Ex-BVB-Präsident Niebaum muss sich vor Gericht verantworten

Dr. Gerd Niebaum steht ab Anfang Januar vor dem Dortmunder Landgericht.
Dr. Gerd Niebaum steht ab Anfang Januar vor dem Dortmunder Landgericht.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Dr. Gerd Niebaum, der über 15 Jahre Präsident und Teil der Geschäftsführung von Borussia Dortmund war, steht ab Januar vor dem Landgericht Dortmund.

Dortmund.. Der ehemalige Präsident von Borussia Dortmund Dr. Gerd Niebaum muss sich zu Beginn des neuen Jahres vor einem Dortmunder Gericht verantworten.

„Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem Untreue, Kreditbetrug und Urkundenfälschung vor", bestätigt Dr. Alexander Donschen, Richter am Landgericht Dortmund, gegenüber der Fachzeitschrit "Sport Bild". Die Hauptverhandlung im Prozess gegen den ehemaligen Anwalt wird am 9. Januar starten. Anklage gegen Niebaum war bereits im Mai 2011 erhoben worden.

Über 15 Jahre BVB-Chef

Vom 29. Juni 1986 bis zum 16. Oktober 2004 war Niebaum Präsident und Vorsitzender der Geschäftsführung des BVB, bis zum 8. Februar 2005 war er auch als Vorsitzender der Geschäftsführung der Borussia Dortmund KGaA tätig, die für die Aktien des Dortmunder Vereins verantwortlich ist.

BVB Während seiner Amtszeit wurde der BVB drei Mal deutscher Meister sowie Champions-League- und Weltpokalsieger.


Niebaums Anwälte hatten die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Die Anklage ging laut einer früheren Erklärung davon aus, dass Niebaum das Vermögen von geschädigten Banken und Klienten bewusst in strafbarer Weise gefährdet habe.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Am Nachmittag gab das Landgericht Dortmund weitere Details aus der Anklageschrift bekannt: In dem Prozess geht es um vier Fälle und Gelder in Höhe von insgesamt 1,7 Millionen Euro.Die Vorwürfe in der Übersicht:

  • Unterschriftenfälschung: Niebaum soll laut Staatsanwaltschaft die Unterschrift seines toten Schwagers gefälscht haben. Der hatte Niebaum zwei Darlehen im Wert von insgesamt 600.000 Euro gewährt. Die waren eigentlich 2006 und 2007 ausgelaufen, doch forderte der Schwager das Geld erst einmal nicht zurück. Dann starb 2008. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft fälschte Niebaum in einer Vereinbarung die Unterschrift des Toten, um die Darlehen bis 2010 zu verlängern.
  • Untreue: Niebaum soll sich 2005 als Testamentsvollstrecker aus einem Nachlass ein rund 460.000 Euro hohes Darlehen selbst gewährt haben. Das habe er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht tun dürfen, da er zu diesem Zeitpunkt persönlich überschuldet gewesen sei, sodass eine Vermögensgefährdung vorgelegen habe.
  • Kreditbetrug: Von 2006 bis 2008 soll Niebaum laut Staatsanwaltschaft bei der Beantragung neuer und der Aufstockung bestehender Kredite in Höhe von insgesamt rund 650.000 Euro das ganze Ausmaß seiner Verbindlichkeiten verschwiegen zu haben.
  • Betrug: Als Chef seiner Anwaltskanzlei wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, von 2005 bis 2009 fällige Gelder in Höhe von etwa 15.000 Euro nicht an Mandanten und andere dritte Personen ausgezahlt zu haben.

Für den Prozess sind ab dem 9. Januar neun Verhandlungstage angesetzt. Niebaum muss bei allen anwesend sein.

(Reviersport/dpa)