FC Bayern München blamiert sich bei Bate Borrissow in der Champions League

Thomas Müller kann's nicht fassen, Bate Borissow jubelt - der FC Bayern verlor in Weißrussland.
Thomas Müller kann's nicht fassen, Bate Borissow jubelt - der FC Bayern verlor in Weißrussland.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Beim weißrussischen Meister Bate Borissow endete die Siegesserie des FC Bayern München. Die Bayern blamierten sich im zweiten Gruppenspiel der Champions League und verloren verdient mit 1:3. Die Bayern verpassten damit den Klubrekord von zehn Pflichtspiel-Siegen zum Saisonstart.

Minsk.. An einem peinlichen Abend ist die Erfolgsserie von Bayern München sensationell gerissen. Die Mannschaft von Coach Jupp Heynckes verlor ihr zweites Gruppenspiel in der Champions League beim weißrussischen Außenseiter Bate Borissow völlig überraschend 1:3 (0:1) und verpasste den Klubrekord von zehn Pflichtspiel-Siegen zum Saisonstart.

Alexander Pawlow (23.) und Witali Rodijonow (78.) schockierten mit ihren Toren die schwachen Bayern, die in keiner Phase an ihre herausragenden Leistungen der vergangenen Wochen anknüpften. Franck Ribery (90.+1) verkürzte noch auf 1:2, ehe Renan Bressan (90.+4) alle Hoffnungen der Bayern auf einen Lucky Punch in der Nachspielzeit zunichte machte.

Bate Borissow behält die Tabellenführung

Während Borissow mit seinem ersten Champions-League-Heimsieg und nun sechs Punkten die Tabellenführung in der Staffel F behielt, stehen die Bayern vor den Spielen gegen den OSC Lille (23. Oktober/7. November) stark unter Druck. Toni Kroos (13.) und Ribery (83.) trafen für die Münchner nur den Pfosten bzw. die Querlatte.

Neben der nicht einkalkulierten, peinlichen Pleite dürften bei den Münchnern Aussagen von Trainer Heynckes für Unruhe sorgen, der die jüngste Kritik von Sportvorstand Matthias Sammer vor der Partie als unangemessen zurückwies.

Zoff zwischen Heynckes und Sammer

Bayern München "Mit der Form, Art und Weise war ich nicht einverstanden, das habe ich ihm auch gesagt. Es ist wichtig, dass man konstruktiv kritisiert, dass es angemessen ist und dass es nicht überzogen ist. Ich denke, dass die Kritik überzogen war. Ich finde auch, wir sollen die Kritik intern machen und nicht extern", sagte Heynckes bei Sky. Sammer betonte, seine Aussagen seien 'völlig harmlos' gewesen.

"Nicht hellwach, nicht gallig, lätschern" - Sammers Kritik an der Leistung am vergangenen Samstag in Bremen wäre auch für den Auftritt vor 30.000 Zuschauern im Dinamo-Stadion in Minsk angemessen gewesen. Ohne den zum ersten Mal nach seiner Rückkehr geschonten Bastian Schweinsteiger, für den Javi Martinez begann, hatte der FC Bayern große Probleme mit dem schnellen Passspiel des weißrussischen Meisters, der sich immer wieder gefällig in die Gefahrenzone kombinierte. Schon in der sechsten Minute musste Manuel Neuer bei einem Schuss von Edgar Olechnowitsch erstmals eingreifen.

Die Münchner fingen sich zunächst. Nach einer Hereingabe von Ribery setzte Mario Mandzukic, der wieder anstelle von Claudio Pizarro stürmte, eine Direktabnahme neben das Tor (9.). Die größte Chance zur Führung vergab Kroos, der den Torwart bereits ausgespielt hatte, als er vom Fünfer-Eck an den linken Pfosten schoss (13.). Die Bate-Fans kommentierten diesen unglaublichen Fehlschuss mit höhnischem Gelächter.

Schweinsteiger kam erst in der 77. Minute ins Spiel

Als sich die Bayern endlich ein Übergewicht erspielt hatten und die Führung möglich schien, traf Borissow. Der freistehende Pawlow hatte nach einem Querschläger aus acht Metern keine Mühe, Neuer zu überwinden. Die Gäste antworteten mit wütenden Angriffen. Thomas Müller und erneut Mandzukic scheiterten mit Kopfbällen aber an Torwart Andrej Gorbunow (beide 25.). Insgesamt war das Spiel der Bayern aber nicht klar genug, Martinez setzte keine Impulse.

Schweinsteiger durfte sich warmlaufen - doch Xherdan Shaqiri kam für den Spanier (58.). Der kleine Schweizer sollte die schläfrigen Bayern wachrütteln, die sich viel zu viele Fehler leisteten - und sich bei Neuer und den im Umgang mit ihren Torchancen fahrlässigen Weißrussen bedanken mussten, dass sie nicht bald deutlicher zurück lagen. Neuer parierte stark gegen Olechnowitsch (55.), für den der ehemalige Bundesliga-Profi Alex Hleb aufgelegt hatte. Der frühere Freiburger Rodijonow vergab drei Minuten später freistehend. Erneut nach Zuspiel von Hleb verzog Pawlow (65.).

Die Einwechslung von Pizarro für den harmlosen Mandzukic sollte die Wende bringen (75.), auch Schweinsteiger kam noch (77.). Doch die Bayern schafften die Wende nicht mehr. (sid)