Fortuna bei 0:2 gegen Aalen von den eigenen Fans verhöhnt

Foto: imago/Eibner
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Nach dem 0:2 gegen den Tabellenletzten VfR Aalen machten rund 200 aufgebrachte Anhänger oberhalb des Spielertunnels ihrem Unmut lautstark Luft.

Düsseldorf.. Es waren tumultartige Szenen, die am Freitag in der dritten Halbzeit einen rabenschwarzen Fußballabend in der Stockumer Arena beendeten. Nach dem Schlusspfiff von Fortunas 0:2 (0:1)-Blamage gegen den Tabellenletzten VfR Aalen hatten sich rund 200 aufgebrachte Anhänger oberhalb des Spielertunnels am Tribünenrand versammelt und machten ihrem Unmut lautstark Luft. Erst nach einem eiligst herbeigerufenen Großaufgebot von 60 Ordnern entspannte sich die Situation allmählich, an deren Ende sich die Spieler den Fans stellten und auch noch eine Viertelstunde nach dem Schlusspfiff Erklärungsversuche für die erneute Pleite gegen ein Kellerkind der 2.Liga abgaben.

2. Bundesliga In den 90 Spielminuten zuvor erteilte der rot-weiße Anhang „seiner“ Mannschaft die Höchststrafe und verhöhnte die Mannschaft. „Oh, wie ist das schön“, intonierten die Fans nach dem Aalener Führungstreffer in der 27. Spielminute. Der anfängliche Sarkasmus auf den Tribünen schlug spätestens nach dem 0:2 (70.) durch einen Foulelfmeter von Jürgen Gjasula nach einem hohen Bein von Julian Schauerte an Dominick Drexler in blanke Wut um. „Wir haben die Schnauze voll“, schallte es von den Rängen. Im Fokus der Schmähgesänge stand jedoch Fortunas Sportvorstand Helmut Schulte, der diese jedoch nicht persönlich nehmen wollte: „Das ist doch in so einer Situation normal. Man sucht einen Sündenbock und zuerst ist der Trainer dran, dann der Manager.“

Zwei Nachwuchsspieler feierten ihr Debüt

Interimstrainer Taskin Aksoy, der im Vorfeld personelle Überraschungen angekündigt hatte, versprach nicht zuviel. Nachwuchsspieler Kaan Akca, der erst vor wenigen Tagen seinen ersten Profivertrag bei der Fortuna über drei Jahre gezeichnet hatte, bekam auf der Doppel-Sechs neben Oliver Fink zunächst den Vorzug gegenüber Andreas Lambertz, der zur Halbzeit für Fink eingewechselt wurde, der über Adduktorenprobleme klagte. In der Abwehr, wo neben dem Trio Tah/Soares/Schmidtgal auch Teamkapitän Adam Bodzek erwartungsgemäß verletzt ausfiel, feierte auch Akcas U-23-Teamkollege Maurice Pluntke an der Seite von Dustin Bomheuer sein Startelf-Debüt in der 2. Bundesliga.

Zumindest die Anfangsphase, in der sich die Gäste gleich zwei aussichtsreiche Chancen erspielten, überstand die Fortuna schadlos. Im Spiel nach vorne lief dagegen nichts zusammen. Die zaghaften Vorstöße über die Außenbahnen mündeten spätestens am gegnerischen Sechzehner im Ballverlust. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als sich Fortunas Fans entgegen des Stimmungs-Boykotts zu ersten zaghaften Anfeuerungsgesängen hinreißen ließen, schlugen die Gäste nach einem Eckball zu. Orhan Ademi fand zwischen Pfosten und Julian Schauerte die Lücke zum 0:1 (27.). Pechvogel Schauerte, der bereits beim 0:1 unglücklich aussah, musste sich dann auch noch das 0:2 ankreiden lassen. „Uns fehlt die Leichtigkeit und die Qualität im letzten Drittel“, so Interimscoach Aksoy, „wir spielen scheinbar mit einem Kühlschrank auf dem Rücken.“