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Fortuna muss sich warm anziehen für das Derby im Borussia-Park

25.01.2013 | 18:40 Uhr
Fortuna muss sich warm anziehen für das Derby im Borussia-Park
Fortuna-Torhüter Fabian Giefer – hier vor Alvaro Dominguez am Ball – machte gegen Gladbach zwei seiner besten Saisonspiele.Foto: Getty

Düsseldorf.  Vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach gibt’s zur Aufstellung von Fortuna Düsseldorf so viele offene Fragen wie selten zuvor. Dennoch scheint die Möglichkeit, dass diesmal einer der Neulinge von Anfang an dabei ist, gewachsen.

Fortuna-Trainer Norbert Meier hatte sich vorsichtshalber schon mal warm angezogen. Bei der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr, live bei uns im Ticker) behielt er seine schwarze Strickmütze auf dem Kopf. Auch für seine Mannschaft und alle Fans dürfte das Motto „warm anziehen“ vor der Reise in den eiskalten Borussia-Park die Kleiderordnung bestimmen. Wie’s aussieht, zählt das für Meier dabei wohl erst in zweiter Linie. „Ich bin ja nicht zur Modenschau hier“, juxte er gestern unter seiner schützenden Kopfbedeckung.

Schönheitspreise sind für die Fortuna in dieser Saison ohnehin kein Thema. Alles, was zählt, ist der Klassenerhalt. In der Hinrunde kam der Aufsteiger mit seiner Strategie der kompakten Abwehrarbeit und schnellem Umschalten immerhin auf 21 Punkte. Eine gute Ausgangsbasis, aber zum Überleben selbstverständlich viel zu wenig.

„Was heißt denn hier konservativ?“

Der Rückrundenfehlstart mit dem 2:3 gegen den direkten Abstiegskonkurrenten FC Augsburg darf durchaus als ernste Warnung verstanden werden. „Das war wie ein verschossener Elfmeter“, hat Sportvorstand Wolf Werner bereits gewarnt.

Mit welcher Start-Elf wird Meier seine Fortunen in Mönchengladbach auflaufen lassen? Gegen Augsburg ließ er alle im Winter verpflichteten Neuzugänge zunächst auf der Bank und schickte eine Formation aufs Spielfeld, die in der Hinrunde schon häufig im Einsatz gewesen war – die Bezeichnung „konservativ“ für diese Aufstellung gefiel ihm dennoch nicht. „Was heißt denn hier konservativ?“ fragte Meier gestern, „konservativ wäre es, wenn ich mit Klamotten käme wie vor fünfzig Jahren. In Lederhose und mit Korksohlen unter den Schuhen.“

Fortuna Düsseldorf
2:3 gegen Augsburg - Fortuna verpatzt den Rückrundenstart

Trainer Norbert Meier vom Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf wollte den Grund für die 2:3-Niederlage gegen den FC Augsburg nicht in der umstrittenen Schlussszene suchen, als Schiedsrichter Manuel Gräfe einen Treffer von Stefan Reisinger nicht anerkannte.

Dennoch scheint die Möglichkeit, dass diesmal einer der Neulinge von Anfang an dabei ist, gewachsen. Und das nicht nur, weil nach der Einwechslung von Robert Tesche das bis dahin ausgesprochen lahme Spiel der Fortuna gegen Augsburg doch noch in Schwung kam. Der vom HSV gekommene Mittelfeldspieler ist einer der ersten Anwärter auf einen Platz im Team – mit dem tschechischen Abwehr-Riesen Martin Latka kam im Laufe der Woche ein weiterer Kandidat hinzu. Für Latka käme allerdings nur ein Platz in der Innenverteidigung in Frage, Tesche kann als „Sechser“ oder weiter vorn im zentralen Mittelfeld spielen.

Viele Fragezeichen in Meiers System

So viele Fragen wie diesmal blieben beim Thema Aufstellung selten offen – und Norbert Meier will sie wie üblich erst kurz vor Spielbeginn beantworten. Ob der Ex-Gladbacher Tobias Levels trotz zuletzt unbefriedigender Leistung wieder aufläuft? Wird die Innenverteidigung umgebaut? Müssen Ken Ilsø und Axel Bellinghausen ihre Plätze räumen? Kehrt der genesene Dani Schahin ins Team zurück? Geht Robbie Kruse auf die linke Außenbahn? Bleibt Stefan Reisinger auf der rechten Mittelfeldseite, wo ihm zuletzt gegen Augsburg beide Fortuna-Treffer gelangen – plus ein dritter, der aber nicht gegeben wurde?

Keine Frage ist dagegen, ob Fabian Giefer im Fortuna-Tor bleiben wird – trotz seiner Patzer im Spiel gegen Augsburg. Meier: „Jetzt kommt die Gelegenheit, die Fehler wieder gutzumachen.“ Dabei könnte dem 22-Jährigen die Erinnerung an die ersten beiden Spiele gegen Gladbach eine Menge Mut machen. Beide Male hielt er alles, was noch irgendwie haltbar war. Und nach dem 1:0-Pokalsieg wurde er sogar mit Sprechchören gefeiert.

Walter Brühl



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