Finks Traum-Comeback rettet unglückliche Fortuna beim KSC

Oliver Fink nach seinem Treffer zum 1:1 in Karlsruhe.
Oliver Fink nach seinem Treffer zum 1:1 in Karlsruhe.
Foto: Imago
In seinem ersten Punktspiel nach 297-tägiger Verletzungspause köpft der Routinier seine Mannschaft in Unterzahl zum 1:1 in Karlsruhe. Tah sah Gelb-Rot, Gartner schied verletzt aus.

Düsseldorf.. Als Christian Gartner gestern Abend auf Krücken zum Mannschaftsbus der Fortuna humpelte, besaß die Szenerie reichlich Symbolcharakter für den Start des Fußball-Zweitligisten aus der Winterpause. Der defensive Mittelfeldspieler hatte ersten Diagnosen zufolge wohl noch einmal Glück im Unglück. Als der 20-Jährige sich Sekunden vor der Halbzeit bei einer Grätsche das rechte Knie verdrehte und mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine abtransportiert wurde, musste man im ersten Moment schon das Schlimmste befürchten. Ein Kreuzbandriss kann, so die erste vorsichtige Einschätzung des Vereins, aber ausgeschlossen werden. Eine Verletzung im Sprunggelenk soll hingegen heute nach abgeklungener Schwellung näher untersucht werden.

Auch die Fortuna kam gestern noch einmal mit einem blauen Auge davon, nachdem der Start aus der Winterpause in die Rest-Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga für die Düsseldorfern zunächst einen rabenschwarzen Verlauf genommen hatte. Auf eine strittige Gelb-Rote-Karte gegen Jonathan Tah (39.) folgte kurz darauf der Ausfall von Christian Gartner. Keine zehn Minuten nach dem Seitenwechsel schien der gebrauchte Tag perfekt, als Mannschaftskapitän Adam Bodzek gegen Aktivposten Hiroki Yamada auch noch einen Foulelfmeter verursachte und die Badener durch Rouwen Hennings vom Punkt in Führung gingen.

1:1 fällt nach erster Torchance der Fortuna

Der bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur in personeller Überzahl spielbestimmende KSC hatte die Rechnung allerdings ohne einen Fortunen gemacht, der auf seinen großen Auftritt fast ein Jahr lang warten musste. 297 Tage nach seinem erlittenen Kreuzbandriss feierte Routinier Oliver Fink in seinem ersten Punktspiel nach seiner Genesung ein traumhaftes Comeback. Eine Freistoßflanke von Michael Liendl köpfte der 32-Jährige nur fünf Minuten nach dem Karlsruher Führungstreffer zum 1:1-Endstand in die Maschen. Es war die erste und einzige Torchance der Gäste, die von Beginn an unter Druck gerieten.

20. Spieltag Ohne Antreiber Sergio da Silva Pinto (Knieprellung) suchten die Gäste nach einem Zugriff auf die Partie. Der KSC drückte indes wie erwartet mit Winterneuzugang Sallahi und dem zunächst von Tah abgemeldeten Torres über die Flügel, wo die Fortuna ihr Kurzpassspiel vermissen ließ. Stattdessen ging es hoch und weit auf die Stürmer. Auf Kosten von zahlreichen Ballverlusten. Auch, weil Joel Pohjanpalo gestern sichtlich neben sich stand.

Tah ungestüm zu Gelb-Rot

So nahmen die Nackenschläge ihren Lauf. Ging Tah’s erster Gelber Karte (36.) noch eine strittige Szene voraus, als Schiedsrichter Robert Hartmann auch auf Stürmerfoul gegen Yamada hätte entscheiden können, der auf Tah auflief, muss sich Fortunas Innenverteidiger zumindest den Vorwurf gefallen lassen, gerade einmal drei Minuten nach seiner Verwarnung nicht so ungestüm von hinten in die Beine von Torres zu grätschen. Tah konnte sich bei Oliver Fink und den Teamkollegen bedanken, die über 50 Minuten lang in Unterzahl bravourös kämpften und einen Punkt retteten.