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Fortuna Düsseldorf zwischen Vorfreude und Vorsicht

17.01.2013 | 19:46 Uhr
Fortuna Düsseldorf zwischen Vorfreude und Vorsicht
Robbie Kruse beim 2:0 seiner Düsseldorfer Fortuna im Hinspiel gegen Augsburg.Foto: Imago

Düsseldorf. Die Liga ist inzwischen eine andere – doch die Stimmung, mit der Aufsteiger Fortuna am Wochenende in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga startet, gleicht doch irgendwie der, mit der Mannschaft und Umfeld im letzten Jahr die zweite Halbserie der 2. Liga begannen. Damals lagen die Düsseldorfer nach der Hinspiel-Runde bekanntlich ganz vorne auf dem ersten Tabellenplatz. Und auch jetzt herrschen vor dem Wieder-Beginn des Spielbetriebs nach der Weihnachtspause am Sonntag (17.30 Uhr / live bei uns im Ticker) gegen den FC Augsburg in der Stadt Optimismus und Euphorie.

Oliver Finks Warnung

„Die 21 Punkte, die wir bisher geholt haben, hat uns zuvor doch niemand zugetraut“ – das haben alle schon einmal betont. Ob Präsident Peter Frymuth, ob Trainer Norbert Meier oder ob Sportvorstand Wolf Werner. Die überzeugende Hinrunden-Bilanz ist das eine, die bevorstehende Rückrunde kann aber zu etwas ganz anderem werden. „Mit den 21 Punkten, die wir bisher auf unserem Konto haben, werden wir die Klasse nicht halten“ – das sagt beispielsweise Mittelfeld-Mann Oliver Fink. Das eine ist so richtig wie das andere.

Düsseldorf
Düsseldorf erlebte 2012 Fortuna-Hype und viele Baustellen

Der sportliche Erfolg der Fortuna hat Düsseldorf im Jahr 2012 viel Aufmerksamkeit beschert. Doch daneben gibt es viele Beispiele, die zeigen, wie schwer es Vereine im Schatten des Fußballs haben: Die DEG oder die HSG Düsseldorf müssen auch im neuen Jahr um ihre Zukunft bangen.

„Die Spieler müssen auf dem eingeschlagenen Weg engagiert weitermachen, um am Ende den Lohn für das bisher Geleistete einzufahren“, appelliert beispielsweise Vereinschef Peter Frymuth an die Mannschaft. Ein Blick zurück auf die Rückrunde der letzten Spielzeit macht den Beteiligten dabei einerseits Mut, weil mit dem Aufstieg das Happy End gefeiert werden konnte – andererseits war der Fortuna-Motor bis dahin zeitweise so ins Stottern geraten, dass der Sprung ins Oberhaus oft zu misslingen schien.

Dunkle Erinnerungen an die letzte Spielzeit

Am übelsten sah es nach dem fünften Rückrunden-Spieltag aus. Schon bis dahin hatten Fortunas Anhänger vergeblich auf den ersten Sieg der zweiten Halbserie gewartet. Nach einem 1:1 zum Auftakt beim VfL Bochum war mit der 2:3-Niederlage gegen den SC Paderborn sogar die Serie von 273 Tagen und 48 Spielen ohne Niederlage zu Ende gegangen. Es folgten ein 1:1 beim FC Ingolstadt, ein weiteres 1:1 gegen Eintracht Frankfurt und eine 1:2-Niederlage bei den Münchner „Löwen“. Fünf Spiele ohne Sieg ließen die Mannschaft von Norbert Meier aus den Aufstiegsrängen rutschen – von Platz eins gekommen, befand sich das Team plötzlichh auf Rang vier. Und dann kam die in heftige Abstiegs-Turbulenzen geratene Alemannia aus Aachen in die Düsseldorfer Arena. Wenn das keinen Sieg gab, wann denn dann? Das Ergebnis: 0:0, Fortuna nur noch Fünfter. Jetzt drohte der Absturz.

Tops und Flops
Die Tops und Flops der Bundesliga-Hinrunde 2012

Die Hinrunde der Bundesligasaison 2012/13 ist beendet. Bayern zieht an der Tabellenspitze davon, Magath scheiterte in Wolfsburg wohl endgültig mit seinem Alleinherrscher-System. Zum Start in die Winterpause präsentieren wir die Tops und Flops der Hinrunde.

Imponierend, wie der Fortuna die Wende gelang. Ein 5:0 beim Karlsruher SC beendete die Sieglos-Serie. Mit dem anschließenden 3:1-Heimsieg über Aue festigten die Düsseldorfer ihre Position. Doch danach gab’s nicht mehr viel zu feiern. Mit Mühe und Glück – die direkte Konkurrenz stolperte ebenfalls nur noch vor sich hin – rettete sich die Fortuna am Ende auf Platz drei und in die Relegation.

Für Meier zählt nur der Klassenerhalt

Wie’s dort weiterging ist hinreichend bekannt. „Ende gut, alles gut“ hieß es schließlich. Ganz ähnlich ist auch die aktuelle Ansage von Norbert Meier zu verstehen, der immer dies betont: „Das einzige Ziel ist es, nach dem letzten Spieltag über dem Strich zu stehen.“

Walter Brühl



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