Das gute Gefühl mitnehmen
23.01.2008 | 19:15 Uhr 2008-01-23T19:15:00+0100Die Leistung beim 2:3 gegen München sorgte für Hochstimmung beim Regionalligisten. Schock für Bekim Kastrati: Der Angreifer verletzte sich schwer und musste operiert werden.
Hochstimmung herrschte am Dienstagabend rund um die Arena in Stockum. Mit der ausgesprochen guten Leistung beim 2:3 (0:1) im munteren Testkick gegen den Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München hatten die Regionalliga-Kicker der Fortuna für rundum gute Laune auf den Rängen und in Spielerkreisen gesorgt. Einem war aber unmittelbar nach der Partie ein gehöriger Schreck in die Glieder gefahren: Bekim Kastrati musste postwendend in die Golzheimer Klinik eingeliefert werden.
Der 27-Jährige hatte sich offenbar schon kurz nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit einen Hodenriss zugezogen, blieb aber bis zum Schlusspfiff auf dem Platz. Gestern Morgen wurde der Angreifer bereits operiert. Vier bis sechs Wochen muss der Albanier nun pausieren.
Lumpis Lust auf Erstliga-Fußball
Trotz des Schocks hatten Kastratis Teamkollegen schnell ihre gute Laune wieder gefunden. Die Freude über den engagierten Auftritt und die Mut machende eigene Leistung überwog dann doch deutlich.
Wie schon in den Duellen gegen die Bundesligisten aus Bremen und Dortmund wusste vor allem Fortunas Mittelfeldrenner Andreas Lambertz gegen den Oberhaus-Primus zu gefallen. Es scheint so, als ob „Lumpi” richtig Lust auf Erstliga-Fußball bekommen hat.
Entsprechende Ambitionen umschifft der 23-Jährige aber verbal ausweichend. „In der ersten Liga würde ich schon gerne mal spielen”, schmunzelte Lambertz. „Am liebsten natürlich in Düsseldorf!”
Für Sebastian Heidinger hatte der Testkick gegen den FC Bayern eine besondere Bedeutung. Der 22-Jährige stammt aus der Nachwuchsabteilung des deutschen Rekordmeisters und pflegt noch einige Kontakte im Süden. Vor allem zu Andreas Ottl und Torhüter Michael Rensing, mit dem „Heidi” eine Wette laufen hatte. Die kam aufgrund der Rückenverletzung des FCB-Torhüters allerdings nicht zustande.
„Wir beide hatten nach Bekanntgabe des Spiels telefoniert. Und dabei eine Wette abgeschlossen, dass ich gegen ihn einen Treffer erziele”, verriet der Fortuna-Stürmer.
Der Bayern-Trainer setzte alle Spieler ein, um Erkenntnisse zu gewinnen.
WECHSEL: Alle mitgereisten 19 Spieler hatte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld eingesetzt. „Ich wollte jedem eine Chance geben. Man hat gesehen, wer besser drauf ist”, erklärte Hitzfeld die vielen Auswechslungen. Hintergrund: Neben der Partie gegen die Fortuna bestreitet der FCB nur noch einen weiteren Test. Am Samstag geht's gegen den Stadtrivalen 1860.
SUCHE: Fortuna-Trainer Norbert Meier hat noch drei Gelegenheiten, die beste Formation zu finden: Am Samstag gegen Zweitligist Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr, Paul-Janes-Stadion) sowie am 30. Januar gegen den Landesligisten SV Wersten (19 Uhr, Sportpark Niederheid) und am 2. Februar beim Oberligisten VfB Speldorf (14 Uhr, Blötter Weg).
Ein Wiedersehen gab es aber zumindest mit Ottl. Nach dem Match begrüßten sich die beiden ehemaligen Weggefährten herzlich und plauderten angeregt auf den Treppenstufen zu den Umkleidekabinen. 2004 wurden die beiden gemeinsam A-Junioren-Meister mit dem Bayern-Nachwuchs.
Während Heidinger im ersten Durchgang im linken offensiven Mittelfeld rackerte, lieferte sich Fortunas Innenverteidiger Robert Palikuca bissige Zweikämpfe mit dem italienischen Torjäger Luca Toni. „Das hat richtig Spaß gemacht”, freute sich Palikuca. „Toni ist ein Wahnsinns-Stürmer. Er ist stets körperlich präsent und macht es einem unheimlich schwer, ihm den Ball abzunehmen.”
In der allgemeinen Zufriedenheit über den gelungen Auftritt versuchte Fortunas Stürmer Axel Lawarée, den Fokus schon auf den wichtigeren Drittliga-Alltag zu lenken: „Wir haben uns gut präsentiert. Aber das war nur ein Freundschaftsspiel. Wichtig ist das Punktspiel am 16. Februar gegen Wuppertal. Das wird eine ganz andere Partie. Was wir aber aus diesem Spiel mitnehmen können ist das gute Gefühl, gegen Bayern ordentlich ausgesehen zu haben.”
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