Fortuna-Fans haben am Wochenende ihr rotes Gespür bewiesen

Fortuna Düsseldorf sollte die Beleidigungen gegenüber dem DFB nicht hinnehmen.
Fortuna Düsseldorf sollte die Beleidigungen gegenüber dem DFB nicht hinnehmen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Ein Kompliment an die Fortuna-Fans: Die Stimmung im Derby gegen Borussia Mönchengladbach war einfach nur prächtig – obwohl „nur“ 30.000 Zuschauer in die Arena durften. Dennoch: Die Schuld daran trägt sicherlich nicht der DFB, gegen den demonstriert wurde.

Düsseldorf.. Ein Kompliment hatten sich die Fortuna-Fans am Samstag verdient. Nein, man muss nicht herausstreichen, dass kein Feuerwerkskörper gezündelt hat. Ist zwar keine Selbstverständlichkeit. Sollte aber eine solche sein. Allen legitimen Protestmärschen der heißen Liebhaber südländischer Flammenparaden zum Trotze.

Es sollte hier auch kein Thema sein, den Deutschen Fußball-Bund für alle Repressalien rund um die professionelle Balltreterei verantwortlich zu machen. Dass einige Fortunen am Samstag plakativ bis unter die Gürtellinie gingen, sollte der Verein nicht hinnehmen.

Ein milderes Urteil wäre trotz 99-prozentiger Geiselhaft das falsche Zeichen gewesen

Rheinderby All jene, die gegen Hertha und Duisburg auf dem Rasen herumgetobt, die sich auswärts (zu) oft im gefährlichen Abbrennen von Pyrotechnik geübt haben, sind für das Sammelstrafenurteil verantwortlich. Nicht der DFB.

Ob zwei halbe Geisterspiele für Fortunas Arena angemessen sind, darüber lässt sich streiten. Stichwort: Geiselhaft für die 99-prozentige Mehrzahl der Besonnenen. Umkehrfrage: Wäre ein milderes Urteil nicht das falsche Zeichen an all jene gewesen, die ohnehin glauben, sich rund um ein Spiel alles herausnehmen zu können?

Der Protest gegen das Establishment war Samstag vergessen, als der Ball rollte. Trotz der Nullnummer standen die Fortuna-Fans auf den Sitzen. Das 0:0 gegen einen Fast-Champions-League-Qualifikanten wurde zurecht wie ein Sieg gefeiert. Was auch ein Resultat des Gespürs der roten Anhängerschar ist, die ihren Anspruch nicht, wie noch vor zehn oder 20 Jahren, unrealistisch hoch hängt.