Falscher Strich, feudales Gehalt - Luca Toni streitet um Kirchensteuer

Keine Peanuts - Für Luca Toni geht es vor dem Oberlandesgericht München um 1,7 Millionen Euro Kirchensteuer.
Keine Peanuts - Für Luca Toni geht es vor dem Oberlandesgericht München um 1,7 Millionen Euro Kirchensteuer.
Foto: dpa
Torjäger Luca Toni zahlte in seiner Zeit beim FC Bayern keine Kirchensteuer. Nun führt er einen Prozess gegen seine Steuerberater, auch auf die Münchner wartet wohl Ärger. Die Fans wundern sich derweil über Luca Tonis Gehalt.

München.. Luca Toni gehörte zwischen 2007 und 2010 beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München zum auffälligsten Sturmpersonal - erzielte in 87 Spielen üppige 58 Tore. Nun ist der 37-Jährige mit dem drehenden Handgelenk als Jubelpose zurück in der bayrischen Landeshaupt. Doch diesmal geht es um 1,5 Millionen Euro katholischer Kirchensteuer, die Luca Toni während seines Bundesliga-Gastspiels nicht entrichtet hat. Darum streitet der Stürmer nun vor dem Oberlandesgericht mit seinen ehemaligen Steuerberatern. Denn der Italiener sieht die Schuld bei den Beratern. Er sei von ihnen beim Amt falsch angemeldet worden.

Luca Toni verdiente bei Bayern 43 Millionen Euro

Der Schadensersatz-Prozess zwischen Spieler und Berater könnte nun aber auch dem FC Bayern München Ärger bringen: So soll in der Verwaltung des Rekordmeisters eine Sekretärin in einem Formbogen "einen waagerechten Strich" bei der Konfession des Italieners gesetzt haben. Dies bedeutete fälschlich: keine Konfession. Die Mitarbeiterin fragte demnach den Stürmer, ob er demnächst heiraten wolle. Als dieser dies verneinte, soll sie gesagt haben, dass die Konfession nicht relevant sei, und habe danach den Strich in die Spalte gesetzt. Die Münchner TZ zitiert dazu Richter Hans-Werner Wolf: „So hat sich der FC Bayern die 1,5 Millionen Euro gespart!“

Bei der Verhandlung in München gab es einige weitere schwindelerregende Zahlen. So hat der Italiener in zweieinhalb Jahren rund 43 Millionen Euro brutto verdient. Laut Richter Wolf: 500.000 Euro im Monat. Außerdem habe es bei der Vertragsunterschrift 2007 sieben Millionen Euro Handgeld gegeben.

Viele Fans und Twitter-User zeigten sich über die gewaltigen Summen verwundert. 43 Millionen Euro. Das wären rund 740.000 Euro pro Tor. So schreibt ein Twitter-User: "Aufgestanden, gelesen, dass Luca Toni in 2 1/2 Jahren beim FCB über 43 Mio verdient hat, wieder hingelegt..."

Mittlerweile belaufen sich die Forderungen mit Verzugszinsen auf 1,7 Millionen Euro. Richter Wolf schlug einen Vergleich vor. Jeweils eine halbe Million Euro sollen Luca Tonis Berater und der FC Bayern München tragen. Die restlichen 700.000 Euro müsse dem Vergleich nach der Fußballer selbst übernehmen.

Bayern-Anwalt Jaeger verwies dagegen auf einen Aufhebungsvertrag mit Toni, mit dem alle Forderungen abgegolten seien. Ergebnis: offen. Am 15 Juli wird die Verhandlung am Oberlandesgericht fortgesetzt. (dihei)