Fortuna-Trainer Meier: "Augsburg war einfach besser"
14.02.2010 | 18:38 Uhr 2010-02-14T18:38:00+0100
Augsburg. Die Düsseldorfer verloren das Spitzenduell um Tabellenplatz drei mit 0:2 und hatten gegen den offensivstarken FCA nicht viel zu bestellen.
Wer in der schmucken Augsburger Fußball-Arena gastiert, will eines garantiert nicht hören: „Eine Insel mit zwei Bergen” in der Techno-Version. Den Lummerland-Hit aus der 70-er Jahre Puppenkiste über Jim Knopfs Eisenbahn spielen sie immer dann, wenn ein Treffer für den FCA fällt. Für 1500 angereiste Fortunen war's am Sonntagnachmittag genau zweimal zu viel.
Grämen musste sich niemand. Vor allem offensiv zeigte sich ein Qualitätsunterschied zwischen einem Bundesliga-Aufstiegsaspiranten und einem Zweitliga-Aufsteiger, der als Fünfter bisher exzellent mitwirkt auf langem vermisstem Terrain. Nach dem klaren 0:2 (0:1) fand Fortuna-Trainer Norbert Meier ebensolche Worte: „Ich habe keinen Grund, die Mannschaft an die Wand zu nageln. Wir waren sicher engagiert. Aber Augsburg war einfach besser.” Und verdiente sich zweifelsfrei die Rückkehr auf Platz drei.
Neben Angreifer Jovanovic musste auch Mittelfeldkicker Zoundi passen. Der Burkiner hatte sich beim Warmspielen übergeben. Seine Position nahm van den Bergh ein, der ins Mittelfeld vorrückte. Schwertfeger blieb trotz der Rückkehr von Weber in der Vierer-Abwehrkette.
Nicht nur dieses Quartett, der gesamte Fortuna-Defensivbereich wirkte vom Start weg unaufgeräumt. Christian Weber vorneweg. Weil er mehrmals vom Ex-Herthaner Nando Rafael und vom pfeilschnellen Franzosen Traore böse vernascht wurde.
Thurks Führungstreffer nach nur 65 Spielsekunden leitete der Torjäger unabsichtlich selbst ein. „Ich habe einen Pferdekuss von ihm abbekommen, kam nicht mehr in die Rückwärtsbewegung. Und schon war bei uns alles durcheinander”, schilderte Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz. Hegelers Vorlage vollstreckte Thurk mühelos. Die Gäste steckten im (Sch)Lummerland fest.
Ein Anruf als
Weckruf
Thurk wusste von diesem Gefühl hinterher auch zu berichten. Der 33-jährige Frankfurter hatte am Morgen fast den Frühstücksstart im Hotel verpasst. Und wäre so, den strengen Gepflogenheiten von Trainer Jos Luhukay folgend, wohl nicht gestartet. Mit dem Telefonjubel nach dem 1:0 dankte Thurk dem unbekannten Anrufer fürs Wecken.
Man arbeitete sich mühsam ins Geschehen. Ex-Fortune Ndjeng lief den im FCA-Strafraum fast frei zum Schuss kommenden Costa in letzter Sekunde ab (24.). Harnik hatte per Heber nach Christ-Vorlage den Ausgleich auf dem Schuh, verzog knapp (26.).
Wäre der Ausgleich vor dem Wechsel noch in Ordnung gewesen, so hatte Fortuna nach der Pause offensiv nichts mehr zu bieten. Anderson rettete gegen einen Thurk-Schuss im Strafraum in Handballer-Manier. Referee Wagner übersah großzügig den fälligen Elfmeter (51.). Dann verzog Thurk vor Keeper Ratajczak (59.). Erinnerte sich zwei Minuten später ans Missgeschick und legte, zuvor abseitsverdächtig, Partner Nando Rafael präzise zum sehenswerten 2:0 auf.
„Das war ein Klassenunterschied! Wir haben viel zu wenig den Abschluss gesucht”, klagte Fortuna-Torjäger Martin Harnik, dessen Anschluss wegen Abseits nicht gezählt hatte (67.). Das Schlusswort gebührte Trainer Meier: „Ich sage jetzt nicht voraus, wo Augsburg landet, weil ich meinen Kollegen nicht unter Druck setzen mag.” Schnauzbartträger Luhukay lächelte da noch ein bisschen mehr.
FCA: Jentzsch – El Akchaoui, De Roeck, Möhrle, Reinhardt – Sinkala, Hegeler (75. Brinkmann) – Traore, M. Ndjeng – Nando Rafael (80. Torghelle), Thurk (64. Buck).
Fortuna: Ratajczak – Schwertfeger, Langeneke, Anderson, Weber – Costa – J. van den Bergh (58. Caillas), Lambertz, Christ (73. Gaus) – Harnik, Oehrl.
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel).
Zuschauer: 15 486.
Tore: 1:0 (2.) Thurk, 2:0 (61.) Nando Rafael.
Gelbe Karten: Sinkala – Harnik (2.).
Torchancen: 8:3 (4:2).
Eckbälle: 7:2 (3:1).
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