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2. Fußball-Bundesliga

Fortuna-Sieg über Ahlen sichert das wirkliche Saisonziel

15.02.2010 | 20:05 Uhr

Düsseldorf. 40 Punkte reichen für Trainer Norbert Meier zum Klassenerhalt. Diese Marke könnte am Freitagabend bereits geschafft werden. Schwache Chancenverwertung war beim 0:2 in Augsburg ein Ansatzpunkt zur Kritik.

Fortuna-Trainer Norbert Meier ist Realist. Und da sollte man besser nicht damit kommen, die verbleibenden Aufstiegschancen nach einem klaren 0:2 beim wirklichen Bundesliga-Anwärter FC Augsburg zu diskutieren. Man muss damit rechnen, dass Meier kurzlippig auf die 40-Punkte-Marke verweist, die in der Regel zum Klassenerhalt ausreicht. Ein Sieg am Freitag (18 Uhr, Arena) gegen Schlusslicht Rot-Weiss Ahlen und das wirkliche Saisonziel der Fortunen wäre schon im 23. Punktspiel geschafft.

Noch keineswegs

aus dem Rennen

So gesehen relativieren sich die Auswärtsschwäche und der verpasste Sprung auf Platz drei am Sonntag. Trotzdem ist Fortuna keineswegs aus dem Rennen um die künftige Startberechtigung gegen Bayern, Schalke und Co. Die Mitstreiter Bielefeld und Duisburg nehmen sich am Freitag ebenso die Punkte gegenseitig ab wie die Spitzenteams Kaiserslautern und St. Pauli am Montag.

Info
Eintrittspreise hoch, Fanzahlen runter

Mittwoch gegen den 1. FC Köln im DFB-Pokal war das neue Augsburger Stadion mit 30 660 Zuschauern erstmals ausverkauft. Am Sonntag beim Verfolgerduell mit der Fortuna waren "nur" 15 486 Fans dabei. Ein Grund: Der Umzug von der Rosenau in Richtung Universität und das Vorhaben eines Bundesliga-Aufstiegs schraubten auch die Eintrittspreise nach oben. Kostete die Gegengerade früher (ohne Dach) nur 15 Euro, so muss man für den gleichen Platz (mit Dach) nun 33 Euro zahlen. Die Anhänger denken: In den vergangenen drei Jahren waren die Karten sehr preiswert, jetzt sind sie zu teuer. miry

Mit dem Eindruck der Augsburger Offensivleistung vom Sonntag drängt sich die Vermutung auf, dass die Schwaben noch Lautern und/oder Pauli gefährlich werden. „Die Mannschaft hat das Zeug dazu. Augsburg hat gezeigt, dass man auch auf einem schlechten Platz gut Fußball spielen kann”, wie Fortuna-Präsident Peter Frymuth betonte. In diesem Falle ganz nüchtern und ehrlich wie Norbert Meier.

Der Trainer ließ kaum Zweifel daran, dass er den FCA im Sommer beim Bundesliga-Debüt vermutet. Laut sagte es niemand. Aber den nicht gerade kleinen Finanzspielraum der Augsburger sah man auf dem Rasen personell. Allein die späte Verpflichtung von Nando Rafael (103 Bundesliga-Spiele für Hertha und Mönchengladbach) als prächtige, aber kaum preiswerte Alternative zum grobmotorischen Ungarn Sandor Torghelle (bisher sieben Tore) dürfte verblüffen.

Der Deutsch-Angolaner, der sich zuletzt beim dänischen Erstligisten Aarhus GF „fitgehalten” hatte, wirkte bei seinem FCA-Startdebüt neben dem schmalbrüstigen Torjäger Thurk wie eine technisch beschlagene Dampfwalze. Fortunas Abwehr sah nicht nur bei Nando Rafaels 2:0 eher mies aus.

Einen Vorwurf, neben der dummen Fahrlässigkeit des Defensivblocks beim 0:1 nach 65 Spielsekunden, machte Coach Meier bei aller Wertschätzung des Gegners seinen Mannen dann doch: „In der ersten Halbzeit wollten wir den Ball ins Tor tragen.” Das Angriffsduo mit Martin Harnik und Jovanovic-Ersatz Torsten Oehrl wirkte, obwohl aus gemeinsamen Zeiten bei Drittligist Werder Bremen II eingespielt, ein wenig hölzern - zumindest im Vergleich mit Thurk/Nando Rafael. Warum? „Wir haben viel zu wenig den Abschluss gesucht”, befand Harnik, „man kann nur etwas reißen, wenn man auch mal auf das Tor schießt.”

Die Statistik untermauerte das: Von sieben „gefährlichen” Schüssen ging genau einer aufs Gehäuse des nicht geforderten Simon Jentzsch. Einmal verzog Harnik knapp. „Wir haben nicht richtig zugepackt und Augsburg so von Anfang an in die Karten gespielt”, befand Oehrl.

Von einer Kopfblockade sprach nach dem sechsten Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg bei zuletzt sieben Heimerfolgen in Serie niemand. Außenverteidiger Christian Weber wagte einen Erklärungsansatz: „Vom eigenen Publikum werden wir mehr gepusht, sind entschlossener und bekommen auch die eine oder andere zweifelhafte Entscheidung des Schiedsrichters zu unseren Gunsten.”

Michael Ryberg

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