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Fortuna Düsseldorf macht den Doppel-Null-Agenten

23.09.2012 | 20:00 Uhr
Technische Kabinettstückchen hatte nicht nur Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz eher selten zu bieten.

Düsseldorf.  In der Fußball-Bundesliga steht bei Fortuna Düsseldorf die Null seit drei Spielen nicht nur auf der richtigen Seite. Gegen den SC Freiburg hätte man in der Nachspielzeit noch gewinnen können. „Wir tun uns schwer, die letzten Bälle vorn an den Mann zu bringen", sagte Trainer Norbert Meier.

Was haben Bundesliga-Rückkehrer Fortuna und Geheimagent James Bond gemeinsam? Beide darf man derzeit getrost als Doppel-Null-Agenten bezeichen. Jene im roten Jersey präsentieren sich allerdings lange nicht so prickelnd und unterhaltsam wie der britische „007“, der seit immerhin 1962 in der Belle Etage des großen Kinos zu überleben versteht. Letzteres ist natürlich auch das selbstredende sportliche Ziel der Fortuna im Fußball-Oberhaus. Und genau dafür dürfte das dröge 0:0 gegen vor allem in der zweiten Halbzeit spielerisch bessere Freiburger dienlich gewesen sein.

Der über weite Strecken wenig erstliga-taugliche Kick offenbarte allerdings, wie steinig und schwer der Weg für die Fortuna zu Platz 15 werden wird. Cheftrainer Norbert Meier fasste das Gesehene in drei klaren Sätzen zusammen: „Der Fußball in der höchsten Liga setzt eine gewisse Klasse voraus. Da müssen wir eben solche Abstriche machen. Trotzdem habe ich deshalb keinen Spieler meiner Mannschaft weniger lieb.“

Fußabwehr gegen Togo-Slowaken

Das weiterhin gute Defensivverhalten legte die Gäste spätestens am Fortuna-Strafraum brach. Bei den wenigen Breisgauer Chancen präsentierte sich Keeper Fabian Giefer selbstsicher, pflückte dazu jede Flanke. Größte Parade: eine Fußabwehr gegen Karim Guédé. Der gebürtige Hamburger mit Familienwurzeln in Togo und Länderspieleinsätzen für die Slowakei hätte einen Patzer des am Samstag fehlerhaften Stelios Malezas fast genutzt.

Bundesliga
Fortuna nach dritter Nullnummer weiter ohne Gegentor

Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat die dritte Nullnummer in Folge hingelegt. Auch gegen den SC Freiburg kassierten die Düsseldorfer kein Gegentor. Wolfsburg trennte sich 1:1 von Fürth. Mainz schlug Augsburg mit 2:0.

Von den wenigen prickelnden Einschussmöglichkeiten hatte die im Vorwärtsgang unaufgeräumte Fortuna noch die beiden besten. Dani Schahin versiebte eine Kruse-Hereingabe im Fünfmeterraum (52.). In der Nachspielzeit hatten dann die Einwechselkicker ihren Auftritt. Nando Rafael spitzelte eine Hereingabe von Johannes van den Bergh aus kurzer Zieldistanz an die Freiburger Querlatte, Du-Ri Cha bekam seinen Schuh nicht mehr richtig hinter den Abpraller. Und schoss die Kugel ungelenk übers Gebälk.

„Das wäre des Guten zu viel gewesen. Bei uns hat offensiv der nötige Biss gefehlt“, kritisierte Mittelfeldkicker Oliver Fink. Abwehrrecke Jens Langeneke, neben Keeper Giefer sicher bester Fortune, hatte schlechte Laune. In erster Linie, weil einige „Experten“ sein Team in der Favoritenrolle gesehen hatten: „Die Erwartungshaltung vor dem Spiel war schon recht hoch. Dabei spielt Freiburg ein bisschen länger Bundesliga als wir. Und hat auch was drauf. Offensiv haben wir nicht so viel gebracht, dass drei Punkte verdient gewesen wären. Wir müssen uns fußballerisch verbessern, da habe ich die Augen sicher nicht zu.“

Sportvorstand Wolf Werner beurteilte die 92 Spielminuten ähnlich: „Das war ein weniger guter Auftritt von uns. Wir haben zu viele Fehler, vor allem auch zu viele Abspielfehler gemacht.“

Cheftrainer Norbert Meier spezifizierte: „Wir tun uns schwer, die letzten Bälle vorn an den Mann zu bringen. Wir müssen damit klar kommen, nicht mehr so viel Zeit am Ball zu haben wie in der zweiten Liga.“ Freiburg wirkte da in einigen Situationen gedankenschneller.

„Gewonne hätt’ mer scho lieber!“

Das Publikum nahm das zähe Treiben geduldig hin. Pfiffe oder Unmutsbekundungen gab’s kaum. Kleine Fußballfeste, wie sie in der zweiten Liga des Öfteren zu bestaunen waren, dürften in dieser Saison die Ausnahme bleiben.

Ein Lob an den Aufsteiger hatte Sportclub-Trainer Christian Streich parat: „Fortuna ist im Spiel gegen den Ball mit das Beste der Liga.“ Was sich in der Laufdistanz allerdings nicht widerspiegelte. Streich mochte das Match nicht schlecht reden, schob aber im besten Schwarzwald-Slang hinterher: „Gewonne hätt’ mer scho lieber!“ Kollege Meier hielt hanseatisch korrekt dagegen: „Wir auch.“ Damit das Überleben a la Bond leichter fällt.

DAS SPIEL IN DER STATISTIK

Fortuna: Giefer – van den Bergh, Langeneke, Malezas, Levels – Fink, Bodzek (63. Bellinghausen) – Lambertz, Voronin (80. Cha), Robbie Kruse – Schahin (71. Rafael).

Freiburg: Baumann – Sorg, Diagne, Ginter, Mujdza – Makiadi, Schuster – Caliguri (74. Freis), Max Kruse, Schmid – Guédé (78. Flum).

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Brusewitzer SV/Rostock).

Zuschauer: 26 862.

Tore: Fehlanzeige!

Gelbe Karten: Levels (1. der laufenden Saison), Bellinghausen (2.) – Mujdza, Flum.

Eckbälle: 3:6 (2:1).

Torchancen: 5:4 (3:3).

Torschüsse: 10:11.

Foulspiele: 13:18.

Ballbesitz: 46:54 Prozent.

Gewonnene Zweikämpfe: 50:50 Prozent.

Meiste gewonnene Zweikämpfe: Fink (18) – Mujdza (18).

Meiste Ballkontakte: Levels (69) – Schuster (89).

So geht es weiter: SpVgg Greuther Fürth – Fortuna (Di., 20 Uhr, Stadion Ronhof).

Fortuna spielt wieder 0:0

 

Michael Ryberg


Kommentare
24.09.2012
11:34
Teil II
von dukeols | #5

Betreff: aus einem Köln Forum

“Man kann ja noch nicht mal mehr seine größten Feinde hassen.
Da sitze ich Samstagabend auf der Couch und gucke Sportstudio.
Und da sehe ich diesen Jungen aus Düsseldorf, wie er glücklich von seinen Toren erzählt.
Und was passiert? Der Kerl ist mir sympathisch und ich freue mich für ihn.

Und dann denke ich...
Warum holt Düsseldorf 18 neue Spieler mit ohne Geld?
Und warum gewinnen die direkt?
Warum verdammt müssen die sich nicht erst einmal einspielen?
Und dann denke ich außerdem: Respekt Düsseldorf, saubere Arbeit.

Manchmal werde ich mir selber unheimlich.“

Lieber NM und WW, bitte so weiter machen

und wie immer

95 ole

24.09.2012
11:32
Ich jammerte, weil ich keine Schuhe hatte,bis ich einen Mann ohne Beine traf.
von dukeols | #4

Wenn ich hier die Kommentare lese, kann ich nur mit dem Kopf schütteln!
Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir nach dem 4. Spieltag als EINZIGES Team in Europa ohne Gegentor 7. in der Tabelle sind, ich glaube ich hätte ihn für verrückt erklärt, denn ich erinnere mich gut an den Saisonstart von 2 Jahren, als wir die ersten 7 Spiele (inkl. Pokalaus in Koblenz) verloren hatten.
So einen Start hatte ich für diese Saison erwartet.

Ob wir in der Zukunft die Hütte voll kriegen, oder sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel steigert weiß ich nicht, denn ich bin kein Wahrsager. Aber denke positiv. Bei mir ist das Glas immer halbvoll. Die Arbeit von WW zu kritisieren zeugt von fehlendem Sachverstand. Wer den Doppelpass letzte Woche gesehen hat, weiß wie sehr selbst "Experten" die Leistung von WW loben. Er hat es geschafft "ohne" Geld eine Mannschaft zusammen zu stellen, die von der 3. in die 1. Liga aufzusteigen.Und die neuen brauchen nun mal ein bißchen Zeit. Fortsetzung folgt..

24.09.2012
10:22
@ wolla
von tomaraya | #3

Mein Gott!
Du kannst auch nur nörgeln. Natürlich ist das kein schön anzusehender Fußball. Aber leider waren die Düsseldorfer in dieser Saison noch nicht in der Lage, das Gehalt und die Ablöse von Messi und Iniesta zu stemmen. Kommt bestimmt noch!! Meier lässt mit dem vorhandenen Personal das spielen, was möglich ist. Und derzeit ist, so blöd wie ich es auch finde, nicht mehr drin. Warte noch ein wenig ab. Es zählen nur die eingeheimsten Punkte, nichts anderes. Wenn Du schönen und erfolgreichen Fußball sehen möchtest, dann kann ich Dich nur an Dortmund oder Bayern verweisen.
Schon zu Drittligazeiten (!!!) hast Du ewig gemeckert, dass es unter Meier nichts mit dem Aufstieg wird. Das eher das Wasser des Rhein rückwärts läuft usw.
Hast Dich zwei Mal vertan. Vielleicht auch dieses Mal wieder. Also abwarten und machen lassen.

@ 2: Deine Mannschaft hat gestern auch nur 0:0 gespielt und steht als Letzter der 2. Liga mit dem Rücken zur Wand. Also sperr mal nicht so weit den Rachen auf.

24.09.2012
07:59
Fortuna Düsseldorf macht den Doppel-Null-Agenten
von marwang | #2

die maurerkolnne wird dieses spiel nicht lange durchhalten dann gehts nach unten dass ist doch kein BL fussball

23.09.2012
22:47
Die roten Doppel-Null-Agenten
von wolla | #1

Herr Meier ist doch für die fehlende spielerische Klasse seiner Mannschaft verantwortlich!
Lambertz und Fink produzieren einen Fehlpass nach dem anderen. Bei Lambertz johlt das Volk, wenn er einen Ball, den er selber verdaddelt hat, mit großen Aufwand wieder abgrätscht, um den folgenden Fehlpass zu spielen. Da ist, bei allem Kampfgeist von Lambertz, die Effiziens = 0. Auf der Bank sitzen hochveranlagte Fussballer wie Ilsö oder Grabuschewski, die aber nicht oder kaum zum Einsatz kommen. So wird man die Klasse nicht erhalten. Leid tut mir Voronin, der zur Zeit nur von Rumpelfussballern umgeben ist, die noch nicht mal das kleinere Fussball 1 x 1 beherrschen. In der Pause muss dringend nachgelegt werden. Angebliche Verstärkungen wie Reisinger oder Nando bringen nichts. Ganz schlimm fand ich gestern den fehlenden Biss der Fortuna. In dern letzten 5 Minuten ging man mal auf den Mann und schon kamen die Freiburger ins Schwimmen. Warum so ängstlich, Herr Meier?

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