Fortuna-Manager Werner spielt Chaos-Szenen in Düsseldorf herunter

Hat offenbar schon viel im Fußball erlebt: Fortuna-Manager Wolf Werner. Im Hintergrund: Sascha Rösler.
Hat offenbar schon viel im Fußball erlebt: Fortuna-Manager Wolf Werner. Im Hintergrund: Sascha Rösler.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Wolf Werner, Manager von Fortuna Düsseldorf, banalisierte das Verhalten der Düsseldorf-Fans. Ein als Abpfiff verstandener Pfiff hätte schon häufiger zu einen Platzsturm wie beim Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC geführt.

Düsseldorf.. Plötzlich wählte Wolf Werner die verbale Offensive. Der Sportdirektor von Fortuna Düsseldorf schlüpfte dafür in die Rolle seines Gegenübers. „Haben Sie so etwas noch nie erlebt?“ fragte er einen Journalisten, der sich eigentlich Antworten erhofft hatte. Fragen hatte das Skandal-Rückspiel der Bundesliga-Relegation gegen Hertha BSC (2:2) schließlich viele aufgeworfen. Als sein Gesprächspartner dann irritiert „Wie bitte?“ entgegnete, wiederholte Werner – diesmal aber mit der Extra-Prise Schärfe im Ton – seine Worte, ehe der Mittdreißiger dann zugeben musste: „Nein, ganz ehrlich, so etwas habe ich noch nie zuvor erlebt.“ Woraufhin Werner feststellte: „Dann haben Sie auch noch nie Fußball geguckt. Schauen Sie mal Fernsehen.“

Der 60-jährige Fortuna-Manager hat möglicherweise einen Erfahrungsvorsprung. Der deutlich jüngere Medienvertreter hat in seinem Leben vielleicht noch nicht genügend Spiele verfolgt, die in der Nachspielzeit fast 25 Minuten unterbrochen werden, weil Fans zwei Minuten vor dem Abpfiff das Spielfeld stürmen, Rauchbomben zünden, bengalische Feuer aufs Spielfeld werfen und nur ein massives Polizeiaufgebot vor den Fanblöcken die Lage unter Kontrolle bringen kann.

Fortuna-Verteidiger Levels war „einfach nur entsetzt"

Möglich, dass für Werner diese Ereignisse zum Fußball gehören. Für Norbert Meier jedenfalls tun sie das nicht: „Wir wollen Fußball sehen, waren aber phasenweise mehr damit beschäftigt, für Ruhe zu sorgen“, ärgerte sich der Fortuna-Trainer hinterher. Düsseldorfs Rechtsverteidiger Tobias Levels, der sich nach dem Spiel nicht so richtig über den Fortuna-Aufstieg freuen konnte, fand recht klare Worte: „Man ist einfach nur entsetzt. Es ist eine Schande."

Sportdirektor Werner indes zeigte sich weiter bemüht, die Szenen herunter zu spielen: „Ich habe es schon öfter erlebt, dass Fans einen Pfiff als Abpfiff missverstehen und dann das Spielfeld stürmen." Bleibt dennoch die Frage, wie die Fans überhaupt auf das Spielfeld gelangen konnten. Wurden beim Sicherheitskonzept Fehler gemacht? Hat der Ordnungsdienst versagt? „Da waren doch plötzlich die Tore offen“, sagte der Reporter schließlich. „Erzählen Sie nicht so einen Quatsch", konterte Werner. „Worauf wollen Sie überhaupt hinaus? Sie fragen einfach dämlich." Sprach's, verschwand – und ließ die Medienvertreter nach dem Rollentausch ratlos zurück.