Europas Profi-Fußball macht seine Rechnung ohne die Fans

Wer am Ende in der Champions League den Pokal in der Hand hält wie auf diesem Foto Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München, der kassiert in Zukunft noch mehr als bisher.
Wer am Ende in der Champions League den Pokal in der Hand hält wie auf diesem Foto Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München, der kassiert in Zukunft noch mehr als bisher.
Foto: imago sportfotodienst
Was wir bereits wissen
In der Champions League werden in Zukunft 400 Millionen Euro mehr als bisher ausgeschüttet. Damit nimmt der Fußball nicht nur Langeweile in den nationalen Ligen in Kauf. Ein Kommentar.

Essen.. Also noch mehr Geld für alle Fußball-Klubs, die es in die Champions League schaffen. Man kann an dieser Stelle nun wieder das Lied von der Finanz-Schere in der Bundesliga anstimmen. Oben werden die Reichen immer reicher, unten kämpfen die Kleinen ums Überleben. Spannung geht anders.

Aber anstatt zu klagen, stellt sich die Frage nach der Verantwortung: Und die haben allein die Fußball-Funktionäre, die über ihr Produkt bestimmen und ihr eigenes Geld verteilen. Profi-Fußball ist ein freier Markt, und deshalb dürfen die Funktionäre natürlich nach ihrem eigenen Willen entscheiden.

Es geht auch um die Fans

Ob sie richtig entscheiden, ist allerdings eine andere Frage. Es geht nicht nur um die Lücke zwischen arm und reich im deutschen Fußball. Es geht auch um das Verhältnis des Fußballs zu seinen Fans.

Europapokal Denn mit den Mehreinnahmen locken die Klubs neue Stars, die sich ihre Unterschriften immer fürstlicher bezahlen lassen. Vor Gericht kam durch einen Prozess zum Thema Kirchensteuer heraus, dass der Stürmer Luca Toni bereits vor Jahren bei den Bayern 500 000 Euro verdiente. Netto. Im Monat. Ohne die Handgeld-Millionen und die Werbung.

Bald werden die Klubs also noch mehr Geld ausgeben. Irgendwann werden sich die Fans kopfschüttelnd abwenden. Das ist gar nicht mehr die Frage. Die Frage ist lediglich, wann das passieren wird.