte. Der Ex-Fortune im FCA-Trikot hatte in der 73. Minute nach einem Kopfball von Jovanovic einen Fortuna-Treffer verhindert. „Es tut mir leid, dass ich den Ball von der Linie geholt habe”, schmunzelte der Blondschopf, „aber wir haben ja auch zwei Punkte in Düsseldorf gelassen.”
Statistik
Fortuna: Ratajczak – Weber, Cakir, Anderson, J. van den Bergh – Costa (26. Sieger) – Lambertz (78. Gaus), Fink, Caillas – Bulykin (46. Harnik), Jovanovic.
FC Augsburg: Kruse – Reinhardt, Hegeler, Buck, Bellinghausen – Ndjeng, Brinkmann, Sinkala (84. Torghelle), Mölzl – Szabis (72. Da Costa jun.), Thurk.
Zuschauer: 20 235.
Schiedsrichter: Tobias Christ (Kaiserslautern).
Tore: 0:1 (38.) Thurk, 1:1 (83.) Weber.
Bes. Vorkommnis: Ratajczak wehrte Elfmeter von Thurk ab (31.).
Gelbe Karten: Fink - Reinhardt, Hegeler.
Eckbälle: 3:2.
Torchancen: 8:6.
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