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DFB-Pokalfinale

FC Bayern feiert mit Pokalsieg das Triple

01.06.2013 | 22:39 Uhr
Geschafft: Der FC Bayern München holte im Berliner Olympiastadion das Triple.Foto: dpa

Berlin.  Der FC Bayern hat seine Saison gekrönt: Nach Meisterschaft und Champions League gewannen die Münchener auch den DFB-Pokal. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes besiegte den VfB Stuttgart im Finale von Berlin 3:2. In der Schlussphase gerieten die Bayern allerdings noch in Not.

Auch die Bayern-Fans waren ganz offensichtlich müde. Statt einer kreativen, gar geistreichen Choreographie prangte ein 50 Meter langes Banner über der Fankurve : „Zuuuuuuuuuu-gaaaaaaaaaa-beeeeeeeeee!!!“ hatten die Anhänger des Deutschen Meisters und neuen Champions-League-Siegers in roten Lettern aufgedruckt. Rund zwei Stunden später hatten die elf Männer in den roten Trikots der Bitte Folge geleistet: Der FC Bayern gewann am Samstagabend im ausverkauften Berliner Olympiastadion durch ein kurioses 3:2 (1:0) gegen den VfB Stuttgart auch den DFB-Pokal – das Triple war geschafft, „etwas Historisches“ (Kapitän Philipp Lahm) gelungen und die Münchner durften sich berauschen an der Einigartigkeit dieses Triumphes.

Es war das perfekte Ende einer Saison der Superlative, auch der perfekte Abschluss für Trainer Jupp Heynckes auf der Bayern-Bank. In seinem mutmaßlich allerletzten Spiel als Trainer holte der 68-Jährige den einzigen Titel, der in seiner Sammlung noch fehlte. Es ist fast schon zu kitschig, um wahr zu sein.  Doch dieses Finale gegen den Südrivalen war weitaus erfrischender, spannender, ausgeglichener als von den allermeisten erwartet. Zwar war, nach intensiven Recherchen von DerWesten, keiner der Bayern-Spieler mit den von Vorstand Karl-Heinz Rummenigge anvisierten 1,8 Promille aufgelaufen, doch auch stocknüchterne Münchner hatten zu Beginn arge Probleme mit den Schwaben.

Bayern mit Ungenauigkeiten

„Wir brauchen einen perfekten Tag“, hatte VfB-Kapitän Serdar Tasci schon am Freitag geahnt. Und zumindest in den ersten 25 Minuten waren sie nah dran gegen einen Gegner, der nach einer langen strapaziösen Saison voller Endspiele erkennbar müde wirkte. Da reihten sich ungewohnte Schlampereien, Ungenauigkeiten und Konzentrationsmängel aneinander – es wirkte, um mit Matthias Sammer zu sprechen, „lätschert“, was der FC Bayern bot.

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Zwar hatte Arjen Robben schon nach 222 Sekunden die Chance zu Führung, die VfB-Keeper Sven Ulreich vereitelte, anschließend aber kamen die Schwaben, die in der Liga gegen den FCB zwei Mal chancenlos gewesen waren (0:2, 1;6), tatsächlich zu Torchancen. Erst ging ein Seitfallzieher des rumänischen Spielmachers Alexandru Maxim knapp vorbei (9.), dann musste Neuer nach einem Kopfball von Harnik spektakulär und unter Mithilfe es Pfostens gegen den Nachschuss von Georg Niedermeier retten (22.).

Müller verwandelt Elfmeter

Kurz schlich sich eine Ahnung ins weite Rund ein, dass es hier womöglich doch eine große Pokalsensation geben könnte – auch Bayern-Trainer Jupp Heynckes beschlich offenbar ein dumpfes Gefühl: Der 68-Jährige tauchte plötzlich an der Seitenlinie auf, wild gestikulierend. Und tatsächlich wurde es fortan besser, erspielten sich die Bayern nun einige Torgelegenheiten. Erst rettete Ulreich stark gegen David Alba (27.), dann verpasste der Österreicher die Bayern-Führung, als er allein stehend den Querpass suchte statt den eigenen Torabschluss (29.) – und schließlich verweigerte Schiedsrichter Manuel Gräfe nach einem Foul von Serdar Tasci an Arjen Robben fälschlicherweise einen Elfmeter (31.). Den Strafstoß für die Bayern aber gab es fünf Minuten später nach einem unsauberen Laufduell von Ibrahima Traore und Philipp Lahm – Thomas Müller verwandelte cool und gelassen zum 1:0 (37.).

Bayern feiern das Triple

Jetzt schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen – erst recht, nachdem Mario Gomez (der unmittelbar vor der Pause noch eine Großchance ausließ) nur drei Minuten nach Wiederanpfiff auf 2:0 erhöhte (48.). Philipp Lahm hatte nach schönen Doppelpass in die Mitte gepasst – wo Mario Gomez der Ball im Bemühen, das Leder zu kontrollieren, vom rechten Fuß ans linke Bein sprang und einfach ins Tor hoppelte. Fortan berauschten sich die Münchner am Triple-Gefühl, stellten das Resultat auf 3:0 (erneut Gomez, 60.) und wartete eigentlich nur noch auf das anschließende Feier-Bankett. Doch plötzlich nahm diese Partie einen Verlauf, erhielt einen Spannungsbogen, den wohl niemand von den 75.420 Fans im Stadion erwartet hatte. (Es sei denn, er war im vergangenen Herbst Augenzeuge beim irrwitzigen 4:4 der DFB-Elf gegen Schweden nach einem 4:0-Vorsprung).

Stuttgart mit Leidenschaft

Als der Stuttgarter Martin Harnik mit schönem Kopfball zum 1:3 traf (71.), nahmen es die Bayern noch fast gönnerhaft zur Kenntnis. Doch die Schwaben waren fortan befreit von der Angst einer Blamage, rafften sich noch einmal auf – und als erneut Harnik zum 2:3 traf (80.), war diese Partie urplötzlich völlig offen. Die Stuttgarter versuchten leidenschaftlich, die Sensation zu bewerkstelligen, warfen alles nach vorne, rieben sich auf – doch die Bayern, plötzlich in Not, lösten auch diese Aufgabe. Sie stemmten sich gegen den Ausgleich – und um 21.53 Uhr machte Schiedsrichter Manuel Gräfe mit dem letzten Pfiff des Abends alles offiziell: Der FC Bayern München ist Deutscher Pokalsieger; und nun auch in den Geschichtsbüchern als erste deutsche Mannschaft, die das Triple geholt hat.

Dirk Graalmann

Kommentare
03.06.2013
01:23
Campe und Co.
von westfaIenborusse | #50

Den fairen Usern hier im Forum (also nicht Mabuse, Knäuel oder Ludwig)
Glückwusch zum Triple. Mit 200 Mio kann man also doch Titel holen, ganz
ohne...
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2013-06-01 22:39
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