Fortuna II will sich wieder auf Fußball konzentrieren
27.11.2009 | 19:06 Uhr 2009-11-27T19:06:00+0100Düsseldorf. Nach der angeblichen Wettskandalaffäre um Ben Abelski und Maximilian Schulze Niehues soll am Samstag in Köln gegen Bayer 04 Leverkusen II gepunktet werden.
Als Defensivspieler Sebastian Michalsky am Donnerstag vor dem Training mit Fortuna II im Internet surfte, machte er eine Entdeckung, die ihm fast den letzten Atem raubte. „Ich wollte eigentlich nur wissen, bei welchem Fußballverein ein alter Freund gerade spielt. Da stieß ich zufällig auf eine Nachricht”, erzählt der 26-Jährige. In dieser Meldung wurde verkündet, dass seine Teamkollegen Torwart Maximilian Schulze Niehues und Kapitän Ben Abelski verdächtigt werden, in den europaweiten Wettskandal verwickelt zu sein (die NRZ berichtete). Die Samstag-Regionalligapartie beim Tabellenzwölften Bayer 04 Leverkusen II (14 Uhr, Südstadion Köln) rückte für Michalsky und dessen Teamkollegen damit zunächst in den Hintergrund.
Auch Verteidiger Lukas van den Bergh war schon vor dem Trainingsbeginn um 18.15 Uhr über alles im Bilde. „Ich erfuhr es durch einen Freund, der mich anrief”, so der 21-Jährige.
Spätestens, als neben Fortuna-Trainer Goran Vucic und Teammanager Ilja Ludenberg auch Zweitliga-Coach Norbert Meier in der Umkleidekabine der „Zwoten” auftauchte und das Wort ergriff, war allen Kickern klar: Die Anschuldigungen nimmt der gesamte Verein nicht auf die leichte Schulter. „Ich fand es sehr gut, dass Meier zu uns kam. Er ist schon lange im Fußballgeschäft und versicherte allen, dass der Verein zu den Spielern steht. Er gab uns auch Tipps, wie wir mit der Situation umzugehen haben”, verrät Michalsky. Nach der Kabinenansprache gingen alle in den ganz normalen Trainingsalltag über. Zu den Anschuldigungen wurde nichts mehr gesagt. Stattdessen demonstrierte die Mannschaft Gelassenheit. Es wurde gescherzt und gelacht. Gute Miene zum bösen Spiel?
Der verunsichert wirkende Schulze Niehues verließ unmittelbar nach der Besprechung im Umkleideraum das Gelände, um die Ereignisse des Tages alleine zu verarbeiten. Abelski blieb länger und suchte auf dem Rasen ein fünfminütiges Gespräch mit Trainer Vucic, um sich danach ebenfalls zu verabschieden. In Leverkusen wird der 27-Jährige wegen anhaltenden Meniskusproblemen fehlen.
Nur zwei Tage nach der angeblichen Wettskandalaffäre ist Ersatzkapitän Michalsky froh, wieder sportlich aufzufallen: „Es ist wichtig, dass wir am Samstag schon wieder spielen und man sich schnell auf Fußball konzentrieren muss.” Auch die Aufmerksamkeit von Trainer Goran Vucic gilt nur noch dem Sport: „Wir müssen alle zusammenhalten und versuchen, gegen Leverkusen zu punkten.”
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