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Drei Raketen, null Tore, viele Fragen

09.12.2007 | 21:18 Uhr

Geschosse aus dem Fortuna-Fanblock sorgten in Essen fast für einen Spielabbruch. Vier Ordner wurden verletzt.

Der drittklassige Fußball-Nachmittag an der Hafenstraße zu Bergeborbeck bescherte keine Treffer, hinterließ aber Fragezeichen. Wie will es Fortuna schaffen, mit 17 Treffern in 20 Spielen am Ende in die zweite Liga aufzusteigen? Wer soll für den auch beim glücklichen 0:0 gegen Rot-Weiß Essen harmlosen Elferrat künftig auf dem Trainerstuhl verantwortlich zeichnen? Und: Welch teuflische Flüssigkeiten nehmen Zeitgenossen zu sich, die mit drei abgefeuerten Leuchtraketen die Protagonisten, das Publikum und die arbeitende Ordnerschar gefährden und fast einen Spielabbruch herbeigeführt hätten?

Info
Rot-Weiß Essen - Fortuna 0:0

Das Spiel in der Statistik

RWE: Masuch – Andersen, Sereinig, Czyszczon, Erfen (86. Kazor) – Kotula, Stoppelkamp (70. Uzun), Gorschlüter, Klinger – Guie-Mien, Lorenz.

Fortuna: Melka – Hergesell, Langeneke, Cakir, Krecidlo – Costa, Anfang (60. Klimczok), de Cock – Erwig, Lawaree, Cebe (60. Heidinger).

Schiedsrichter: Stefan Lupp (Zossen)

Zuschauer: 13 056.

Tore: Fehlanzeige!

Gelbe Karten: Lorenz – Cebe (5./gegen WSV am 16. Februar damit gesperrt).

Eckbälle: 7:6.

Torchancen: 7:2.

Eine Viertelstunde vor Spielschluss wurde der kämpferisch ordentliche, aber spielerisch schwache Nachmittag für fast alle der 13 056 Zuschauer zum Ärgernis. Erst flogen zwei rote Leuchtraketen aus dem 2000 Köpfe starken Fortuna-Block G. Referee Stefan Lupp ließ über RWE-Stadion(kult)sprecher Walter Ruege den Spielabbruch androhen. Nutzte nichts. Fünf Minuten später wurde eine weitere Leuchtrakete gezündet. Für Lupp das Zeichen, die Teams in die Kabine zu schicken.

Glück für Fortuna: Neun Minuten später ging es doch noch weiter. Ein Abbruch hätte wohl den hart erkämpften Teilerfolg gekostet. „Das sind Krawalltouristen, die wir bei unseren Heimspielen nicht sehen”, erklärte Geschäftsführer Paul Jäger. Sichtlich aufgebracht. Harald Meyer, Mitglied der Sicherheitskommission beim DFB, pflichtete der Einschätzung bei: „Es waren keine Fortuna-Fans, sondern Straftäter.”

Das Polizei- und Ordneraufgebot, nicht nur im und rund um den 2000 Zuschauer fassenden Fortuna-Block, war enorm. Verwunderlich bleibt, wie trotzdem Raketen in den Block gelangten. Vier Ordner hatten die giftigen Dämpfe eingeatmet und mussten medizinisch behandelt werden. Einen der Vollidioten im Fortuna-Block hatte sich die Polizei offenbar gegriffen. Strafen kommen auf beide Vereine zu. In Form von Euro-Spenden.

Der Ball rollte auch. Mehr unkontrolliert als zielgerichtet. Obwohl Coach Werner drei Spitzen aufgeboten hatte, brachte Fortuna keine wirklich gute Chance zustande. Vor der Pause ließen sich die Grün-Hemden sogar von den ersatzgeschwächten Rot-Weißen auskontern. Ex-Fortune Stoppelkamp traf den Pfosten (23./35.), Aushilfsangreifer Lorenz per Kopf die Querlatte (23.).

„Vor der Pause haben wir uns dilettantisch angestellt, danach das Spiel aber kontrolliert. Trotzdem schießen wir zu wenig und verlieren zu viele Bälle auf dem Weg nach vorn”, kritisierte Werner. Ohne den grippekranken Anfang und den verletzten Christ passte im Mittelfeld nicht viel. Regisseur Anfang hechelte nach seiner Verletzungspause der Musik fast ständig hinterher.

Kastrati-Ersatz Cebe sorgte vorn mit guten Eins-gegen-Eins-Situationen zwar für Belebung. Kassierte aber nach einer Schauspieleinlage seine fünfte Gelbe Karte und war später „rot-verdächtig”.

Ach ja, potenziellle Trainer-Kandidaten hatten sich den wenig erbaulichen Nachmittag nicht entgehen lassen. Michael Frontzeck unter anderem. Auch der Ex-Lauterer Wolfgang Wolf, der ja Topfavorit sein soll, hockte auf einem der unbequemen Haupttribünensitze. Über das Fortuna-Kardinalthema zerbrechen sich nun Sport-Geschäftsführer Werner, Sportvorstand Thomas Allofs und Aufsichtsratsmitglied Reiner Calmund den Kopf.

Michael Ryberg

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Kommentare
10.12.2007
12:52
Drei Raketen, null Tore, viele Fragen
von Kalix | #1

Bitte keinen Verlierertyp engagieren; dies ist Wolgang Rolf. Dort, wo er arbeitete, stand die Summe der Vorlorbeeren in keinem Verhältnis zu den gewonnenen Punkten

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