Falsch verstandene Fürsorge für Wiese

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Was wir bereits wissen
Die TSG Hoffenheim behauptet, ihren Keeper schützen zu wollen. Tatsächlich wird Tim Wiese degradiert, sein Standing nachhaltig beschädigt. Durch die Verpflichtung eines Heurelho Gomes, der in Tottenham nur vierte Wahl war. Ein Kommentar.

Essen.. Respekt, TSG Hoffenheim. Selten hat es nachvollziehbarere Gründe für einen Torwart-Transfer gegeben als die, die der Verein für die Verpflichtung von Heurelho Gomes ins Feld führt. Zunächst mal: Den Tottenham Hotspurs den vierten Keeper wegzuschnappen? Hut ab! Schließlich ist der englische Fußball im Gegensatz zum Torwart-Notstandsgebiet Deutschland berühmt für seine Fülle an Weltklasse-Keepern. Oder so ähnlich.

Wiese war ein Fehlgriff - aber er bekommt unverhältnismäßig viel Häme ab

Davon unabhängig: Welcher Teufel reitet die TSG Hoffenheim und ihren Manager Andreas Müller? Ja, Tim Wieses Verpflichtung, von Ex-Trainer Markus Babbel als Königstransfer gefeiert, hat sich als grandioser Fehlgriff entpuppt. Ja, Wiese wird angesichts seiner zahlreichen Patzer in dieser Saison mit mehr Häme überzogen als andere Keeper. Das hat seine Ursache zwar nicht zuletzt in Wieses jahrelangem Auftreten, das viele Fans als, freundlich formuliert, sehr selbstbewusst empfunden haben. Häme ist natürlich trotzdem nicht die feine Art. Aber auch nicht das Kesseltreiben, als das es die Hoffenheimer darstellen.

Jahresrückblick - Saison 2012/13 Denn wer Wiese tatsächlich nachhaltig beschädigt, ist niemand anderer als sein Verein, der doch nicht ernsthaft glauben kann, einen Keeper zu schützen, indem man ihn öffentlich degradiert. Soviel falsch verstandene Fürsorge haben wohl nicht mal seine ärgsten Kritiker Tim Wiese gewünscht.