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Bei 60 war mancher auf 180

14.04.2010 | 23:55 Uhr
Bei 60 war mancher auf 180

Düsseldorf. Beim 2:2 zwischen 1860 München und Fortuna Düsseldorf war Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz (fast) zu ehrlich. Am Sonntag treffen beide Mannschaften in Düsseldorf aufeinander.

Mit Wutanfällen ist bei Fußball-Proficoaches ja immer zu rechnen. Wenn es nicht so läuft wie gewünscht, man sich gar betrogen fühlt, wird manch eine Trainerzunge zum Schnellfeuergewehr. Amüsant unterhaltsame Blüten der gesprochenen Frustration lieferte das Fortuna-Match beim kommenden Sonntagsgegner 1860 München (13.30 Uhr, Arena) aus dem vergangenen November-Grau.

Nach dem 2:2 entzündeten sich die Wortgefechte an einer offensichtlichen Schwalbe von Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz. Der gab das Ausweichmanöver gegen Grätscher Jose Holebas, dem ein Freistoßpfiff an der Strafraumgrenze sowie ein bildschöner Direktschusstreffer von Jovanovic zum 1:2 folgte, vor den TV-Kameras locker zu.

Die Wahrheit konnte 1860-Trainer Ewald Lienen gar nicht vertragen. Der Fehlpfiff des Berliner Referees Daniel Siebert sorgte nach einem 2:0 der Münchener schließlich für die Fortuna-Wende.

Lienen war auf 180. Der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn des einstigen Gladbacher Außenstürmers schlug Salti rückwärts. „Hinterher etwas zuzugeben ist ja wie beim Banküberfall, den man eingesteht, nachdem das Geld verjubelt und die Tat verjährt ist“, erklärte der Fußball-Lehrer. Entrüstet und verzweifelt zugleich. Ging dann auch noch auf den jungen Referee Siebert los, warf ihm Unerfahrenheit vor. „Die bei der UEFA haben da ja langsam einen Knall. Die schicken uns irgendwann nochmal die Siebzehnjährigen auf den Rasen.“

Während Lienen auch für sein blumiges Urteil, den „erfundenen Freistoß“ ohne Rüge blieb, witterte der DFB-Kontrollausschuss im Fall der Freistoßschwalbe von Lambertz ein „krass unsportliches Verhalten“. Weil der Fortuna-Kapitän mit ehrlicher Aussage den unberechtigten Vorteil öffentlich zugegeben hatte.

Fortuna-Geschäftsführer Paul Jäger warf sein komplettes Verhandlungs- und Formulierungsgeschick in die Waagschale. Man legte den Sprung über Holebas’ abräumbereites Bein als „gefährliches Spiel“ aus, dem Lambertz entkommen sei. Der Ausschuss unter Vorsitz des Ex-„Löwen“ (!) Anton Nachreiner folgte der Argumenation, sprach Lambertz frei. Zumindest in diesem Falle währte ehrlich doch noch am längsten.

Michael Ryberg

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Kommentare
15.04.2010
11:15
Fortuna: Bei 60 war mancher auf 180
von f | #1

Lasst doch die ollen Kamellen mal in der Schublade. So ganz unrecht hatte der Zettel-Ewald doch auch nicht. Anders herum hätten wir uns aufgeregt...

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