Ein Führungsspieler im Hintergrund
25.01.2010 | 19:30 Uhr 2010-01-25T19:30:00+0100Düsseldorf. Jens Langeneke ist für Fortunas Abwehr fast unverzichtbar. Seine Zukunft ist aber noch offen. Gemeinsam mit dem an seiner Seite aufgeblühten Anderson bildet der 32-Jährige ein starkes Innenverteidiger-Duo.
Im nordamerikanischen Profisport ist mitunter von den „unsung heroes” die Rede – den unbesungenen Helden in einer Mannschaft, die man nicht so richtig wahrnimmt. Weil sie wenig spektakulär wirken. Dafür aber zuverlässig und konstant Leistung bringen. Einer, der in den vergangenen Wochen in der Euphorie rund um die Zweitliga-Kicker der Fortuna etwas in den Hintergrund der öffentlichen Wahrnehmung trat, ist Jens Langeneke.
Dabei ist der Innenverteidiger für die Rot-Weißen fast unverzichtbar. Der 32-Jährige, der seit dem Sommer 2006 für die Fortuna aufläuft, ist lautstarker Führungsspieler, der mit seiner kritischen Meinung nicht hinter dem Berg hält – und der sportlich eine wichtige Rolle im Team einnimmt.
So stabilisiert Langeneke nicht nur die Defensive. An seiner Seite blühte der sensible Brasilianer Anderson nach seinem verunglückten Engagement beim VfL Osnabrück auf, entwickelte sich zu einem der derzeit besten Innenverteidiger in Liga zwei.
Die anfängliche Sprachbarriere ist dabei kein Hindernis mehr. „Anderson versteht einiges. Nur mit dem Sprechen hat er Schwierigkeiten”, berichtet Langeneke. „Aber das ist nicht gravierend. Die Fußballer-Sprache auf dem Platz ist einfach.”
Im Rahmen des von Cheftrainer Norbert Meier vorgegebenen taktischen Grundmusters sprechen sich die beiden ab: „Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig absichern. Ansonsten hängt vieles von der jeweiligen Spielsituation ab.”
Von der Euphorie im Umfeld, den Träumen vom Durmarsch mag sich der Routinier indes (noch) nicht anstecken lassen. Rechenspiele lehnt Langeneke ab. „Wir wären genau auf dem falschen Dampfer, wenn wir schon über das Spiel in Koblenz hinausschauen”, warnt der Verteidiger.
Am Freitag (18 Uhr, Stadion Oberwerth) steht die Partie bei den Blau-Schwarzen an. Auf dem Papier sieht diese wie ein Selbstläufer aus. Die TuS liegt mit 13 Zählern auf Relegationsrang 16 – exakt 21 Punkte hinter der Fortuna.
Gerade diese vermeintlich leichte Ausgangslage lässt bei Langeneke die Alarmglocken schrillen: „Koblenz hat in der Winterpause mächtig eingekauft. Die Mannschaft ist nicht mehr mit der aus der Hinrunde zu vergleichen.” Aus der ersten Liga kamen Andreas Glockner (SC Freiburg) und Daniel Gunkel (FSV Mainz 05), vom Ligakonkurrenten FC Augsburg dazu Edmond Kapllani.
Langenekes Zukunft ist offen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, Gespräche mit Manager Wolf Werner gab es noch nicht. „Ich habe keine Eile. Herr Werner hat im Moment ja auch viel zu tun”, schmunzelt der Verteidiger mit Blick auf die derzeitigen Verhandlungen mit Teamkollegen. Und stellt sich diesmal selbst in den Hintergrund: „Wir können das später noch regeln.”
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