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Der Platz am Radio ist reserviert

24.10.2008 | 20:40 Uhr

Bekim Kastrati versucht heute für zwei Stunden das Krankenhaus zu verlassen, Oliver Hampel verfolgt Fortunas Auswärtsmatch beim VfB Stuttgart II vor dem eigenen Computer.

Mönchengladbach, Samstag gegen 13.30 Uhr: Bekim Kastrati spricht mit dem Oberarzt, bittet das Krankenhaus für knappe zwei Stunden verlassen zu können. „Ich will nach Hause, Radio hören!” Und via Computer im Internet sehen, was Fortuna im Drittliga-Duell beim VfB Stuttgart II erreicht. „Es ist schmerzhaft genug, dass ich in dieser Saison noch nicht spielen konnte”, klagt der Stürmer, der erst wegen einer Zehoperation ausfiel und seit Mittwoch mit Fieber im Krankenhaus liegt, „ich hoffe, ich darf auch wirklich raus.”

Verordnet der Arzt dem Albaner jedoch weiter Bettruhe, wird er per Handy von Bekannten aus dem Stadion informiert. So wie am 20. September. Kastrati sah im Borussia-Park Mönchengladbachs 0:1-Niederlage gegen Hertha BSC Berlin. Und freute sich gegen 15.42 Uhr über Fortuna 1:0-Siegtreffer von Ranisav Jovanovic in Aue. „Ich bin Fan meiner Mannschaft”, betont Kastrati, „ich muss auch am Samstag erfahren, was in Stuttgart passiert.” Per Radio, Fernsehen, oder Telefon.

Szenenwechsel. Oberbilk, kurz vor 14 Uhr. Oliver Hampel schaltet das Radio ein, startet den Computer. Der Fortuna-Mittelfeldspieler kann auch nicht nach Stuttgart, ist aber zu Hause. Ein Leistenbruch verhindert seit vier Wochen jede sportliche Betätigung.

„Ich sitze am Radio und zittere mit der Mannschaft”, erklärt Hampel. „Danach schaue ich mir die Fernsehberichte an und telefoniere mit den Jungs.” Dabei geht es ihm heute besser als vor einer Woche. Ein Spezialist in Berlin stellte fest, dass es sich bei seiner Verletzung nicht, wie lange gedacht, um eine Schambeinentzündung handelt, sondern um einen Leistenbruch. „Jetzt habe ich wenigstens Gewissheit”, erklärt Hampel, „am Mittwoch werde ich operiert und vielleicht werde ich dann dieses Jahr noch fit.” Für die nächsten Auswärtsspiele ist der Platz am heimischen Computer reserviert.

Weitere Szenenwechsel gefällig? Nach Büderich, zu Robert Palikuca, zu Henri Heeren in Brunssum/Niederlande, nach Köln zu Kenan Sahin? Alle werden heute ab 14 Uhr den Computer einschalten. Denn mehr können sie nicht tun: Nur hoffen, dass heute in Stuttgart die Torchancen genutzt werden.

Piet Keusen

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